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„Wenn es ?passt“ von Iris Braun

Iris Braun

Manchmal passt in einer Ausstellung wie der über Filmdesigner Ken Adam in der Deutschen Kinemathek alles perfekt zusammen: Leben und Werk sind gleichermaßen so außergewöhnlich, dass ein Publikums­erfolg garantiert ist. Dazu kommen in diesem Fall noch ein popkultureller Kontext, der sich sofort erschließt – Stichwort „James Bond“ – und eben eine Biografie, die wie das Ausstellungs­motto selber „Bigger Than Life“ ist. Besser lässt sich eine Ausstellung nicht bewerben – was in diesem Fall völlig richtig ist: Neben den zum Leben erwachten Entwürfen Adams faszinieren Dokumente und Interviews, die die Stellung der Familie Adam innerhalb des gehobenen Berliner Bildungs­bürgertums bis zur Emigration 1934 zeigen. Mit der mensch­lichen bekommt so auch die intellektuelle Katastrophe Nazi­deutschlands gerade für die jungen Besucher ein Gesicht.
Interessanterweise muss es aber nicht immer Weltruhm sein, auch unbekannte Künstlerinnen wie die deutsch-jüdische Fotografin Lore Krüger, die nur während ihrer Flucht von 1934 bis 1944 fotografierte – und danach nie wieder –, faszinieren schon vor Ausstellungsbeginn bei C|O Berlin durch Vita und Vivian-Maier-haftes Mysterium. Zum Glück kommt auch bei Lore Krüger eine außergewöhnliche künstlerische Leistung zu einer außergewöhnlichen Biografie dazu. Das ist beruhigend – und natürlich ebenfalls marketing­technisch unschlagbar.

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