Theater

„Wolf unter Wölfen“ am Deutschen Theater

WolfUnterWoelfenRoger Vontobel kann sich am Deutschen Theater nicht entscheiden, ob er aus „Wolf unter Wölfen“, Hans Falladas Roman der Inflationszeit, gewohnt holzschnittartig für die Bühne bearbeitet von John von Düffel, eine Revue, ein Sittengemälde oder eine sentimentale Schnulze machen will. Also gerät ihm der Revue-Part, in dem munter Geldscheine vom Schnürboden regnen, schwerfällig und arg provinziell, das Sittengemälde gnadenlos klischeehaft und eindimensional und die Schnulze bieder.

Die bedauernswerte Meike Droste bleibt als unverheiratet Schwangere mit dem sprechenden Namen Petra Ledig weit unter ihren schauspielerischen Möglichkeiten. Ole Lagerpusch als ihr Liebhaber Wolfgang Pagel zappelt so aufgedreht wie ziellos durch den Abend, der sich mit gut dreieinhalb Stunden quälend in die Länge zieht. Wie die vielen Nullen der Inflation das Geld nicht wertvoller, sondern wertloser machen, laugt der dröhnende Leerlauf dieser Inszenierung die Figuren und ihren Stoff nur aus, statt sie prägnant zu machen.    

Text: Peter Laudenbach
Foto: Arno Declair
tip-Bewertung: Uninteressant

Wolf unter Wölfen: Termine
Deutsches Theater,
z.B. Di 21., Di 28.5., 19.30 Uhr, Karten-Tel. 28 44 12 21  

 

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