Jubiläum

Zehn Jahre Ballhaus Ost

Nur für eine Nacht: Zum zehnjährigen Jubiläum eröffnet das Ballhaus Ost mit ­Hotel Berlin das erste Theaterschlafportal der Republik

Ballhaus Ost - Hotel Berlin
Foto: Hendrik Scheel

Berlin ist eine Schlafstadt. Ein heimlicher, zuweilen unheimlicher ökonomischer Motor der Stadt ist das Hotelgeschäft. Neben den jährlich 30 Millionen Übernachtungen muss man einen Graumarkt von 20 Prozent im Sharingbereich hinzurechnen, insgesamt also weitere sechs Millionen Übernachtungen. Eine Hochburg darin: Prenzlauer Berg. Allein im Kiez um den Helmholtzplatz zählt das Datenjournalismusprojekt „airbnbvsberlin.de“ der FH Potsdam 345 ­Angebote pro Tag beim Übernachtungsportal Airbnb.

Deshalb haben sich die Theatermacher vom Ballhaus Ost entschlossen, das Phänomen einmal von innen zu ergründen. Zum zehnten Geburtstag ihrer Bühne verwandeln sie die ganze Produktions- und Spielstätte in ein Hotel. 75 Betten bietet ihr Schlafportal an. So kann man zum Beispiel im Bühnenbild schlafen, auch im Saal, den Garderoben und auf der Probebühne sind Liegen aufgestellt.

Doch natürlich will das Ballhaus Ost nicht den Theaterschlaf kultivieren, sondern die Berliner Startup-Szene um ein kombiniertes Theater-Hotel-Projekt bereichern. Daniel Schrader und Tina Pfurr, beide seit 2011 die künstlerischen Leiter des Ballhauses, sehen das Theaterschlafportal über die Erlebnisoberfläche hinweg als einen eigenen Beitrag dazu, wie sich Lebens- und Arbeitsbedingungen in Berlin auch durch die Kunst verändert haben und wie sie auf die Künstler zurückwirken. In drei Kategorien, betitelt mit „Aura“, „Engel der Geschichte“ und „Kraft des Kollektivs“,  kann man sein Bett im „Hotel Berlin“ buchen, wie bei dem großen Vorbild Airbnb nach Ausstattung, Preis und weiteren Infos sortiert. Maximal bleiben darf man aber nur eine Nacht.

Ballhaus Ost Mi 7. –  So 18.9., Übernachtung 13–15 €, je nach Kategorie

www.ballhausost.de/hotelberlin

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