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Zehn Jahre Impro-Theater Notausgang

Zehn Jahre Impro-Theater Notausgang

Ob die nächste Szene auf der ISS, im Western-Saloon oder doch eher im Pinguin-Gehege spielt, entscheidet natürlich das Publikum. „Notausgang“ machen seit zehn Jahren Impro-Theater. Kurze und lange Szenen, basierend auf Anweisungen aus dem Publikum. Die Spieler*innen unter ihnen, die nicht selbst den Notausgang nahmen im Lauf der Dekade, waren damals 16 und sind jetzt 26. Monatlich spielen sie im Prenzl’berger „Bühnenrausch“ in wechselnden Konstellationen gegen ihren Moderator. Da wird der erste Kuss eines Gastes aus dem Publikum nachgestellt, eine hirnverbrannte Erfindung in einer Wissenschafts-Talkshow vorgestellt und der Kommissar ermittelt nach der abersinnigsten Mordmethode.

Wer paar Mal da war, kapiert das charmante System mit der Wellenbeauftragten, der Krone (für die beste inspirierende Eingabe aus dem Publikum) und die fadenscheinigen Tricks des Moderators, doch noch seine Punkte gegen die Truppe zu retten. Beim „Tischgespräch“ im Neuköllner „Rosi ich bin im Park“ wird ein vegetarisches Drei-Gänge-Menü serviert während das Publikum an der Tafel mit den Spieler*innen speist und „klammheimlich“ dabei mitlauscht wie sich eine Partei für Alles gründet oder ein bierernster Ritter-und-Burgfräulein-Kongress stattfindet.

Bei allem Schabernack haben es Notausgang wahrlich drauf, ihre Figuren mit einer Subtilität, Zwischentönen und Verve zu zeichnen, die im Berliner Impro-Bereich ihresgleichen suchen. Zum 10-Jährigen schmeißt die Notausgäng eine Riesenfete: mindestens sieben Stunde geballte Improvisation und Party. Wer mag, darf auch später kommen. Den Notausgang wird aber sicher niemand nehmen wollen.    ‚

Text: Stefan Hochgesand
Foto: Notausgang
www.notausgang-berlin.de

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