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Zehn Quickies in einer Nacht: Die „Lange Nacht der Opern und Theater“

Lange Nacht der Opern und TheaterWas Museen und wissenschaftliche Einrichtungen mit großem Erfolg vorgemacht haben, unternehmen jetzt auch die Berliner Theater und Opern mit einigem Aufwand: In der ersten Langen Nacht der Opern und Theater am 25. April kann man sich auf sieben verschiedenen Routen von der BVG durch die Stadt fahren lassen und auf den unterschiedlichsten Bühnen kurze 30-Minuten-Quickies sehen.
Das Spektrum ist enorm. Insgesamt 50 Theater und Opern, darunter alle wichtigen in der Stadt, nehmen an der langen Nacht teil: vom Berliner Kriminaltheater bis zur Deutschen Oper, von Hans Wurst Nachfahren bis zum Deutschen Theater, vom Ratibor Theater bis zum Maxim Gorki Theater und dem TIPI, wo die Geschwister Pfister Ausschnitte aus ihrer Show zeigen. Die Staatsoper präsentiert Ausschnitte aus der „Zauberflöte“ und aus Donizettis Belcanto-Oper „Viva la Mamma“, im HAU gibt es brasilianischen Tanz, in der Schaubühne die Short-Version von Thomas Ostermeiers rasanter „Hamlet“-Show, und die Komische Oper überträgt live und open air Hans Neuenfels’ „La Traviata“-Inszenierung auf die große Leinwand.
Der Charme liegt nicht nur da­rin, dass die ganz großen und die ganz kleinen, die Staatstheaterriesen und die sympathischen Winzlinge wie das Puppentheater Berlin oder das F40 – English Thea­tre Berlin zusammen eine Party machen. Man kommt auf den Routen in Theater, die man höchstens vom Namen kennt, man kann Häuser entdecken, in die man sonst nie seinen Fuß gesetzt hätte – und man erlebt im Schnelldurchlauf die unterschiedlichsten Theaterformen und Ästhetiken. Und das alles in einer Nacht, von 18.30 Uhr bis irgendwann nach Mitternacht, wenn die Abschlussparty im Ballsaal des Admiralspalastes stattfindet. Für die Theater und Opern bedeutet die lange Nacht einen gewaltigen Aufwand. Sie mussten sich lauter 30-Minuten-Formate ausdenken oder ihre Inszenierungen zu Qui­ckies eindampfen. Und sie verzichten auf ihre Abendeinnahmen: Der Ticketverkauf reicht gerade, um die Infrastruktur, die Werbung und die BVG zu bezahlen. Für die 20.000 Gäste bedeutet das alles vor allem eines: viel Spaß und eine lange Nacht.

Text: Peter Laudenbach

Lange Nacht der Opern und Theater, 25.4., ab 18.30 Uhr, Abfahrt der Busse: Bebelplatz, Hermannplatz, Hardenbergplatz; Tickethotline: 47 99 74 44, www.berlin-buehnen.de

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