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„Top Ten“ von Peter Laudenbach

Peter Laudenbach

Wir wissen nicht, was Ihr Psycho­therapeut empfiehlt, die Jury des Berliner Theatertreffens empfiehlt: Theater. Die Jury (deren Entscheidung ich nicht kommentieren will, schon weil ich in diesem Jahr die Freude habe, selbst dazu­zugehören) lädt zehn bemerkenswerte Inszenierungen zum Theatertreffen im Mai ein: Atlas der abgelegenen Inseln (Regie: Thom Luz, Schauspiel Hannover): Theater darf auch schön skurril sein. Baal (Frank Castorf, Residenztheater München): Das Theater wird zur Opiumhölle. Common Ground (Yael Ronen, Maxim Gorki Theater Berlin): eine biografische Recherche zum jugoslawischen Bürgerkrieg. Das Fest (Christopher Rüping, Schauspiel Stuttgart): Familien-Psychoterror wird zu verspieltem, aber nie flachem Theater. Die lächerliche Finsternis (Duљan David Parнzek, Burgtheater Wien): eine raffinierte, böse, lustige Blauhelm-Groteske. Die Schutz­befohlenen (Nicolas Stemann, Thalia Theater Hamburg): Statt ein Stück über illegale Migranten zu machen, hat das Theater sie eingeladen, selbst aufzutreten. die unverheiratete (Robert Borgmann, Burgtheater Wien): Was passiert, wenn sich verdrängte Schuld über die Generationen fortsetzt? John Gabriel Borkman (Karin Henkel, Deutsches Schauspielhaus Hamburg): Bürger als groteske Monster – sehr komisch. Warten auf Godot (Ivan Panteleev, Deutsches Theater Berlin): So heiter und traurig waren Spiele am Abgrund lange nicht. Warum läuft Herr R. Amok? (Susanne Kennedy, Kammerspiele München). Kleinbürger als gut dressierte Lemuren – eine Einladung zum Durchdrehen.

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