Kultur

Trendsport in Berlin

BlackMintonBlackminton

Es ist stockduster. Irgendwo in dem Schwarz schweben zwei orange leuchtende Schläger wie von Zauberhand. Plötzlich schießt zwischen ihnen eine kleine grün fluoreszierende Kugel hin und her. Hier wird Blackminton gespielt – eine Art Badminton im Dunkeln. Damit sich die Racketsportler dabei nicht aus den Augen verlieren, haben sich die Erfinder des Spiels an eine Regel gehalten: „Alles, was wichtig ist, muss leuchten!“ Mithilfe von Schwarzlicht werden die mit fluoreszierender Farbe beschichteten Schläger, Bälle und Ränder des Spielfelds sichtbar gemacht. Die Menschen selbst dürfen natürlich auch leuchten – in welchen Farben und mit welchen Mustern sie sich bemalen, ist ihnen selbst überlassen. Im Winter zischt dann der glühende Federball-Blitz zu schnellen Musik-Beats durch finstere Tennishallen, im Sommer durch Parks oder über Wiesen. Hauptsache, die Sonne ist endlich weg. Richtig Spaß macht die Sache, weil die Dunkelsportler eine Badminton-Abwandlung spielen, das Speedminton. Ein Berliner entwickelte vor Jahren diese Variante, bei der das Geschoss schneller fliegt und weiter geschlagen werden kann – bis zu 30 Meter. Schläger und Ball sind so konzipiert, dass selbst Windböen das Spiel nicht stören. Aus dem Grund gibt es mittlerweile eine Fan-Community, die sich von Asien bis nach Amerika erstreckt, und die vor nichts Halt macht. Fotos belegen: Gespielt wird auf Hochhausdächern, unter Brücken – und auch schon auf dem Pariser Eiffelturm.

Speedminton GmbH Paul-Lincke-Ufer 8c, Kreuzberg, Tel. 69 56 77 40, www.speedminton.com

Foto: Speedminton GmbH

PolePole Dance

Für Pole Dance braucht es eine Eisenstange und eine Frau. Die muss sich akrobatisch und gleichzeitig sexy an ihr bewegen. Vor Kurzem fand der Tanz seinen Weg aus Striptease Bars in die Hallen ehrenwerter sportlicher Betätigung. In Berlin hat sich das Studio Schönheitstanz dem Burlesque, Pole und Exotic Dance verschrieben. Inhaberin Agata Lattka betrachtet Pole Dance als ästhetische Trainingsmethode: „Die sinnliche Seite ist positiv besetzt. Viele Frauen entdecken für sich einen sehr femininen Tanz und fühlen sich nach einer erlernten Choreographie verführerischer.“ Der Tanz setzt sich aus Drehungen, Kletterfiguren, Bodenübungen und verschiedenen tänzerischen Elementen zusammen. Dabei ist das Outfit jeder selbst überlassen: „Die einen mögen es sportlicher, die anderen trainieren in High Heels“, sagt Agata Lattka.

Tanzstudio Schönheitstanz Charitйstraße 4, Mitte, Tel. 88 94 48 35, www.schoenheitstanz.de, [email protected], Büro: Mo 16.30-18.30 Uhr, Mi 14.30-16.30 Uhr

Polebatics-Workshops in Berlin Anmeldung und Infos über www.polebatics.de

Foto: Benjamin Pritzkuleit

 

CharlestonCharleston

Der Tanz aus den Roaring Twenties ist nichts für Unkoordinierte. Neben dem hohem Tempo beim Charleston sind nämlich die isolierten Bewegungen einzelner Körperteile typisch. Eine Tanzbeschreibung von 1925 beweist: „Der Torso zittert, dazu die Bewegungen der Hüften, Schenkel und Hinterbacken. Dazu kommen die abwechselnden X- und O-Beine, damit verbunden die nach außen und innen gedrehten Knie und Füße.“ Und das bei bis zu 148 beats per minute! Die üblichen Gesellschaftstänze liegen gerade mal bei etwa 80. In Berlin wird das Revival der Zwanziger Jahre zelebriert, mit Charleston und Walzer auf Partys wie der Bohиme Sauvage. Da steht einem Tanz im Bananenröckchen, wie Josephine Baker es Mitte der 1920er Jahre ebenfalls in Berlin tat, nichts mehr im Wege.

taktlos Urbanstraße 21, Kreuzberg, Tel. 693 58 35, Büro: Di 15-17 Uhr, Fr 11-13 Uhr
bebop Mehringdamm 33, Kreuzberg, Tel: 694 11 01
Bohиme Sauvage www.boheme-sauvage.de

Text: Lene Bayerlein

Foto: Thomas Steimer (im Bebop entstanden)

 

SlackLineSlacklining

An Bäumen mangelt es in Berlin nicht – die wichtigste Voraussetzung fürs Slacklining. Zweitwichtigstes Utensil: Ein Band, das zwischen den Stämmen gespannt wird. Im Unterschied zu einem fest verdrahteten Hochseil, auf dem Zirkusakte vorgeführt werden, dehnt sich das Schlauchband unter dem Gewicht des Slackliners. Außerdem wird es nur in Kniehöhe befestigt – Sturzgefahr gebannt. Und das ist auch gut so, denn diesen Sport erlernt man durch learning by doing – für die ersten Schritte auf dem Band sollte man am besten ein paar Slackliner direkt ansprechen: „In aller Regel freuen sie sich, wenn sie ihren Sport vorstellen können“, meint Jonas Weidemann. Der Psychologiestudent aus Berlin hat Slacklining im Frühling 2008 für sich entdeckt und ist besonders von der Ausgeglichenheit des Sports fasziniert: „Es ist ein wenig wie Yoga, nur nicht auf dem Boden, sondern auf einem dünnen Schlauchband, auf dem?Konzentration und Gleichgewicht geschult werden.“

Online-Shop & Slackline-Blog www.slackliner-berlin.de

Foto: Kerstin Nussbaecher

Text: Lene Bayerlein

 

ParcourParkour

„Ah, Parkour – dann springst du ja von Hausdach zu Hausdach?!“ Diesen Satz kennen viele Traceure, wie die Sportler des als halsbrecherisch angesehenen Trends sich nennen. Doch für Martin Gessinger, Mitglied im Netzwerk ParkourONE in Berlin, ist Parkour weniger Extremsport als vielmehr Lebensphilosophie, die „mit Kraft, Geschicklichkeit und Köpfchen Grenzen überwindet“. Er definiert Parkour lapidar als die Kunst der effektiven Fortbewegung. Das bedeutet dann so viel wie über Bänke und Bauzäune hüpfen, auf Mauern springen oder Litfaßsäulen mit geschickten Drehungen bezwingen – auf die richtige Technik kommt es an. Doch nicht immer muss der Sport so atemberaubend aussehen: „Sobald ein Hund hinter dir her ist, und du wegläufst, machst du schon Parkou“, meint Ben Scheffler, ebenfalls Traceur. Wer seine Geschicklichkeit einmal testen möchte, kann ein Public Meeting besuchen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Informationen zu Public Meetings und Training www.parkourone.net

Text
: Lene bayerlein

Foto: Benjamin Pritzkuleit

 

WiiFitWii Fit

„Sport – ja klar! Aber draußen ist es kalt und grau. Dann doch lieber morgen…“. Zumindest Ausreden dieser Art gehören für Besitzer von Wii Fit der Vergangenheit an. Das Fitnessprogramm für die Nintendo-Spielekonsole verspricht körperliche Betätigung in den eigenen vier Wänden. Und das funktioniert so: Man stellt sich auf das Balance Board, ein rechteckiges Kunstoffpad auf dem Boden, das Bewegungen auf den TV-Bildschirm überträgt. Dabei entgeht dem Programm nichts, weil es sekundengenau überprüft, ob man sich korrekt bewegt. Am Anfang steht ein knallharter Image-Test: Wii Fit errechnet Body-Mass-Index und Körperschwerpunkt. Wer ohnehin schon Actionspiele auf der Konsole Wii zockt, der muss sich nur noch die Software Wii Fit Plus inklusive Balance Board für 100 Euro zulegen. Die Hardware kostet noch einmal cirka 200 Euro.

Play Berlin Washingtonplatz 1, Tiergarten Mo-Fr ab 16 Uhr, Sa+So ab 14 Uhr, www.play-berlin.de

Text: Lene Bayerlein

Foto: Benjamin Pritzkuleit

INTERVIEW MIT PERSONAL TRAINER ROBERT RODE

SKATEN UND KLETTERN IN BERLIN 

Mehr über Cookies erfahren