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Kommentar

„Tunnelblick“ von Erik Heier

Von der neuen Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) war bislang noch nicht viel zu vernehmen. Aber ihr Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) fängt schon mal alleine an

Erik Heier

Vor einem halben Jahr wurde der denkmalgeschützte Gleimtunnel, der Prenzlauer Berg mit Wedding verbindet, durch einen Starkregen geflutet. Danach traten diverse Behörden den Beweis an, dass die vielstufige Hauptstadt-Verwaltung ihren dürftigen Ruf nicht bloß durch üble Nachrede erworben hat. Ein Gutachten über die Stabilität der aus acht ehemaligen Bahnbrücken zusammengefügten Konstruktion scheitert monatelang unter anderem daran, den Zuständigen für das Bauwerk und damit eine mögliche Sanierung zu ermitteln. In Frage kamen unter anderem die Deutsche Bahn, der Bezirk Pankow, das Land Berlin und die Groth-Gruppe (die westlich des Tunnels ein Neubaugebiet errichtet). Das letzte Ereignis, das die Kopfsteinpflastergasse über einen derart langen Zeitraum dicht machte, war übrigens der Bau der Berliner Mauer. Das Gutachten, das  Kirchner noch als Pankower Baustadtrat in Auftrag gegeben hatte, ergab dann glücklicherweise keine größeren Schäden. Nun will Kirchner den Gleimtunnel Mitte Januar tatsächlich wieder öffnen – und perspektivisch mit der Stargarder Straße, in die sie hinter der Schönhauser Allee übergeht, als Fahrradstraße ausweisen lassen. Davor muss aber die Gleimstraße ihren Status als Hauptverkehrstraße verlieren. Ein Verwaltungsakt, eigentlich. Aber man weiß ja, wie lange in Berlin sowas dauern kann. Bis dahin hat sich die Senatorin sicher auch eingearbeitet.

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