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Kultur

Urlaubs-Tipps für den Herbst

GardaseeGARDASEE – Aufgeräumter Traum
Wem nach Bella Italia mit Weinbergen und ohne Müllkippen ist, der sollte zum Gardasee fahren. Gerade im Herbst, wo die Hitze einem angenehmen Klima gewichen ist. Es gibt Palmen und Zypressen, es ist tipptopp aufgeräumt und die Menschen sind gut angezogen. Jedenfalls die Italiener vor Ort. An der Promenade des Ortes Garda sollte man ohnehin lieber auf den See schauen, der sich dort malerisch an die Bucht ranschmiegt. Oder man geht von dort gleich ein paar Kilometer nach oben und wandert an lauschigen Orten wie Costermano vorbei. Nach einem steileren Aufstieg kann man gemütlich durch Weinberge gondeln, wo man selbst in dieser touristischen Region kaum jemanden trifft. Alle Wanderwege in den Hügeln führen oft in eleganter Kurve zurück in die pastell getünchte Altstadt-Kulisse von Garda. Wenn man dort in der Nachmittagssonne dann an karierten Tischdecken bei Rotweinflaschen in Basthalterungen am See sitzt, versteht man, warum dies in den 1950er-Jahren der perfekte Traum vom Süden war. 

Text: Iris Braun
Foto: Rosel-Eckstein/Pixelio

Gardasee
Air Berlin fliegt mehrfach die Woche direkt nach Verona, von dort mit Shuttle oder Bus. Im Herbst genießt man mehr Sonne auf der Garda-Seite. Übernachtung: Ein gutes, nicht ganz günstiges Hotel ist das Boffengio, www.boffengio.it

NIZZA – Großstadt am Meer
Schrummm – schon wieder dreht ein Flugzeug überm Meer mit einer Rechtskurve nach Westen ab. Die Flieger machen deutlich, dass man an einem Stadtstrand ist, und Nizza nicht irgendein Dorf, sondern die fünftgrößte Stadt Frankreichs. Die weltberühmte, sehr lange und von einer sechsspurigen Straße begleitete (Strand-)Promenade des Anglais mit ihren luxuriösen alten Hotels führt vom Hafen direkt zum Flughafen: Direktflug von Berlin, Gangway, mit einem Fuß im Meer. Das Wasser ist glasklar und auch im Oktober noch 20 Grad warm. Nizza begann seine touristische Karriere im 19 Jahrhundert als Winterkurort, die mondäne Welt aus Hitchcocks Klassiker „Über den Dächern von Nizza“ sucht man heute vergeblich. Dafür findet man im nahen Sophia-Antipolis, dem französischen Silicon Valley, Hightech-Industrie. Ein Aufzug führt auf den Burgberg, von dem aus man einen Traumblick über die Bucht und auf die Vieille Ville hat. Maler wie Henri Matisse und Yves Klein lebten in Nizza, Marc Chagall nicht weit in Saint-Jean-Cap-Ferrat, ihre Werke sind in mehreren Museen zu sehen. 

Text: Stefanie Dörre
Foto: Harry Schnitger

Nizza
Direktflüge mit Easyjet und Air Berlin, Infos zu Veranstaltungen, Übernachtungsmöglichkeiten oder dem Verkehrswesen über http://de.nicetourisme.com

AgadirAGADIR – Gut gelaunt im Basar
Uralte Häuser und verwinkelte Gassen? Wer in der marokkanischen Hafenstadt Agadir nach einer Kulisse aus „1001 Nacht“ sucht, ist hier gänzlich falsch: Ein verheerendes Erdbeben sorgte 1960 dafür, dass fast alle historischen Gebäude der 1505 von portugiesischen Seefahrern gegründeten Stadt dem Erdboden gleichgemacht wurden. Dennoch bietet diese Destination für Berliner gerade vom Herbst bis Frühjahr viele Vorteile: Von der deutschen Hauptstadt ist Agadir nonstop in dreieinhalb Stunden zu erreichen, die Temperaturen betragen tagsüber angenehme 20 bis 25 Grad, außerdem gibt es zahlreiche sehr gute, aber dennoch preiswerte Hotels, wo man häufig nicht nur allerlei Sportarten von Golf über Schwimmen bis hin zu Fitness betreiben kann, sondern jederzeit auch leckere Weine oder andere Alkoholika serviert bekommt . Denn in Marokko begreift man den Islam in der Regel eher weniger radikal. Wer genauer hinschaut, kann zudem auch in Agadir viele interessante Entdeckungen machen: Am Fischerhafen kann man dabei zuschauen, wie die großen Boote der Fischer nach alter Tradition aus Holzbalken gebaut und erst nach Fertigstellung motorisiert werden. Man kann auf die 236 Meter hohe Kashbah – eine fast 500 Jahre alte Festungsruine – hochfahren und von dort eine grandiose Aussicht genießen. Oder man besucht den örtlichen, recht großen Basar und verliert sich in der riesigen Auswahl frischer Früchte, schöner Lederwaren, kostbarer Tuche, duftender Gewürze oder leckeren Gebäcks. Wer, wie viele deutsche Touristen, fürchtet, sich beim Feilschen zu verzetteln und Händler nicht mehr loszuwerden, dem sei die frontale Freundlichkeitsoffensive empfohlen: Danke für das interessante Angebot, unglaublich schöne Ware, bei der nächsten Runde schaut man auf jeden Fall wieder vorbei. Das klappt auch mit wenigen Brocken Französisch – und hebt bei allen Beteiligten die Stimmung. Wem dann immer noch nach einem märchenhaften Ambiente zumute ist, der steigt von Agadir aus einfach in den Bus nach Essaouira. Entlang der Küste, vorbei an zahlreichen Surfer-Treffpunkten, erreicht man die Stadt nach 175 Kilometern. Dass hier alle typischen Erwartungen erfüllt werden, hat auch die UNESCO bestätigt: Seit 2001 gehört die Altstadt von Essaouira zum Weltkulturerbe. 

Text: Eva Apraku
Foto: Zaubervogel/Pixelio

Agadir
Flüge z.?B. über www.easyjet.com,
Unterkünfte: Ferienwohnungen oder Hotels sind über alle bekannten Internetportale buchbar,
Infos und Veranstaltungskalender: www.visitmorocco.com

LissabonLISSABON – Urlaub in der Bahn
Würde die BVG es wagen, eine Straßenbahn wie die Lissaboner  Linie 28 durch Berlin zu schicken, wäre ihr wahrscheinlich die Urform des Shitstorms sicher: waschkörbeweise Beschwerdebriefe. In Lissabon ist dagegen das altertümliche Schienenfahrzeug mit rustikalem 30er-Jahre-Holzinterieur, das sich mit rheumatischen Krachgeräuschen durch die Kurven schleppt, fast immer hoffnungslos überfüllt ist und obendrein öfter Taschendiebe als Fahrgäste verzeichnet, schlicht Kult. Für Touristen empfiehlt sich die Linie zwischen Maritim Moniz und Capo Ourique als billigste, charmanteste Stadtrundfahrtgelegenheit. Schließlich rumpelt sie an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Zum Beispiel an der pittoresken Aussichtsterrasse Miradouro de Santa Luzia, die einen umwerfenden Blick über die Alfama bietet. Jenen Stadtteil, der als einer der wenigen im unten Teil der Stadt der sieben Hügel 1755 vom verheerenden Erdbeben verschont blieb. Jene Alfama, wo die Straßen so eng sind, dass man im Vorbeifahren locker den maroden Putz von den Wänden pflücken könnte. Ein Urlaub in der Straßenbahn: Das geht so nur in Lissabon. 

Text: Erik Heier
Foto: ich/Pixelio

Lissabon
Direktflug ab Schönefeld, ab ca. 160 Ђ hin, ab ca. 140 Ђ zurück; Ferienwohnungen z.?B. unter www.travelingtolisbon.com

GozoGOZO – Beim Volk der Exoten
Sie schätzen den kurzen Weg vom Flughafen zum Hotel? Sie mögen Rundumbedienung? Dann sind Sie auf Gozo fehl am Platze! Die kleine Schwesterinsel von Malta erreicht man von dort nur per Taxitransfer und Fähre. Aber der Weg auf dieses nur von 25?000 Menschen bewohnte, felsige Eiland lohnt sich gerade für Menschen, die malerische Naturkulissen und Orte zu schätzen wissen, in denen der Massentourismus noch nicht angekommen ist. Die Gozianer selbst sind aufgrund der zentralen Mittelmeerlage und ihrer langen Kolonisationsgeschichte ein Volk von Exoten geworden, bei dem sich das feierwütige italienisch-katholische Temperament mit arabischer Mentalität vereint, wo man aber fließend Englisch spricht. Selbst hitzeempfindliche Besucher, denen es diesen Sommer bei 40 Grad im Schatten etwas zu warm geworden wäre, können aufatmen: Im Herbst sinken die Temperaturen auf 25 bis 30 Grad, da macht neben dem Badeurlaub an meist steinigen Stränden dann sogar das Wandern Spaß, wobei auch alte Kirchen, ein frühzeitlicher Tempel und eine Kreuzritterfestung für mächtige Bildungseffekte sorgen. 

Text/Foto: Hagen Liebing

Gozo
Direktflüge ab Tegel mit Air Malta, Lufthansa und Air Berlin, Unterkünfte und weitere Infos unter www.gozo.com

 

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