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„Von Pfauen, Libellen und Fleder­mäusen“ im Jugendstil – Ausstellung im Bröhan-Museum

Fledermausleuchter
Überlebensgroß beäugt Emil Pottners Kakadu den Besucher. Aus seiner Vitrine richtet er den Blick auch auf seine Artgenossen. Es sind Kleintierplastiken aus Porzellan und anderen Materialien, die im Obergeschoss des Bröhan-Museums die schmucke Sonderausstellung „Von Pfauen, Libellen und Fledermäusen“ zieren. Der thematische Blick auf die Bestände fördert rund 300 Objekte des Kunst­handwerks zutage, animalische Applikationen und Dekore in bezaubernden Farben und Formen. Eine Ausstellung für die ganze Familie, die auch die Kleinen begeistert. Wenn Hirschkäfer sich balgen oder Tiere Menschen gleichen und in Gestalt eines Hundes mit Hut auftreten, darf geschmun­zelt werden. Ge­staunt sowieso, etwa angesichts des Frosches im Kampf mit der Ringelnatter auf einem Schreibgeschirr. Direktorin Ingeborg Becker hat Por­zellan mit Unterglasur­bemalung, Fayencen mit Pudergold, Zinn und dergleichen mehr zutage gefördert. Es posieren Exoten wie der stoische Marabu oder die um 1900 beliebten Urahnen von Eisbär Knut. Zu den häufigen Vertretern der Zeit zählen Pfauen, Schwä­ne, Schmetterlinge, Libellen und auch Eulen als doppeldeutiges Sinnbild von Gut und Böse. Der Pfau wurde, ebenso wie die Schlange und der Schwan, zu einem Wahrzeichen des Art Nouveau.
Bereits 1876/77 gestaltete James McNeill Whistler einen Raum von Haus Leyland in London mit dem goldfarbenen Vogel auf dunkelblauem Grund. Fortan reizte er die Jugendstilkünstler. Texttafeln erläutern den Wandel von Symbolik und Anziehungskraft der Tiere, die oft Gegenstände des täg­lichen Gebrauchs bereichern. An Tellern oder Vasen lassen sich die Unterschiede der Manufakturen – Nymphenburg, KPM, Kopenhagen – studieren. Kindliche Gemüter können den Anblick von Porzellanpekinesen oder lus­tigen Pinguinen ein­fach nur genießen.

Text: Andrea Hilgenstock

tip-Bewertung: Sehenswert

Von Pfauen, Libellen und Fleder­mäusen – Geheimnisvolle Tierwelt im Jugendstil


Bröhan-Museum
, Schloßstraße 1a, Charlottenburg, Di-So 10-18 Uhr, bis 14.2.2010


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