Kunst und Museen in Berlin

Kunstkopf (12): Lukas Roth

Der Kölner Fotograf montiert unzählige Einzelbilder zu idealtypischen Collagen

Lukas Rothtip Herr Roth, wann ist eine Fotografie perfekt?

Lukas Roth Wenn sie den Betrachter berührt und bei ihm etwas in Gang setzt.

tip Ihre Fotos setzen Sie wie ein Puzzle aus unzähligen Einzelbildern zusammen. Reicht Ihnen eine einfache Aufnahme nicht aus?

Roth Fotos sind für mich nur das Rohmaterial, um zu
meinen Bildern zu kommen. Mir geht es um die Rekonstruktion von
Motiven, die wir zwar wahrnehmen, jedoch niemals mit einer Fotografie
zu fassen bekämen. In diesen Rekonstruktionen verschmelzen Fotos vieler
Standpunkte zu einem idealtypischen Bild.

tip Entsteht durch die Bearbeitung am Computer nicht eine verzerrte Realität?

Roth Selbst die klassische, unbearbeitete Fotografie
verzerrt die Realität, schon alleine durch die Wahl des Ausschnitts.
Das Ganze ist nie zu erfassen. Durch die Bearbeitung am Computer
schaffe ich Bilder, die näher an meiner subjektiven Wahrnehmung des
Ortes sind.

tip Ihre Motive wie der Palast der Republik, das
Berliner Aquarium oder der Düsseldorfer Hauptbahn­hof haben keine
Gemeinsamkeiten. Wie entscheiden Sie, was Sie fotografieren?

Roth Intuitiv und sehr spontan. Wenn ich merke, dass ein starker Ort sich vehement der klassischen Fotografie entzieht.

Nachgefragt: Jacek Slaski
Foto: Harry Schnittger

Lukas Roth „Rekonstruktionen“, Galerie Camera Work, Kantstraße 149, Charlottenburg, Di-Sa 11-18 Uhr, bis 18.4.2009

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