Kultur & Freizeit in Berlin

Kunstkopf: Ilona Ottenbreit

Die Malerin Ilona Ottenbreit spielt mit den Dimensionen, um den Raum zu erfassen

Ottenbreittip Wie kam es, dass deine Figuren von der Leinwand in den Raum gewandert sind?
Ilona Ottenbreit Das war eine spielerische Auseinandersetzung damit, dass die Personen auf meinen Bildern immer skizzenhafter wurden und ich sie auf den Ausdruck ihrer Körperhaltung reduziert habe. Daher kam ich auf die Idee, skelettartige, aber aus­druckss­tarke Formen zu finden, zum Beispiel Äste als Knochen zu umwickeln, um eben damit eine sehr reduzierte körperliche Gestik darzustellen.
tip Aber hätte die Reduktion nicht auch auf der Leinwand stattfinden können?
Ottenbreit Doch. Aber wenn ich auf der Leinwand nicht weiterkomme und frustriert bin, greife ich gerne zur Abwechslung auf die dreidimensionale Ebene zurück.
tip Wie definierst du das, „auf der Leinwand nicht weiterzukommen“? Und warum verzichtest du dann nicht ganz aufs Malen und bleibst bei räumlichen Arbeiten?
Ottenbreit Das sind aber heftige Fragen! Nein, ich komme nur nicht weiter und finde nicht die richtige Umsetzung für das, was ich darstellen will. Ohne das Malen wäre ich ja nicht auf diese skizzenhaften Wesen gekommen, die aber dann im realen Raum wieder eine eigene Umsetzung gebraucht haben. Durch meine räumlichen Arbeiten bin ich zu zweidimensionalen Ideen angeregt worden. Das bedingt sich, und ich könnte nicht auf die Malerei verzichten, das geht nicht, und das will ich auch nicht.

Interview + Foto: Constanze Suhr

Unbegrenzt? Arbeiten von KünstlerInnen des Atelierhauses Mengerzeile (Kunsthalle M3) bis 9.11. und offene Ateliers, am 3.10. ab 15 Uhr, mit Party im Amiga Club, Livemusik und DJs, Mengerzeile 1-3, Berlin-Treptow, www.kunsthalle-m3.de

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