Kunst und Museen in Berlin

Kunstnotiz: Kurz und Kritisch

Drei lohnenswerte Austellungen in Berlin in der Kurzbetrachtung

Ralf_Peters_Baum_c_RalfPetersLohner Carlson
„Active Images“ nennt das amerikanische Künstlerduo Lohner Carlson seine malerischen Videoszenen. Wie Fotografien mit zeitlicher Ausdehnung flimmern die Sequenzen auf den Bildschirmen an den Wänden still vor sich hin. Sie setzen dabei die Zeit außer Kraft. So kann man sich quasi endlos in Wasserspiegelungen verlieren, dem Verkehrsfluss auf der Istanbul Bridge folgen oder sich vom springenden Fisch im Märchenwaldsee bezaubern lassen.?
Galerie Springer Berlin Fasanenstraße 13, Charlottenburg, Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 12–15 Uhr, bis 13.4.

Ralf Peters

Was ist virtuelle Erscheinung, was Natur? Ralf Peters (Foto) spielt mit den Erwartungen an das Medium Fotografie. Bäume, Berge, Kitesurfer: Alles wirkt schön, künstlich und nähert sich oft der Abstraktion. Der 1960 geborene Künstler ästhetisiert extrem. Seine raffiniert hergestellten Manipulationen des Sichtbaren machen klar: Unsere Vorstellung ist längst zusammengesetzt aus hundertfach gesehenen, vielfach digital veränderten Abbildern des Realen.?
Galerie Kornfeld Fasanenstraße 26, Wilmersdorf, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 6.4.

Referenz an Duchamp
100 Jahre ist es her, da provozierte Marcel Duchamp mit seinem ersten Readymade. Anselm Dreher zollt dem Neuerer in einer Gruppenschau mit viel Zitierlust Tribut. Im ersten Raum gibt ein Fahrrad aus John M Armleders „Don’t do it!“-Installation den Ton an. Besonders hübsch: das Beuys-Multiple „Ich kenne kein Weekend“ (1972), das zu Kants „Kritik der reinen Vernunft“ eine Maggi-Würzflasche reicht.?
Galerie Anselm Dreher Pfalzburger Straße 80, Wilmersdorf, Di–Fr 14–18 Uhr, bis 26.4.

Texte: Andrea Hildenstock

Foto:  Ralf Peters

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