La Femme im Bassy Cowboy Club

La Femme

Als Sacha Got und Marlon Magnйe ihre Band La Femme gründeten, waren die beiden Schulfreunde am perfekten Ort für ihren Sound: in Biarritz, der französischen Surf-Metropole. In den Songs der beiden Hobby-Wellenreiter wimmelt es entsprechend von Versatzstücken der Surfkultur: ob schlitternde E-Gitarren, Unterwasser-Hall, abgründige Bassläufe oder süße Nymphen-Harmonien; Quentin Tarantino dürfte wohl seine Freude an den Einfällen der Jungspunde aus Südeuropa haben. Doch offenbar reichte es dem Doppel auf Dauer nicht aus, als Lokalmatadoren von Biarritz gefeiert zu werden. Also siedelten die beiden 2010 nach Paris um, wo die Band flink zum Quintett anwuchs und kollektiv in den Sound des französischen Wave-Pop der Achtziger eintauchte. Nebenbei gründeten die Neulinge ein eigenes Label und hielten Ausschau nach talentierten Sängerinnen. Die sind auf dem Debüt „Psycho Tropical Berlin“ im fliegenden Wechsel zu hören und bringen wahlweise einen Hauch Coolness а la Nico ins Spiel, teils auch den Lolita-Charme einer France Gall oder einen Spritzer Party-Hysterie а la The B52s. Stroboskopartige Rhythmen, Elektrobeats und Disco-Bässe erinnern dann eher an einen Surfritt auf Asphalt denn an sonnige Strände. Dazu passen die oft sarkastischen Texte von La Femme: „It’s Time to Wake Up (2023)“ etwa ist eine Lovestory der finsteren Sorte, erzählt aus der Perspektive der einzigen beiden Überlebenden der Apokalypse. Doch so ganz ernst klingt selbst die Endzeit nicht in den retroseligen Takten von La Femme. Offenbar hatten die Ex-Surfer zu viel Spaß im Studio.

Text: Ulrike Rechel

Foto: JF Julian

La Femme?, Bassy Cowboy Club, Fr 10.1., 21 Uhr, ?VVK: 8 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren