Genremix

„La Gomera“ im Kino

Der Polizist Cristi (Vlad Ivanov) kommt nach La Gomera, auf die westlichste der Kanarischen Inseln, um eine lokale Pfeifsprache zu lernen, die ihm helfen soll, einem Häftling in Rumänien zur Flucht zu verhelfen. Iggy Pops „The Passenger“ begleitet die ersten Momente des Films, den Titel darf man als Leitmotiv nehmen: Hier ist niemand richtig am Steuer, sondern alle sind Passagiere in einer vielschichtigen Bewegung. Die Beziehungen werden kompliziert: Cristi hat es mit einer schönen Frau, einer kühlen Chefin und diversen Verbrechern zu tun

Alamode Film

Dazu legt Porumboiu filmhistorische Spuren aus – eine sehr spannende, aber auch rätselhafte führt zu John Fords „The Searchers“. Die wichtigste Spur führt aber in Porumboius Werkgeschichte: zu „Police, Adjective“, in dem Vlad Ivanov eine wichtige Rolle spielte, und in dem es um Überwachung und Gesetze ging.

Corneliu Porumboiu entwickelt seine Idee von Kino weiter: Er erzählt mit doppeltem Boden – alles liegt offen zutage und ist doch seltsam verschlüsselt. Rumänien ist in der Intrige von „La Gomera“ ein Land zwischen dem fernen Westen und dem fernen Osten, und dabei ein Land, aus dem alles abfließt, vor allem das Geld, dem die Menschen hinterherfahren, bis nach Singapur zu einem großartige Finale. Ein neuer Höhepunkt an Komplexität und Raffinesse von einem der derzeit größten europäischen Filmemacher.

La Gomera ROM/F/D 2019, 98 Min., R: Corneliu Porumboiu, D: Vlad Ivanov, Catrinel Marlon, Rodica Lazar, Sabin Tambrea, Start: 13.2.