Italienisch

Lagalante in Schöneberg

Ach, Apulien: In Schöneberg gibt es einen neuen Lieblingsitaliener – Antonio Lagalante

Cosimo Bellanova

Vorweg ein paar Knabbereien. Kohlrabi, Radieschen, Lupinen. Die vertragen sich gut mit dem roten Hauswein, einem Gegaro Negromaro (0,5 l/9 Euro). Ein entspannter, galanter Start. Die kleine Karte mit je drei bis vier Antipasti, Primi und Secondi sei, so der durchaus charismatische Gastgeber Antonio Lagalante, traditionell und ein bisschen modern. Wir sagen: pures Understatement. Schließlich hat der Mann aus Apulien und der Kochstation in London eben beides mitbekommen: das Bodenständig-Authentische und die konsequente Zeitgenossenschaft. Die Löwenzahnblättchen auf einem wahrlich feincremigen Bohnen-Püree mit marinierten Zwiebeln, Spitzpaprika und Röstbrot (9 Euro) – das ist handwerklich gekonnt zubereitet, optisch ein Frühlingsgedicht und verwickelt den Gaumen in bitter-süß-säuerliche Spielereien.

Gleichermaßen deftig und fein auch die Primi, Orecchiette mit Stängelkohl, Blutwurst und Burrata (13 Euro). Als wäre es geplant, dudelt bei den tintenfischgefärbten Spaghetti mit Tomaten und Oktopus Rocco Granatas „Marina“ im Hintergrund. Sehr beherzt gewürzt, samtweicher Oktopus schlichtweg gelungen. Es folgt als Secondi ein Loup de mer, dessen meersalzige Note mit der erdiger Pastinake, süßer Venusmuschel und Rosmarin-kräutrigem Sud (20 Euro) nicht minder die Kategorie Soulfood bedient. Kurzum: Eine Neueröffnung aus der Kategorie Lieblings­italiener und ein Ort, an dem kulinarische Raffinesse nie mit dem Bemühen um selbige verwechselt wird. Sehr sympathisch. Und sehr gut.

Lagalante Grunewaldstr. 82, Schöneberg, Di – So ab 17.30 Uhr, www.lagalante-restaurant.de

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