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Stadtleben

Lange Nacht der Wissenschaften: Laser, Viren, Berghain

Mehr als 50 Einrichtungen laden am 6. Juni zum Besuch ein. Wir zeigen euch Highlights aus dem Programm
Text: Claudius Kesseböhmer
Veröffentlicht am: 03.06.2026
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Die Lange Nacht der Wissenschaften bietet Einblick in die modernste Forschung und lädt zum Mitmachen ein. © Nadine Zilliges

Universitäten, Forschungslabore und -zentren laden wie jedes Jahr seit 2001 wieder zur Langen Nacht der Wissenschaften ein. Dieses Jahr ist es am 6. Juni so weit. Von Dahlem bis Buch können wissenschaftlich Interessierte Einblick in aktuelle Forschungsfelder erhalten, viele Veranstaltungen sind auch kinderfreundlich oder richten sich direkt an die Nachwuchswissenschaftler:innen. Natürlich dreht sich dabei viel um das Thema KI, aber auch Klimaforschung, Nachhaltigkeit und viele Nischenthemen stehen auf dem Programm der Langen Nacht der Wissenschaften 2026.

Wir stellen euch ein paar der spannenden, skurrilen und interaktiven Veranstaltungen des Thementages vor. Natürlich sind das bei Weitem nicht alle Programmpunkte der Langen Nacht der Wissenschaften; mehr als 1.300 individuelle Events, Stände und Führungen sind für den Samstagabend geplant. Damit euch die Fülle an Angeboten nicht erschlägt, sind hier unsere Highlights.


Einmal ins Jenseits und wieder zurück – moderne Formen der Wiederbelebung

Ein Hauch von Nekromantik weht durch die Charité, aber keine Sorge, das Programm ist dann doch sehr konkret: Zwischen erster Hilfe und brandaktueller Technologie bringt dieser Workshop wichtige Maßnahmen zur Wiederbelebung bei. Die Teilnehmer:innen üben sich in den Schritten, die im Notfall ergriffen werden müssen, und lernen zudem den Stand der Technik bei Herz-Lungen-Maschinen, die Betroffene selbst nach dem Herzstillstand zurück ins Leben holen können.

Charité Lernzentrum Charitéplatz 1, Mitte, ab 17 Uhr jeweils stündlich


Escape Room „Der Abgabetermin“

Was für alle, die mal studiert haben, eher nach Horror klingt, macht die FU zum spielerischen Escape Room: Kurz vor der Abgabe eines wichtigen Forschungspapiers stellen die Spieler:innen fest, dass sie ihre Kollegin nicht erreichen können, dabei hat sie die finale Version des Dokuments an ihrem Bibliotheksarbeitsplatz abgelegt. Es liegt an euch, innerhalb von 31 Minuten an die Datei zu gelangen. Abspeichern nicht vergessen!

Freie Universität Berlin (Silberlaube L-Straße) Fabeckstr. 25, Dahlem, ab 17.20 Uhr alle 40 Minuten


KI_Werkstatt

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft ist der perfekte Ort, um das dominante Thema der letzten Jahre in den Fokus zu rücken. Der spielerische Umgang mit künstlicher Intelligenz und Informationen zum privaten und wissenschaftlichen Einsatz diverser KI-Programme decken ein weites Spektrum ab. Über das Misstrauen mancher Berliner Studierender gegen KI-Chatbots lest ihr hier mehr. Natürlich ziehen sich Veranstaltungen zu KI durch die gesamte Lange Nacht der Wissenschaften. Die Humboldt-Universität zeigt unter anderem Vorträge zum Einsatz von künstlicher Intelligenz in der psychiatrischen und meteorologischen Forschung, während es an der FU um Deepfakes geht. Die Hochschule für Technik und Forschung untersucht die Nützlichkeit von KI für Senior:innen, und die Technische Universität demonstriert die Zukunft der IT-Sicherheit.

Hochschule für Technik und Wissenschaft Berlin (Campus Wilhelminenhof) Wilhelminenhofstr. 75a, Oberschöneweide, 17–24 Uhr


Berlin-Brandenburg als Risikogebiet von Viruserkrankungen bei Menschen und Tieren

Vogelgrippe, Schweinegrippe, der mutmaßliche Anfang der Corona-Pandemie: Dass sich Krankheiten von Tieren auf Menschen übertragen, hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehr als einmal eindrücklich gezeigt. Dass dabei auch die Region Berlin-Brandenburg eine Rolle spielen kann, zeigt diese Demonstration in der „Rostlaube“ der FU. Wir haben vorab mit dem Tierpathologen Lars Mundhenk über die neuartigen Viren in Berlin geredet – wo uns Infektionen drohen, erfahrt ihr hier.

Freie Universität Berlin (Rostlaube) Habelschwerdter Allee 45, Dahlem, 17–23 Uhr


Bauen mit Pilzen – geht das?

Ein wichtiges Thema der Langen Nacht der Wissenschaften ist Nachhaltigkeit. Trinkwasser, Infrastruktur, Technologie: wie können diese Pfeiler unserer Gesellschaft zukunftsfähig gemacht werden, gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels? Auch der Hausbau muss neu gedacht werden, daran forscht auch die Technische Universität Berlin. Ein möglicher Baustoff der Zukunft: Baumpilze! Ein Kinderlabor zum Selberbauen und -anfassen bringt das Material auch einem jüngeren Publikum näher.

Haus der Biotechnologie Amrumer Str. 31, Wedding, 17–21 Uhr


SCHLEIM

Der Titel sagt eigentlich alles, oder? Denn so ziemlich alle wichtigen Körperfunktionen kommen nicht ohne Schleim aus und diese Führung durch die Ausstellung im Berliner Medizinhistorischen Museum zeigt die Allrounder-Natur des Mucus, in der Verdauung, beim Atmen und beim Sex. Das Thema scheint ein Dauerbrenner zu sein: Neben der Führung durch die Ausstellung der Charité beantwortet ein Laborrundgang an der Humboldt-Universität die Fragen „Was macht Schleim schleimig und wie misst man das?“, während an der Freien Universität das kinderfreundliche Mitmachexperiment „Schleimig und Bunt!“ stattfindet.

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité Charitéplatz 1, Mitte, Führungen um 17.30/18.30/21.30/22.30 Uhr


Einen Laserstrahl verbiegen

Klingt nach „Star Wars“, wird hier aber zur unterhaltsamen Realität: einen Laserstrahl mithilfe von Wasser verbiegen. Wie das mit modernen Leitungen und Internettechnologien zusammenhängt, zeigt dieses Experiment am Institut für Physik der HU. Wem das nicht genug Laser ist, der kann an der OSZ Lise Meitner – School of Science mit dem Lasercutter hantieren oder am Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik erfahren, wie Laser bei Augen-OPs zum Einsatz kommen.

Institut für Physik der Humboldt Universität (Lise-Meitner Haus) Newtonstr. 15, Adlershof, Vorführungen um 17/18.30/20.30 Uhr


Warum passen wir uns sprachlich an?

Das Phänomen Codeswitching dürfte so ziemlich jedem vertraut sein, auch wenn das Wort nicht unbedingt geläufig ist: Man passt sich sprachlich der jeweiligen Situation an, wechselt vom lockeren Plausch mit den Freunden in ein eher förmliches Register, wenn der Chef reinkommt. Wie genau läuft dieser Anpassungsprozess ab? Was kommt beim Gegenüber an? Diese Fragen beantwortet ein Infostand der Humboldt-Universität.

Humboldt-Universität zu Berlin Unter den Linden 6, Mitte, 17–22 Uhr


Vortrag: „Cracking the code of how to get into Berlin’s techno clubs“

Wegen des Outfits nicht in den Club kommen? Eine Erfahrung, die längst zum Berliner Klischee geworden ist. Dass die Entscheidungen der Türsteher:innen ohne klares Muster verlaufen, wollten Forschende der FU nicht auf sich sitzen lassen und haben den Einlass wissenschaftlich untersucht. Filmmaterial, Interview mit Clubgänger:innen und Langzeitbeobachtungen zeigen eine soziologisch komplexe Situation zwischen Anpassung und Hervorstechen. Der Vortrag in der Rostlaube geht dem Mysterium Einlass auf den Grund. Und solltet ihr trotzdem Probleme haben: Hier findet ihr unsere Tipps, wie ihr ins Berghain kommt.

Freie Universität Berlin (Rostlaube) Habelschwerdter Allee 45, Dahlem, 20–21 Uhr


Vom Bakterium zum Arzneimittel

Wie genau funktioniert Pharmazie eigentlich? Wo kommen Antibiotika & Co. her? Wie aus einem Bakterium oder einem Pilz schließlich ein hochmoderner Wirkstoff entsteht und welche Hightech-Geräte dabei zum Einsatz kommen, erfahrt ihr bei dieser Führung durch die pharmazeutisch-biologischen Labore der FU. Ansteckungsgefahr besteht hier nur in Sachen Interesse.

Freie Universität Berlin (Pharmazie, Fachbereich BCP) Königin-Luise-Str. 2-4, Dahlem, 17–22 Uhr jeweils alle 30 Minuten


Lange Nacht der Wissenschaften Sa 6.6., 17–24 Uhr, verschiedene Orte, Infos und das komplette Programm online


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Jede Menge los in Berlin: Die Stadtleben-Vorschau für den Juni. Ein neues Museumsquartier entsteht im Herzen der Stadt. Wir trafen die beteiligten Häuser-Leitungen zum Gespräch über die MuseumsMeileMitte. Entdeckt die Stadt: In dieser Rubrik findet ihr Ausflüge, in Berlin und darüber hinaus. Blick zurück: Schaut in unserer Rubrik für Geschichte vorbei. Immer auf dem Laufenden bleiben: Zur tipBerlin-Newsletter-Anmeldung geht’s hier.

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