Hip-Hop

Leila Akinyi im Yaam

Leila Akinyi ist die selbstbewusste neue Stimme im deutschen Rap

Leila Akinyi
Promo

Wenn Leila Akinyi von ihren frühen Versuchen als Rapperin erzählt, nimmt die Geschichte zunächst kein Happy End. Zwar fand die Tochter kenianischer Eltern als Teenie Anschluss in ihrer  Kölner Gegend; doch fühlte sie sich in der männlichen Runde nie gänzlich aufgenommen. In den Reihen eines Gospelchors behagte es ihr schon mehr: eine Lehrzeit, die hörbaren Einfluss auf ihren musikalischen Stil nehmen sollte. Akinyis Stimme ist angenehm dunkel und kann zu edler Größe aufblühen. Selbst wenn die 25-Jährige rappt, liegt etwas Melodisches in ihrer Kehle.
„Wer hat Angst vor der schwarzen Frau?“ fragt sie trotzig-provokant im Titelstück ihrer kürzlich veröffentlichten Debüt-EP „Afro Spartana“ und stellt gängige Stereotypen auf den Kopf – etwa, schwarze Menschen könnten gut tanzen oder bekämen keinen Sonnenbrand. „Ich bin schwarz!“, rappt Akinyi dann so herausfordernd, dass es zum politischen Statement wird. In der englischsprachigen Ankündigung des Yaam, wo die Newcomerin nun gastiert, heißt es über „Afro Spartana“ sympathisch holprig: „It is what we call a ‚Ansage‘ in German.“
Nicht alle Songs der EP kommen gleichermaßen auf den Punkt, teils schwingt arg viel Sendungsbewusstsein mit. Die starken Momente aber sind genau das. Dann knistert die Energie, mit der Akinyi ihre Sicht auf die Welt darlegt. Die Kölner Hip-Hop-Szene ist damit um einen Charakterkopf reicher.

Leila Akinyi im Yaam An der Schillingbrücke, Friedrichshain, Fr 9.9., 23.59 Uhr, VVK: 11,50 € zzgl. Gebühren

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