Japanisch

Life Berlin in Neukölln

Gut frittiert reicht nicht: das Life Berlin am Maybachufer

Life Berlin

Tonkatsu, so heißt Wien auf Japanisch. Zumindest, wenn es ums Schnitzel geht. Und im Life Berlin am Maybach­ufer geht es eben ums Schnitzel. Allgemeiner gefasst: um die auch japanische Tradition von (in Tempura-Teig) frittiertem Fisch und Fleisch. Im mit ein paar liebevollen Details letztlich doch lieblos aufgehübschten ehemaligen Nansen gelingt zumindest das wirklich gut: die Panade ist so kross wie mürbe und das Fleisch darunter von zarter, wenn auch nur zart aromatischer Qualität. Und die Soße? Nicht hübsch, aber geschmacksintensiv hausgemacht. Die wässrigen Udon­nudeln aber wären in einer würzigen Hühnersuppe noch akzeptabel, zum Schnitzel mit Weißkrautsalat (9,50 Euro auf der Lunchkarte) passen sie nicht. Wie in diesem Lokal mit dem seltsam austauschbaren Namen überhaupt manches (noch) nicht wirklich passt: eine Bar für die Nacht und den Rausch will man sein, doch schon beim Bier beschränkt man sich auf öde Industriemarken.
Kurz: Zwischen der konzeptionellen High Cuisine eines Shiori oder Zenkichi und der herzhaften Hausmannskost, wie sie etwa im Charlottenburger ­Momiji angeboten wird, kann man in dieser Stadt aktuell an anderen Orten interessanter japanisch essen.

Life Berlin Maybachufer 39, Neukölln, Di–Fr 12–3 Uhr, Sa+So 12–0 Uhr, www.facebook.com/lifeberlinlife/

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