Dokumentarfilm

„Life on the Border“ im Kino

Angesichts der Vielzahl von Missständen und Konflikten, die auf der Welt grassieren, gerät leicht in Vergessenheit, wie lange in Syrien nun schon ein Bürgerkrieg tobt, der hunderttausende Menschen heimatlos gemacht hat.

Foto: Eksystent Distribution Filmverleih

Einen Aspekt dieses Konflikts zeigt das vom iranischen Regisseur Bahman Ghobadi („Zeit der trunkenen Pferde“, „Schildkröten können fliegen“) initiierte Filmprojekt „Life on the Border“ auf, das in Flüchtlingslagern an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei entstand.

Hier leben tausende kurdische Familien, die zwischen den Staaten leben, weder von Syrien noch der Türkei gewollt sind und auf eine eigene Nation hoffen. Mit einigen Kindern, allesamt zwischen 12 und 14 Jahren alt, haben Ghobadi und seine Helfer nun Filme gedreht, lassen sie über ihren Alltag, ihre Flucht, aber auch ihre Hoffnungen erzählen.

In ästhetischer, filmischer Hinsicht sind die sieben so entstandenen Kurzfilme verständlicherweise wenig bemerkenswert. Ähnliche Motive und Bilder wiederholen sich, atemlos erzählte Berichte von Vertreibung und Flucht reihen sich aneinander, immer wieder sieht man apathisch dahinvegetierende Großeltern, die vielleicht schon zu viel erlebt haben, um dieses neue Drama noch wirklich zu registrieren.

Doch gerade das Repetitive, das Monotone der sieben Filme macht die Qualität von „Life on the Border“ aus, deutet sich dadurch doch die schiere Ausweglosigkeit eines Lebens zwischen den Fronten an, eines Lebens abseits der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit, ohne wirkliche Hoffnung auf Besserung. Hier wird einem Krisenherd ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit geschenkt, durch die sieben persönlichen Berichte von sieben Kindern erscheinen hinter der anonymen Phrase „Syrien-Konflikt“ individuelle Gesichter und Geschichten.

Life on the Border IRAK 2016, 69 Min., R: Mahmod Ahmad, FonahiEzaddin, Sami Hossein, Delovan Kekha u.a., Start: 9.11.

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