Tipps

Bildung in Berlin: Vorträge, Lesungen, Führungen

Ihr wollt euer Hirn mit vielen spannenden Informationen marinieren, sehnt euch nach Bildung in Berlin? Sehr schön, denn die Hauptstadt hat diesbezüglich einiges zu bieten. Es gibt viele Institute, Universitäten und Bibliotheken, die regelmäßig Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Seminare veranstalten. Wir haben besonders interessante Veranstaltungen aus dem Berliner Bildungsbereich für euch rausgesucht.


Wilde Pflanzen zum Essen, Heilen und Räuchern

Kann man das Grünzeug essen? Ihr lernt es beim Pflanzenkunde-Seminar. Foto: Imago/Photopress Müller

Zwar ist für viele klar, dass einige Pflanzen zum Kurieren bestimmter Leiden existieren, aber welche das sind, wissen die meisten nicht. Ebenso wenig, welche genau essbar sind. Nicht schlimm, die Zukunft brachte Apotheken und Supermärkte. Trotzdem kann es nicht schaden, sich ein wenig in Pflanzenkunde auszukennen. Bei einem Date kommt der Spruch „Hey, das sind Brennnessel, lass uns einen Tee daraus kochen“ immer gut. Hat sowas Natürliches. Im Museumdorf Düppel bekommt ihr demnächst einen kleinen Crashkurs in Pflanzenkunde.

  • Museumsdorf Düppel Clauertstraße 11, Zehlendorf, 9.7, 11-17 Uhr, 53 €, weitere Infos hier

Happy Birthday: 75 Jahre „Dialektik der Aufklärung“

Altes Bild von Theodor W. Adorno. Foto: Imago/Leemage

Um ehrlich zu sein: Die Dialektik der Aufklärung ist ein Brocken, ein mächtiger Brocken. Theodor W. Adorno und Max Horkheimer ließen (und lassen) mit ihrem Werk Köpfe glühen: Die dichte Sammlung philosophischer Essays ist eines der zentralen Werke der sogenannten Kritischen Theorie. Ein Ausgangspunkt dieses Denkens ist die Frage, wieso gerade eine aufgeklärte, also scheinbar vernünftige Gesellschaft so empfänglich ist für faschistische Herrschaft. Ein wichtiges Werk – und es wird demnächst 75 Jahre alt. Damit Neueinsteiger:innen einen Zugang bekommen, gibt es eine kleine Geburtstagsfeier im About Blank. Referentin ist Eva-Maria Ziege, Professorin für Politische Soziologie an der Universität Bayreuth.

  • about blank Markgrafendamm 24c, Friedrichshain, 21.7, 20-22 Uhr, 2 €, weitere Infos hier

Stadtrundgang: Solidarisches Berlin in Geschichte und Gegenwart

Der Stadtrundgang beginnt am Roten Rathaus. Foto: Imago/Shotshop

In Krisenzeiten ist solidarisches Handeln unerlässlich. Nach wie vor sind Menschen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, etwa weil sie vor einem Krieg oder Klimaveränderungen fliehen müssen. Sie sind auf Hilfe angewiesen. Solidarität in Notsituationen hat in Berlin Geschichte. In der NS-Zeit brachten etwa ein paar Menschen vielfältige Rettungsaktionen für verfolgte Juden und Jüdinnen auf den Weg, beispielsweise der damalige Direktor des Kaufhauses N. Isreal Wilfrid Israel. Wer sich in der Geschichte Berlin noch für andere einsetzte, erfahrt bei einem Stadtrundgang.

  • Stadtrundgang Vor dem Haupteingang des Roten Rathauses, Rathausstraße 5, Mitte, 17.7, 15-17 Uhr, kostenfrei, Anmeldung hier

Die EU und Afrika: Nachbarschaft ohne Priorität

Wie es um die Beziehung zwischen EU und AU bestellt? Foto: Imago/Le Pictrium

2019 trat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Reise zum Sitz der Afrikanischen Union (AU) an. Es ging um die Beziehung zum Nachbarschaftskontinent Afrika, die Frage, wie sie zu intensivieren sei. Mittlerweile, eine Pandemie und ein Angriffskrieg später, rückte das Thema wieder in den Hintergrund, zumindest ist es nicht allzu präsent. Was von den Plänen geblieben ist und wie die Beziehung zwischen EU und AU derzeit aussieht, erfahrt ihr in einer Online-Veranstaltung, unter anderem mit Politikberater Abdou-Rahime Diallo.

  • Online Veranstaltung 25.6, 16-17.30 Uhr, Anmeldung hier

Wahres ist Rares – Gut gefühlt ist halb gewusst

Der Alltag macht viele von uns kaputt. Der Job? Zu stressig! Die Familie? Zu anhänglich! Die Freizeit? Zu wenig! Und kommen wir doch zur Ruhe, lümmeln wir auf der Couch und werden von unzähligen Serien- und Filmangeboten der Streamingdienste erschlagen. Tod durch Auswahlparadox. Luisa, Protagonistin des Stücks „Wahres ist Rares“, will all das hinter sich lassen, sich von Flucht auf Kampf polen. Wie sie anfängt, was die Wissenschaft, gerade die Verhaltenspsychologie, dazu sagt, erfahrt ihr im Distel Kabarett-Theater.

  • Distel Kabarett-Theater Friedrichstraße 101, Kreuzberg, bis 23.7, Vorführtage und -zeiten variieren, weitere Infos und Karten hier

Wir sind nicht allein

Im Zeiss Planetarium könnt ihr euch über außerirdisches Leben informieren. Foto: Imago Images/Sabine Gudath

Unzählig viele Sterne, allein im beobachteten Universum, aber von Leben keine Spur. Dabei könnte es durchaus bewohnbare Planeten, also solche mit Wasser und einem Magnetfeld, das ausreichend vor kosmischer Strahlung schützt, in unserer Milchstraße geben, Forschende schätzen rund 40 Milliarden. Der Astronom Frank Drake stellte entsprechend in den 1960er-Jahren eine Formel auf, mit der wir angeblich berechnen können, wie viele technisch fortgeschrittene Zivilisationen es in der Milchstraße geben könnte. Positiv: Die Formel zeigt, dass selbst eine winzige Wahrscheinlichkeit von intelligenten Leben auf einem bestimmten Planeten kein Hindernis für intelligentes Leben im All ist. Negativ: Die Formel rechnet mit Fantasiewerten, ist ergo unbrauchbar. Doch natürlich beschäftigt das Thema auch heute noch viele Forschende. Wie sie arbeiten, was sich seit Drake getan hat, erfahrt ihr unter anderem im Zeiss Planetarium. Es ist nur eine von vielen Veranstaltungen für den Jahresschwerpunkt „wirsindnichtallein“.

  • Wir sind nicht allein mehrere Standorte, regelmäßige Termine, Tickets und weitere Infos hier

Elektropolis-Tour

Gründerzentren gab es auch lange bevor Leute in schwarzen Kapuzenpullovern und mit ausreichend familiären Startkapital ihre Tempel für großspurige App-Visionen und bescheidene Arbeitsbedingungen errichteten. An der Spree entstand etwa Ende des 19. Jahrhunderts der Kern für die Berliner Stromversorgung, ein Elektrizitätswerk, welches die Aktien-Gesellschaft-Berliner-Elektricitätswerke betrieb. Heute findet sich unter anderem der Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft in einem der alten Fabrikgebäude. Bei der Elektropolis-Tour erfahrt ihr, wie die Gegend um die Spree auch nach großen Umbrüchen ein Innovationsmotor bleiben konnte.

  • Elektropolis-Tour Reinbeckstraße 9, Schöneweide, regelmäßig freitags und sonntags ab 12 Uhr, weitere Infos und Karten hier

Mehr Veranstaltungen

Mehr Veranstaltungen gefällig? Kultur-Tipps für dieses Wochenende von Kunst bis Konzert. Wenn ihr wissen wollt, was Berlin bewegt, findet ihr hier all unsere Stadtleben-Texte. Immer auf dem Laufenden bleiben: Abonniert unseren wöchentlichen tipBerlin-Newsletter.

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