Kennenlernen

Liebe in Zeiten von Corona: Mit diesen 12 Dating-Apps findet ihr neue Kontakte

Das Kennenlernen hat sich durch das Internet und mehr noch das Smartphone grundlegend verändert. Die klassischen ersten Begegnungen sind seltener geworden, gerade in Zeiten von Corona sind ohnehin fast alle Optionen weggebrochen, wen Neues zufällig zu treffen. Party bei Freunden, Flirt in der Bar? Lieber nicht. Entsprechend werden Dating-Apps noch wichtiger. Denn selbst, wenn wir soziale Kontakte im echten Leben meiden sollten, haben einige eben doch Lust auf ein paar Flirts. Und dafür sind Apps wie Tinder und Co. ideal – zumal es für unterschiedliche Interessenlagen unterschiedliche Programme gibt.

Dating-Apps bringen Menschen zusammen – Abendstimmung auf der Brücke über die Spree.
Es gibt viele Paare, die sich in Dating-Apps gefunden haben – warum nicht schon mal alles in die Wege leiten, trotz Corona.. Foto: Imago Images/Future Image

Und überhaupt: Dass das erste Date vielleicht noch ein bisschen länger auf sich warten lässt, gibt uns mehr Zeit, uns im Vorfeld auszutauschen. Dank Grindr zur modernen Brieffreundschaft in Bild und Text statt direkt in die Kiste? Warum eigentlich nicht. Und wenn wir irgendwann wieder dürfen, wie wir wollen, haben wir schon vorgesorgt, statt bei Null anzufangen. Und abgesehen davon: Ein Distanz-Spaziergang mit der neuen Flamme aus dem Internet ist uns ja sogar erlaubt. In diesem Sinne: Viel Spaß.


Tinder

Die berühmt-berüchtigte Dating-App Tinder hat sich vor allem durch ihr Swipe-System einen Namen gemacht. Hier wird der komplizierte Vorgang des Kennenlernens durch eine schnelle Bewegung des Daumens ersetzt: Gefällt mir eine Person, dann wische ich nach rechts. Gefällt sie mir nicht, wische ich nach links. Wenn nun beide Nutzer*innen nach rechts wischen, entsteht ein Match und sie können sich im Chat weiter kennenlernen. 

  • Vorteile: Einfache und schnelle Bedienung. Viele registrierte Nutzer*innen weltweit. Hohe Trefferquote.
  • Nachteile: Durch die Swipe Funktion werden potentielle Partner*innen nach dem Hot-Or-Not-Prinzip ausgewählt, so gestaltet sich das Kennenlernen schon vom ersten Schritt an sehr oberflächlich. 
  • Kosten: Die Grundfunktionen sind kostenlos. Zusatzfunktionen gibt es ab 10 € im Monat.

Pickable 

Bei Pickable können sich Frauen ganz anonym anmelden. Nur die Männer müssen bei der Registrierung ihren Daten und auch ein Foto angeben. Kontaktanfragen können nur von Frauen gemacht werden, während die Männer einfach abwarten müssen. Erst wenn die Frau einen Mann gefunden hat, dem sie ein „Like“ senden möchte, muss sie auch ein Bild von sich mitschicken. Die Entwicklerin Clémentin Lalande möchte so das Online-Dating revolutionieren und den Frauen die Angst vor Belästigung und Sexismus nehmen.

  • Vorteile: Mehr Schutz vor Belästigungen. Mehr Anonymität (Frauen treffen nicht auf den Arbeitgeber, Kollegen oder Ex-Freund.) Mehr Selbstbestimmung für die Frauen.
  • Nachtteile: Diskriminierend für Männer, nur die Frauen profitieren von den Vorteilen.
  • Kosten: Für die Frauen bleibt die App kostenlos. Männer können nur eingeschränkt das kostenlose Angebot nutzen. Zusatzleistungen gibt es ab 10 € im Monat.

Bumble

Auch bei Bumble machen die Frauen den ersten Schritt. Female Empowerment soll hier großgeschrieben werden. Funktionieren tut die App jedoch erstmal ähnlich wie Tinder. Alle Nutzer*innen müssen sich ein Profil mit Foto, Namen und persönlichen Vorlieben anlegen, um dann mit dem swipen loslegen zu können. Hat sich ein Match gefunden kann hier jedoch, im Gegensatz zu Tinder, nur die Frau mit einem Gespräch im Chat beginnen.

  • Vorteile: Frauen können selbst die Initiative ergreifen und die Männer anschreiben. Die Bedienung ist schnell und simpel. Auch Instagram und Spotify können mit dem Profil verbunden werden, damit potenzielle Matches mehr Einblick gewinnen können.
  • Nachteile: Nutzer*innen sind wieder viel auf die optischen Merkmale einer Person fokussiert. Männer können keine Chatanfragen stellen.
  • Kosten: Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 8 € im Monat.
Oft ist es ein langer Weg vom ersten Match bis zum ersten Date. Foto: Imago Images/Marius Schwarz

Once

Die Once Dating App verabschiedet sich von dem Swipe-System und entschleunigt die Suche nach der wahren Liebe. Hier wird den Nutzer*innen mit Hilfe eines Algorithmus nur eine Person pro Tag vorgeschlagen, die sich anhand von einem kleinen Steckbrief vorstellen kann. 24 Stunden hat man dann Zeit, um den Match zu liken und sich im Chat näher kennenlernen zu können. Gibt es kein Like, folgt der nächste Vorschlag erst nach Ablauf der 24 Stunden.

  • Vorteile: Es geht weniger um Oberflächlichkeiten und viele der Nutzer*innen sind auf der Suche nach einer festen Beziehung. Dating wird entschleunigt.
  • Nachteile: 24 Stunden Frist: wer zu langsam ist, verpasst vielleicht den Traumpartner/die Traumpartnerin.
  • Kosten: Die App ist kostenlos.

Lovoo

Lovoo gehört mit zu den beliebtesten Dating Apps und zählt über 70 Millionen Nutzer*innnen, davon sind 41 Prozent zwischen 18 und 24 Jahre alt. Bei Lovoo kann man nicht nur über Match-Vorschläge auf fremde Profile stoßen, sondern auch über eine Suchfunktion und ein Radar können Leute aus der Umgebung ausfindig gemacht werden.

  • Vorteile: Sehr viele Nutzer*innen und eine hohe Trefferquote. Man muss nicht auf Vorschläge warten, sondern kann sich selbst auf die Suche machen. Personen können auch ohne Match angeschrieben werden.
  • Nachteile: Viele Fake-Profile. Sehr oberflächlich.
  • Kosten: Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 3 €

Badoo

Auch bei Badoo kann man ganz ohne Match mit anderen Personen in Kontakt treten. Die Singles können sich liken, favorisieren oder einfach nur die Profile anschauen. Nicht nur Fotos können hochgeladen werden, sondern auch Videos und Instagram-Bilder. Das besondere an Badoo, es zeigt den Nutzer*innen an, wie oft sie sich schon über den Weg gelaufen sind. So zeigen sich ganz schnell gemeinsame Hobbys und Interessen der Nutzer*innen.

  • Vorteile: Man kann viele Daten der anderen Nutzer*innen sehen und weiß schnell, ob man gemeinsame Interessen teilt. Personen können auch ohne Match angeschrieben werden.
  • Nachteile: Viel Kritik von außen für ein niveauloses Klientel.
  • Kosten: Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 8,50 € im Monat.
Ein weiterer Vorteil der Dating-Apps: Die besten Freund*innen können direkt mit bewerten und Ratschläge geben. Foto: Imago Images/Hollandse Hoogte

Grindr

Mit weltweit mehr als 27 Millionen Nutzer*innen gehört Grindr mit zu den beliebtesten Dating Apps für schwule, bi- und transsexuelle Männer. Um andere User zu entdecken, kann man sich verschiedene Profile auf einer Karte in seinem Umfeld anschauen. Um die Auswahl etwas einzugrenzen, können durch Suchfilter gemeinsame Vorlieben und Interessen ausgewählt werden. Gefällt dir jemand, schickst du dem User einfach eine Flamme oder startest direkt ein Gespräch.

  • Vorteile: Große Altersspanne, die meisten User sind zwischen 18 und 40 Jahre alt.
  • Nachteil: Es geht mehr um das schnelle Vergnügen, als um ein richtiges Kennenlernen. Wenn man das für einen Nachteil hält.
  • Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 16€ im Monat.

PlanetRomeo

Mit 1,4 Millionen Nutzer*innen aus Deutschland ist PlanetRomeo hierzulande die beliebteste Dating-App für schwule, bi- und transsexuelle Männer. Hier kannst du deine Vorlieben und Interessen über dein eignes Profil mit anderen teilen. Ähnlich wie in sozialen Netzwerken kannst du hier auch Personen als Kontakte hinzufügen und Nachrichten schreiben.

  • Vorteile: Die App kann im Blind-Modus genutzt werden. Sitzen die User also im Café oder am Arbeitsplatz, können sie mit dem Blind-Modus eine graphisch neutralere Version aufrufen, die ihre Privatsphäre schützt.
  • Nachteile: Viele Fakeprofile und aufdringliche Nutzer.
  • Kosten: Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 5 € im Monat.

Zoe

Zoe ist eine Dating-App für lesbische, bisexuelle und queere Frauen. Sie hält wie Tinder weiter an dem altbewährtem Swipe-System fest. Hier wischen sich die Nutzer*innen wieder von links nach rechts bis zum Match. Die Partnervorschläge sind hier jedoch nicht zufällig, sondern beziehen sich auf die prozentualen Übereinstimmungen von einem Persönlichkeitstest, den man bei der Registrierung beantworten muss.

  • Vorteile: Weniger oberflächlich, es gibt viele Informationen zu den Nutzer*innen.
  • Nachteile: Auch hier findet man sehr viele Fakeprofile.
  • Kosten: Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 7,5 € im Monat.

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Wapa

Wapa ist eine der beliebtesten Dating-Apps für lesbische, bisexuelle und queere Frauen. Die App bietet eine zielgerichtete Partnersuche durch viele Filterfunktionen und einen unbegrenzte Chat-Zugriff. Für die Registrierung bei Wapa braucht man nicht mal die eigene E-Mail Adresse anzugeben. Man lädt sich einfach die App runter und kann loslegen.

  • Vorteile: Besondere Funktionen wie Videonachrichten und Standortwechsel.
  • Nachteile: Viele der Features laufen nur über die kostenpflichtige Premium Version.
  • Kosten: Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 4 € im Monat.
Auch im Alter spielt die Partnersuche noch eine wichtige Rolle. Foto: Imago Images/Steinach

neu.de

Die Dating-App von neu.de bedient ein wesentlich höheres Durchschnittsalter als ihre Konkurrenz. Hier sind die meisten Nutzer*innen Anfang 50 oder älter. Wer bei neu.de ein eigenes Profil anlegen möchte, der muss schon zu Beginn viele Informationen abgeben, die später für die Auswahl von Partnervorschlägen genutzt werden. Zudem können Singles auch über eine Suchfunktion selbst nach Profilen Ausschau halten oder sie warten einfach bis sie angeschrieben werden.

  • Vorteile: Weniger oberflächlich, es gibt viele Informationen zu den Nutzer*innen.
  • Nachteile: Keine besonderen Features.
  • Kosten: Die App ist kostenlos. Zusatzleistungen gibt es ab 20 € im Monat.

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