Kennenlernen

Erstes Date? Unsere liebsten Aktivitäten zum Liebes-Auftakt

Das erste Date ist ja ohnehin eine Herausforderung. In Berlin, der Stadt der Singles, treffen sich immer gerade irgendwo zwei Menschen zum ersten Mal. Oft steht davor die Frage: Was machen mit einer Person, die man nicht kennt? Wir vom tipBerlin haben überlegt, was wir in Berlin beim ersten Date gut finden würden – auch, wenn einige schon in trockenen Tüchern sind. Die anderen werden dann mal alle Vorschläge ausprobieren. Irgendwann wird aus einem ersten Date ja bestimmt die letzte Liebe.


Kultiviert tun im Piano Salon Christophori

Kunst an den Wänden, überschaubares Publikum und schöne Musik: Für ein Date eignet sich der Piano Salon Christophori ziemlich gut. Foto: Imago/Massimo Rodari

Bei ersten Dates kann man sich gern noch kultiviert geben, bevor sich irgendwann mit der wahren Liebe die romantischen Routinen aus Netflix und Stammkneipe einstellen. Im notorisch experimentell aufgestellten Berlin kann man aber mit einem Theaterstück, einer Tanzperformance oder einer Oper der Freien Szene treffsicher den Geschmack der Begleitung verfehlen. Zum Glück gibt es mit dem Piano Salon Christophori einen wirklich malerischen Ort, der diese Risiken umgeht: eine Mischung aus Instrumentenwerkstatt und übergroßem Wohnzimmer, bei dem man unweigerlich ins Träumen gerät.

Die klassischen Kammerkonzerte hier haben nichts von der gezwungenen Atmosphäre eines Abends in der Philharmonie, kommen üblicherweise mit Getränken aufs Haus daher – und liefern gleich noch das Gefühl, zu einem Zirkel der Eingeweihten zu gehören. Wenn man nach drei Gläsern Rotwein ergriffen vor die Tür tritt, kann man bei einem Spaziergang an der Panke überlegen, in welcher schönen Bar in Wedding die Nacht weitergehen sollChristopher Wasmuth

  • Piano Salon Christophori Uferstraße 8–11, Gesundbrunnen, Konzerttermine und Reservierung hier

Vom Plänterwald zur Insel der Jugend

Die Insel der Jugend ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Natürlich ist’s mit Sonne am schönsten. Foto: Imago/Jürgen Held

Ob zusammen in dieselbe Richtung blicken gut tut, lässt sich schon beim ersten Date austesten. Treffpunkt für ein paar gemeinsame Stunden könnte der S-Bahnhof Plänterwald sein. Von dort läuft man in rund zehn Minuten zum gleichnamigen Wald, einem schönen Forst direkt an der Spree, in dem es sich entspannt spazieren lässt. Unter der Ruhe der Bäume kann man dann erste Gespräche führen. Irgendwie wirkt die Ursprünglichkeit der Natur rundherum schüchternen Beschönigungen entgegen. Man kann tief durchatmen und einfach drauflos erzählen und wenn Augenkontakt (noch) unangenehm ist, beim Gehen auf die eigenen Füße oder in die Ferne schauen.

Wer im Laufe des Spaziergangs feststellt, dass ein kühles Getränk der Situation zuträglich wäre, gelangt schon nach 15 Minuten über die Abteibrücke auf die Insel der Jugend. Ein Ort, der von romantisch über entspannt bis hin zu aufregend alles sein kann, was man gerade braucht – und sich irgendwie immer besonders anfühlt. Regelmäßig finden hier, drinnen oder unter freiem Himmel, Konzerte, Kinoabende oder Poetry Slams statt. Bei schönem Wetter bietet die Insel der Jugend grüne Wiesen zum Sitzen, Bier und Flammkuchen. Wenn es kühler ist, warten Heißgetränke und ein Lagerfeuer. Rosanna Steppat

  • Plänterwald-Spaziergang & Insel der Jugend Treffpunkt: S-Bahnhof Plänterwald, Öffnungszeiten und Angebot der Insel Berlin je nach Saison, weitere Infos hier

Ziegen streicheln und die Panke erkunden

Ziegen streicheln und dann die Panke entlang – immer ein guter Tipp. Foto: Imago/Mangold

Kein Bock auf ein übliches Date am idyllischen Landwehrkanal? Dann auf in die die weniger angesagten Gebiete Berlins, zum Beispiel in den Bürgerpark Pankow. In dem schönen und beschaulichen Park gibt es ein Gehege mit zutraulichen Ziegen. Wenn die Streicheleinheiten vorbei sind, kann man in aller Ruhe an der Panke entlang in den Wedding spazieren, um sich Falafel oder Kaffee zu besorgen. Marcel Vesper


Das sparsame Date: Kostenlos das Futurium besuchen

Foto: Imago/Rolf Zöllner

Wer gerne nicht schon beim ersten Treffen tief (oder überhaupt) in den Geldbeutel greifen möchte, kann mit seinem Date eines der kostenlosen Museen in Berlin besuchen. Das Gute am Museeumsbesuch ist, dass man immer über die Ausstellungsstücke reden kann, sollte der Gesprächsstoff ausgehen. Das Futurium empfiehlt sich besonders, weil ihr euch gleich zu allen großen Fragen rund um Natur, Mensch und Technik austauschen könnt, um die andere Person unauffällig auf den Prüfstand zu stellen.

Wenn die Antworten nicht passen, kann der Museumsbesuch schnell beenden werden, ohne Geld verschwendet zu haben. Läuft es gut, könnt ihr in eines der Cafés in der Nähe weiterziehen. Wer nicht ins Futurium möchte, kann auch das jüdische Museum oder eine Großzahl der außergewöhnlichen Museen in Berlin kostenfrei besuchen. Emilia Lafleur

  • Futurium Alexanderufer 2, Tiergarten, Mo 10-18 Uhr, Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr, Eintritt kostenfrei, 030/ 40 81 89 70, Website

Schauen, spielen, sich verlieben

Die Spielbank Berlin am Potsdamer Platz – beim ersten Date geht es ja auch um Glück, irgendwie. Foto: Imago/Rolf Kremming

Wir müssen gestehen: einen gemeinsamen Blick in die Berliner Unterwelt zu werfen, lässt das Eis schneller brechen als die Nase des verschuldeten Backpackers vor dem Eingang. Allein der Eintritt in die allseits verpönte „Spielhölle“ wird mit zwei Getränkegutscheinen pro Person belohnt. Dadurch spart man sich direkt die lästige (und vor allem vorgestrige) Frage nach der gemeinsamen Rechnung.

Dann sorgen die anwesneden Spielbankgänger:innen in ihrem natürlichemn Habitat für Gesprächsstoff. Egal ob Oligarchen osteuropäischer Zwergstaaten, die Kaulsdorfer Omi, die beim Black Jack alle nackig macht, oder der prominente TV-Koch mit zwei leicht bekleideten Damen im Arm (wahre Geschichte!) – hier versammelt sich alles was (noch) Rang und Namen hat.

Wenn man danach wirklich noch selber Geld in die Automaten stecken möchte, erspielt man sich entweder das Kapital für den restlichen Abend oder man schenkt sich gegenseitig Trost – im besten Fall an der noch unbekannten Schulter des Datepartners. Die an diesem Abend gewonnenen Anekdoten sind wertvoller als jeder Poker Pot. Folgerichtig wird als Date-Ausklang in Las Vegas geheiratet. Da darf man sich Britney Spears getrost zum Vorbild nehmen. Lisa Levkic

  • Spielbank Marlene-Dietrich-Platz 1, Tiergarten, täglich 11-3 Uhr, mehr Infos

Ab in den Osten – von Kultur bis Dorfromantik

Der Dorfkern von Alt-Marzahn ist ideal für eine schnelle, entspannte Runde. Foto: Imago/Ulli Winkler

Überrascht euer Date (und höchstwahrscheinlich auch euch selbst) mit einem Ausflug nach Marzahn! Der ultimative Test, ob euer Schwarm sich aus seiner Komfort-Zone (Mitte/Kreuzberg/Neukölln/F-Hain) traut und wie aktiv er/sie/es ist. Wer von euch in Marzahn wohnt und Insider ist, kann zum nächsten Date-Tipp übergehen – für alle anderen hier die ultraromantische Amore-Tour à la Ost-Berlin. Am besten verabredet ihr euch am frühen Nachmittag und fahrt entweder mit dem Fahrrad oder der Bahn zum S+U Wuhletal, oder ihr trefft euch gleich dort.

Wenn ihr mit dem Rad unterwegs seid und nebenher abchecken wollt, ob ihr es mit einem Schöngeist oder Kulturbanausen zu tun habt, empfehlen wir einen Abstecher zum Schloss Biesdorf. Hier finden regelmäßig gute Ausstellungen statt und anschließend könnt ihr durch den Schlosspark zum Anfang des Wuhlegartens bei der Station S+U Wuhletal spazieren.

Ob zu Fuß oder mit dem Rad – der Weg entlang der sanft vor sich hinfließenden Wuhle ist einfach richtig schön. Irgendwann kommt ihr an die Eisenacher Straße und biegt in diese nach links ab, bis sie in die Bärenstraße übergeht, und folgt dieser bis an ihr Ende, überquert die Allee der Kosmonauten und nach ein paar Metern, inmitten der hochgezogenen DDR-Plattenbauten, steht ihr in einem mittelalterlichen Dorfkern!

Brutal-romantischer geht es jawohl nicht! Und wenn nicht spätestens beim Schlendern durch das kleine, feine Alt-Marzahn keine Funken sprühen, dann werden sie es niemals! Never! Zum krönenden Abschluss der Tour empfehlen wir einen Abstecher zum unweit gelegenen Eastgate Berlin. Kann man ein Date besser ausklingen lassen als mit einem Bubble-Tea vor der futuristisch angehauchten Fassade des einzig wahren Einkaufscenters?! Ina Hildebrandt


Date im Kostümverleih

Spaß im Kostümverleih: Das Grinsen deutet ganz klar auf ein zweites Date hin. Foto: Imago/agefotostock

Beim ersten Date gehört es dazu, sich zu verstellen, die beste Seite zu zeigen. Ein gestriegelter Charakter für maximalen Erfolg. Meist geschieht das heimlich und das böse Erwachen folgt in der Beziehung. Wir können das Problem nicht lösen, aber es ad absurdum führen. Macht das Verstellen zur Kernaufgabe, geht zum ersten Date in einen Kostümverleih, etwa Schnick Dee, sucht euch was Schönes aus. Bestenfalls getrennt. Erst bei der Anprobe erfahrt ihr, was sich Partnerin oder Partner ausgesucht hat. Vorteil: Die Wahl liefert Gesprächsstoff, entlarvt vielleicht sogar Lügner:innen. „Du bist ein Klingone? Cool, ich liebe Herr der Ringe.“ Tja…Vielleicht esst ihr aber auch beide in der Tracht Adeliger aus dem 18. Jahrhundert. Wäre ein verrückter Zufall – wie Liebe auf den ersten Blick. Tim Kröplin


Museum, Schloss und der Zauber alter Zeiten

An der Schloßstraße sind sogar die Straßenlaternen schön. Foto: Imago/Steinach

Am Nachmittag ins Bröhan Museum etwas Kultur erleben. Dort kann man in Jugendstil- und Art-Deco-Kunstwerken schwelgen und sich warm und trocken halten – ein Vergnügen, das unabhängig ist vom Wetter. Anschließend vielleicht durch den Park des Schloss Charlottenburgs flanieren, der gleich gegenüber ist, um Natur aufzusaugen. Oder bei Dämmerung in die entgegengesetzte Richtung: Während man die Schloßstraße entlang spaziert, kann man die schönen Straßenlaternen bewundern. Die Route könnte am Lietzensee vorbei bis zum Funkturm führen. Da gibt’s Historisches und Modernes zugleich, denn in den 1920er-Jahren war der Funkturm Berlins Sehenswürdigkeit schlechthin. Im Restaurant hoch über der Stadt kann man sich dann von den Lichtern Berlins von oben aus berauschen lassen. Sabine Schereck


Für Altruisten: Gemeinsam Müll sammeln

Müll sammeln als Date: Kann auch was für die Insta-Story sein. Foto: Imago/Westend61

Spazieren gehen können alle, ist an sich nett. Besser ist es doch, den Rundgang durch Bezirke und Parks mit etwas Edelmut zu garnieren. Besorgt euch Handschuhe und, sofern gewünscht, Müllzangen, zieht los und sammelt den Unrat auf den Straßen Berlins ein – davon gibt es schließlich mehr als genug. Sich kennenlernen und dabei Gutes tun: ein Date für Altruist:innen – oder Menschen, die Eindruck schinden wollen. Und neigt eine Seite dazu, naseschnaubend, gar empört abzulehnen, ist immerhin klar, dass es vielleicht nicht passt. Tim Kröplin, nochmal


Im Dschungel den Fröschen beim F… äh Schwimmen zuschauen

Wer kennt‘s nicht: Das Date geht los, aber das Gespräch will nicht so richtig in Gang kommen. Dagegen hilft meistens, auch wenn’s kein heißer und eigntlich auch ein ziemlich problemaischer Tipp ist: Alkohol. Und der kommt umso besser, je schöner die Umgebung ist. Ein besonders ansprechendes Ambiente bietet der Dschungel in Neukölln. Dort ist es meistens weder zu voll, noch so leer, dass die anderen Gäste zwangsläufig die eigenen Gespräche mitbekommen.

Außerdem sind die Drinks in dem Laden mit der verspiegelten Decke, der Urwald-Fototapete und den Pflanzen, die sich überall lang ranken, richtig lecker. Besonders zu empfehlen: der Gin Basil Smash. Immer anzutreffen im Dschungel sind übrigens die beiden riesigen Albinofrösche, die das Aquarium bewohnen. An manchen Abenden zögern die zwei nicht, richtig loszulegen und sich zu befriedigen. Vielleicht ein gutes Omen für den Verlauf des eigenen Abends? Xenia Balzereit

  • Dschungel Friedelstraße 12, Neukölln, täglich ab 18 Uhr

Tischtennis ist ein hervorragender Eisbrecher

Die Minimal Bar hat neben Dancefloors und Tischtennisplatte auch kunstvoll gestalteten Wände. Foto: Minimal Bar

Fürs erste Date ist eine Kneipe oder Bar mit Tischtennisplatte ideal. Auch ohne großes Talent kann man sofort loslegen – und erfährt nebenbei noch ein bisschen über die potenziell nächste große Liebe: wie gut jemand verlieren kann zum Beispiel, oder auch, wie sehr sich jemand ans eigene Talent anpassen mag. Wer als Anfänger auf einen Profi trifft, der nicht wenigstens ein bisschen Druck aus seinen Schmetterbällen nimmt, um mal ein bisschen Spiel zu ermöglichen, ist vielleicht auch sonst kein Traumkandidat. Zudem ist Tischtennis aktiv, lockert die Stimmung und für danach gibt es in Kneipen ja bekanntlich auch immer noch einen Drink zum Runterkommen. Anne Liedtke


Auf dem Flohmarkt den Geschmack erkennen

Flohmärkte sind gute Orte für erste Dates, weil ihr viel über den Geschmack der anderen Person lernt. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Ihr habt keine Lust, zum x-ten Mal mit eurem Date in eine Bar zu rennen und unnötig viel Geld für überteuerte Drinks auszugeben? Dann trödelt doch einfach über einen Flohmarkt eurer Wahl mit der potentiellen neuen Flamme. Da lassen sich gleich Geschmacksfragen klären und es gibt genügend Redestoff. Falls es gut läuft und die Unterhaltung eh viel spannender als der alte Krams auf dem Trödelmarkt ist, könnt ihr anschließend zu einem gemeinsamen Spaziergang aufbrechen. Gut für diese Kombo eignet sich der Marheineke-Trödelmarkt in Kreuzberg (samstags 10-16 Uhr und sonntags 11-17 Uhr) mit anschließendem Spaziergang auf dem Tempelhofer Feld oder der Flohmarkt am Schöneberger Rathaus (samstags von 8–16 Uhr und sonntags von 8–16 Uhr), von dem aus es direkt in den Volkspark Schöneberg geht. Pauline Schwarz


Mehr zum Thema

Ihr wollt euer Date lieber gleich so richtig auf Herz und Nieren testen? An diesen Orten erfahrt ihr beim ersten Date oft mehr, als euch lieb ist. Ihr wollt was mitbringen? In diesen Berliner Blumenläden kaufen wir gern ein. Weiterlaufen? Schöne Routen für Spaziergänge. Mehr zu Liebe und Lust in Berlin.

Berlin am besten erleben
Dein wöchentlicher Newsletter für Kultur, Genuss und Stadtleben
Newsletter preview on iPad