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Menschen lesen lernen: Mimik und Gestik deuten

Der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick sagte einmal: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Denn neben dem gesprochenen Wort übernimmt die nonverbale Sprache rund 80 Prozent der Kommunikation. Den meisten ist gar nicht klar, wie viel sie unbewusst über Mimik, Gestik und Körpersprache kommunizieren. Dabei gibt die nonverbale Kommunikation einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt des Gegenübers.

Wir zeigen euch, wie ihr die nonverbalen Signale eurer Mitmenschen deuten könnt und so eure Menschenkenntnis verbessert!

Die Augen spielen eine wichtige Rolle, um die Mimik anderer Menschen zu erkennen. Foto: Pixabay/Sharon McCutcheon
Die Augen spielen eine wichtige Rolle, um die Mimik anderer Menschen zu erkennen. Foto: Pixabay/Sharon McCutcheon

Die Mimik: Gesichtsausdrücke lesen

Zunächst werfen wir einen Blick auf die Mimik, denn anhand des Gesichtsausdrucks könnt ihr die Gefühlslage des Gegenübers hervorragend einschätzen. Die Mimik umfasst alle sichtbaren Bewegungen der Gesichtsmuskulatur. Sie ist gewissermaßen der Spiegel der Seele. An ihr könnt ihr die positiven und negativen Emotionen ablesen. So sprechen ein angespannter Kiefer, zitternde oder zusammengepresste Lippen, bebende Nasenflügel und Augenblinzeln für Anspannung und sind somit Indiz für verschiedene Gefühle wie Angst, Unbehagen, Abneigung oder Wut. Positive Gefühle lassen sich hingegen an einer entspannten Gesichtsmuskulatur erkennen.

Dabei spielen vorrangig die Augen eine große Rolle. Da die Augenmuskulatur durch das vegetative Nervensystem gesteuert wird, hat der Mensch keinerlei Einfluss auf deren Bewegung. Daher eignet sich die Analyse von Augenbewegungen besonders gut, um lügende Personen zu enttarnen.

Denn wer lügt, muss sich kontrollieren. Das vegetative Nervensystem lässt sich jedoch nicht aktiv kontrollieren. Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die sich erinnern, ihren Blick in eine andere Richtung werfen, als Menschen, die sich etwas ausdenken. Das liegt daran, dass die beiden Vorgänge in unterschiedlichen Gehirnhälften stattfinden.

Zudem könnt ihr anhand des Blickkontaktes einiges über euer Gegenüber erfahren. Ein wiederkehrender Blickkontakt zeugt von Interesse, Aufrichtigkeit und Selbstvertrauen, während das Vermeiden tiefer Blicke in die Augen des Gegenübers Unsicherheit oder Desinteresse signalisieren können.

Wer Menschen “lesen” will, sollte auch auf die Pupillen achten. Aufgrund der unterschiedlichen Lichtverhältnisse sind sie mal enger oder weiter. Jedoch kann sich die Pupillengröße auch aufgrund emotionaler Faktoren ändern. Daher hilft eine genaue Beobachtung der Situation. Geweitete Pupillen signalisieren Angst, Aufregung oder eine starke Zuneigung, während enge Pupillen Ekel ausdrücken können.

Um die Emotionen eures Gegenübers zu deuten, bedarf es jedoch ausreichendem Wissen über das Zusammenspiel aller Gesichtsmuskeln. Untersuchungen ergaben, dass der Mensch sogar mehr als 250.000 Gesichtsausdrücke besitzt.

Die Gestik eines Menschen verrät viel über das Wohlbefinden dieser. Foto: Pexels/Monstera
Die Gestik eines Menschen verrät viel über das Wohlbefinden dieser. Foto: Pexels/Monstera

Die Gestik der Menschen deuten lernen

Die Gestik ist die Summe aller Bewegungen, insbesondere der Hände, Arme und des Kopfes. Oftmals geschehen die Gesten ganz unbewusst während des Redens. Daher helfen sie euch auch euer Gegenüber besser einordnen zu können. Seid ihr positiv gestimmt, lasst ihr euren Armbewegungen freien Lauf. In Situationen, in denen ihr eher ängstlich oder unsicher seid, schränkt ihr die Bewegungen ein und haltet die Arme eng am Körper. Verschränkte Arme sind etwa als Abwehrhaltung zu verstehen.

Auch die Finger verraten euch viel über eure Mitmenschen. So könnt ihr anhand der Finger ablesen, wie sehr sich ein Mensch um sich selbst kümmert und in manchen Fällen auch, welcher beruflichen Tätigkeit nachgegangen wird, also ob die Person eher einen zupackenden oder eher einen handfreundlichen Job hat. Besonders interessant sind die sogenannten Adaptoren. Das sind Gesten, die der Regulierung der Emotionen dienen. Sie laufen völlig unbewusst ab und wurden meist schon in der frühen Kindheit erlernt und adaptiert. Beispiele hierfür sind unter anderem die Berührung des Ohrläppchens oder der Handinnenflächen bei Stress. Auch das typische Nägelkauen, mit kleinen Gegenständen spielen oder die eigene Kleidung zurechtrücken sind Zeichen von Nervosität und Unsicherheit.

Zudem sagt die Bewegung des Kopfes einiges über den Menschen aus. Wird der Kopf zur Seite geneigt, zeugt das von Wohlbefinden. Ihr seid der Person gegenüber freundlich gestimmt, hört interessiert zu oder flirtet sogar. Insgesamt beherrscht der Mensch um die 5.000 Gesten, wobei die meisten ganz unbewusst ablaufen.

Die Körperhaltung richtig deuten

Die Körperhaltung ist der Spiegel unseres Wesens. Wie ihr sitzt, geht und steht, verrät viel über euren Charakter, eure Einstellung und eure momentane Situation. So bringt unter anderem die räumliche Distanz zwischen zwei Personen deren Intimität und Status zum Ausdruck.

Empfindet ihr Zuneigung zu euren Mitmenschen, steht ihr näher zusammen, während bei einem geschäftlichen Verhältnis eher Distanz gewahrt wird. Auch die Körperhaltung ist sehr aussagekräftig. Bei einer aufrechten Körperhaltung mit erhobenem Kopf, geraden Schultern und einem festen und breiten Stand strahlt ihr gleich Selbstsicherheit und Souveränität aus.

Mehr als 250.000 Gesichtsausdrücke besitzt der Mensch. Foto: Pexels/Andrea Piacquadio
Mehr als 250.000 Gesichtsausdrücke besitzt der Mensch. Foto: Pexels/Andrea Piacquadio

So vermeidet ihr Fehleinschätzungen bei der Deutung

Um beim Lesen und Deuten der nonverbalen Kommunikation Fehleinschätzungen zu vermeiden, solltet ihr Mimik, Gestik und Körperhaltung im Zusammenhang betrachten. So können einzelne Bewegungen teilweise mehrere Bedeutungen haben, welche erst unter Beachtung aller Faktoren eine schlüssige Deutung zulassen. Zudem sollte auch die Umgebung und die aktuelle Situation in Kontext gesetzt werden.

Sind die Körpersprache und das gesprochene Wort nicht deckungsgleich, ist dies ein Indiz dafür, dass die Person lügt. Stimmen das Gesagte und die nonverbale Sprache überein, entsteht ein stimmiges Gesamtbild, welches Vertrauen und Glaubwürdigkeit signalisiert.

Fazit: So hilfreich ist es Menschen zu lesen

Wenn ihr Menschen lesen könnt, bringt das viele Vorteile mit sich. Zum einen gehen Menschen, die Lügen leichter erkennen können, selbstsicher durchs Leben. Und zum anderen kann es euch mehr Erfolg im Leben bringen.

So belegen Forschungen, dass Menschen, die nonverbale Sprache deuten können und zudem steuern können, wie andere sie wahrnehmen, erfolgreicher sind.

Auch in der Freizeit ist es von Vorteil: So habt ihr beispielsweise beim Pokern viel bessere Chancen, da ihr erkennen könnt, ob eure Mitspieler:innen bluffen oder nicht. Wenn ihr eure neu gewonnen Fähigkeiten austesten möchtet, könnt ihr hier alle Spielotheken in Berlin entdecken. Zunächst wird es etwas dauern, die nonverbalen Signale richtig zu deuten, doch mit etwas Übung werdet ihr immer besser!

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