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Der andere Weihnachtsbaum

Kein Tannengrün, kein Lametta, keine Kerzen. Ein Weihnachtsbaum aus Alltagsgegenständen – das war die Ansage für sechs Berliner Designer, die wir um ihre Ideen und Modelle gebeten haben.

Benutzt haben sie dazu Requisiten, die von der Schmuckdesignerin Susanne Grossmann zusammengestellt wurden. Im Weihnachtsbaum-Baukasten versammelte die Designerin eine Schrubber mit hohem Stiel, mehrfarbige Wäscheleine, eine Überlebensdecke Metallic, Topfschwämme, jeweils einen Taschenschirm in grün und rot, eine Lichterkette, ein kugelförmiges Metallsieb, eine Vase sowie einen Spiegel. Ein bisschen kreativer Freiraum sollte aber auch sein – deshalb durften alle Künstler einen Gegenstand ihrer Wahl mit einbauen

Ulrike HammUlrike Hamm

„Mein erster Gedanke beim Anblick der Gegenstände: Das ist ein Bausatz. Es sah aus, als müsste jedes Teil auf eine bestimmte Art verwendet werden. Ich habe überlegt, das Ganze grün anzusprayen, aber dann fiel mir die christliche Symbolik der Farben Rot, Blau, Gelb bzw. Gold auf. Die Herangehensweise war ähnlich wie bei meiner Arbeit mit dem Schmuck, obwohl ich es üblicherweise mit einem anderen Material zu tun habe. Man zerlegt Vorhandenes in seine Bestandteile und baut sie im neuen Zusammenhang wieder auf.“  Extra: Grüne Christbaumkugel

Ulrike Hamm fertigt seit zehn Jahren Schmuck aus Pergament. Nach einer Ausbildung zur Goldschmiedin und Studium in Pforzheim lebt die 48-Jährige heute in Kreuzberg. Ihre Arbeiten wurden in Galerien in ganz Deutschland, in den Niederlanden, Polen und in Japan gezeigt. 2007 wurde sie mit dem Innovationspreis Inhorgenta Europe und 2003 mit dem Landespreis für Gestaltendes Handwerk in Berlin ausgezeichnet.

Anmut Kühnheit

Ulrike Hamm, Schlesische Str. 32, Kreuzberg, Tel. 69 53 41 20, www.anmut-kuehnheit.de
Verkauf: Galerie Manuel Fritz, Dresdener Str. 20, Kreuzberg, Tel. 615 17 00; Werkstattgalerie Rosemarie Brodhag, Meierottostr. 1, Wilmersdorf, Tel. 881 18 96


gerold-achim-adamietzGerold Achim Adamietz

„Das ist mein erster unechter Baum. Ich stamme aus den Tiroler Bergen, dort kommen alle Weihnachtsbäume direkt aus dem Wald und sie heißen Christbäume. Mein Kunstbaum ist daher ein bisschen ironisch – und dennoch elegant.“ Extra: Grüne Sprühfarbe

Gerold Achim Adamietz ist Diplom-Ingenieur und designt Möbel wie das minimalistische „Weltkulturregal“ aus Edelstahlrohren und Stabholzplatten. Außerdem ist er im Bereich Corporate Design tätig und entwirft zum Beispiel Produktverpackungen.

Gerold Achim Adamietz

Käthe-Niederkirchner-Straße 31, Prenzlauer Berg, Tel. 42 80 07 66, www.adamietz.de


KillerbeastKillerbeast

„Das Kleid war die erste Idee zum Thema und auch die angemessenste für uns als Modelabel. Nach und nach haben wir Ideen für die einzelnen Teile beigesteuert und so wurden aus der Wäscheleine Zuckerstangen und aus dem Schirm kleine Schleifen. Der Baum passt zu uns: er ist auffällig und ein bißchen schrill.“ Extra: Kleid

Das Kreuzberger Modelabel Killerbeast wurde 2001 von Claudia Weiler gegründet. Zur biestigen Familie gehören mittlerweile Mitarbeiter wie Laura Vratislavsky und Roland Jancic sowie das Kinderlabel „Schnullerbiest“ und „kiss and run“, eine in Kleinstserien produzierte Männerlinie. Alle Kleidungsstücke werden direkt im Laden hergestellt. Bei der Wahl und Zusammenstellung der Stoffe dürfen die Kunden mitreden.

Killerbeast

Schlesische Str. 31, Kreuzberg, Tel. 99 26 03 19, www.killerbeast.de


bombdesignBombdesign

„Ich habe die Folie in Form der Zweige ausgeschnitten. Zuerst war mir aber die Funktion des Regenschirms klar, denn er hat ja schon diese baumartige Struktur. Um das Ganze zusammenzuhalten, habe ich Garn der Merinowolle genommen, die ich für meine Strickprodukte verwende und gerade griffbereit hatte. Für mich privat möchte ich dieses Jahr selbst einen Adventskranz binden. Das Grundgerüst aus Stroh habe ich schon, nur die Zweige fehlen noch.“ Extra: Merinowollfäden

Designerin Ulrike Acker führt das 2001 gegründete Label Bombdesign. Die 35-Jährige entwirft Kissen, Decken und Mobiles für Kinder und Erwachsene. Mehrfach preisgekrönt ist ihre „flat hat collection“ – Taschen, die durch einen langen Reißverschluss aus einer flachen Form heraus entstehen.

Bombdesign

Temporäres Atelier: Greifswalder Str. 217, Prenzlauer Berg, Tel. 28 09 96 12, www.bomb-design.com
Verkauf: ach, Berlin, Markgrafenstr. 39, Mitte,Tel. 92 12 68 80, www.achberlin.de, Berlinomat, Frankfurter Allee 89, Friedrichshain, Tel. 42 08 14 45, www.berlinomat.de; d.nik, Wörther Str. 14, Prenzlauer Berg, Tel. 30 64 86 28, www.dnik-berlin.de; Kunstschule, Hufelandstr. 13, Prenzlauer Berg, Tel. 29 77 93 61, www.kunstschule.net; Winzig & Klein, Veteranenstr. 24, Mitte, Tel. 40 50 43 85, winzigundklein.blogspot.com


susanne_grossmannSusanne Grossmann

„Mein Baum ist luftig und filigran, wie viele meiner Arbeiten. Ein bisschen erinnert er auch an ein Tiefseetier. Die finde ich, ebenso wie Insekten, einfach faszinierend.“ Extra: Kerze

Die Neuköllner Schmuckdesignerin Susanne Grossmann fertigt verspielte Stücke wie etwa Ringe mit Antennen oder bewegliche Planetenkonstellationen. Neben ihren seriellen Arbeiten beschäftigt sie sich mit außergewöhnlichen Schmuckausstattungen für Bühne und Film.

Susanne Grossmann

Friedelstr. 37, Neukölln, Tel. 623 71 88, www.susannegrossmann.com, Öffnungszeiten/Termine nach Vereinbarung
Verkauf: Schmuckfritz, Dresdener Str. 20, Kreuzberg, Tel. 615 17 00, www.schmuckfritz.de; Berlinomat, Frankfurter Allee 89, Friedrichshain, Tel. 42 08 14 45, www.berlinomat.com; Schmucksalon Krüger, Falckensteinstr. 45, Kreuzberg, Tel. 69 56 42 19, www.schmucksalon-krueger.de; Schmucklabor, Oranienburger Str. 32 (in den Heckmann Höfen), Mitte, Tel. 28 38 46 83, www.schmucklabor.de


witteJulian Appelius und Markus Witte

„Der Regenschirm und vor allem sein komplexer Klappmechanismus hat uns dazu inspiriert, den ersten faltbaren Weihnachtsbaum zu gestalten. In unserem Arbeitsalltag kommt es selten vor, dass man aus vorgegebenen Objekten etwas Neues schafft. Allerdings haben wir beide an der UdK studiert und da war Readymade schon immer ein Thema, auch um daraus dann Neues zu entwickeln.“ Extra: Teelicht

Die Designer Julian Appelius und Markus Witte teilen sich ein Studio im Prenzlauer Berg. Julian Appelius befasst sich neben der Gestaltung von Möbeln, Leuchten und Accessoires auch mit Interior-, Messe- und Eventdesign. Markus Witte entwickelt unter anderem Produkte für die Berliner Via Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Studio 12/Studio Julian Appelius

Heinrich-Roller Str. 5, Prenzlauer Berg, Berlin, Tel. 47 37 20 04, -06, www.julianappelius.de,
www.markuswitte.com
Verkauf: Markus Witte: Berlinomat, Frankfurter Allee 89, Friedrichshain, Tel. 42 08 14 45, www.berlinomat.com; Via Werkstätten, Lehderstr. 16, Weißensee, Tel. 91 20 56 15, www.shop.viawerkstaetten.de; Julian Appelius: Lichthaus Mösch, Kantstr. 17 (im Stilwerk), Charlottenburg, Tel. 31 51 55 80, www.lichthausmoesch.de; Berlinomat, Frankfurter Allee 89, Friedrichshain, Tel. 42 08 14 45, www.berlinomat.com; Modulor, Gneisenaustr. 43-45, Kreuzberg, Tel. 69 03 60, www.modulor.de; Ausberlin, Karl-Liebknecht-Str. 17, Mitte, Tel. 41 99 78 96, www.ausberlin.de Lampensitz, Oderbergerstr. 42,
Prenzlauer Berg, Tel. 44 31 80 90, www.lampensitz.de


Text: Lene Bayerlein
Fotos: Nina Zimmermann/HIPI

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