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Shoppen in Mitte: Die wichtigsten Kieze, Geschäfte und Malls

Mitte, Berlins zentraler Bezirk, hat unfassbar viel zu bieten. Aber nicht nur historisch und kulturell lohnt es sich viel Zeit zum Erkunden des Stadtzentrums einzuplanen. Auch Shopping ist in Mitte ein wahrer Genuss. Im Herzen der Stadt steht nicht nur die Mall of Berlin, die seit ihrer Eröffnung 2014 eine der größten Einkaufsmalls Berlins ist. Zum Shoppen laden auch weitere Kaufhäuser wie das Alexa neben dem Fernsehturm und die Galeries Lafayette ein. Und fernab von den großen Straßen und Plätzen bietet Mitte Szene-Shopping par excellence – zum Beispiel in den lauschigen Hackeschen Höfen. Hach, wir könnten ewig so weitermachen… Aber von vorn: Das sind die besten Einkaufsstraßen, Malls und Shopping-Empfehlungen für Mitte.

shoppen in Mitte Der Kiez rund um die Alte und Neue Schönhauser Straße hat sein ganz eigenes Flair und gehört zu den begehrtesten Wohnlagen Berlins. Wer hier auf Shopping-Tour geht, entdeckt eine Vielzahl kleinerer, stilvoller Geschäfte.
Der Kiez rund um die Alte und Neue Schönhauser Straße hat sein ganz eigenes Flair und gehört zu den begehrtesten Wohnlagen Berlins. Wer hier auf Shopping-Tour geht, entdeckt eine Vielzahl stilvoller Geschäfte. Foto: Imago/Westend61

Shoppen in Mitte: Szene-Shopping zwischen der Alten Schönhauser Straße und den Hackeschen Höfen

Unsere Einkaufstour in Mitte startet an der Alten Schönhauser Straße. Diese ist nicht nur Siedlungspunkt für einen spannenden Gewerbemix, vielmehr zählt das Scheunenviertel, durch das sich auch die Alte Schönhauser Straße zieht, zu den begehrtesten Wohnlagen Berlins. Bis zum Zweiten Weltkrieg war das Viertel größtenteils von osteuropäischen Juden bewohnt, es gab koschere Läden, Betstuben und Druckereien für hebräische Schriften.

Davon ist heute nicht mehr viel geblieben, stattdessen ist der Kiez Dreh- und Angelpunkt für Berlins avantgardistische Modeszene. Und die kleinen unabhängigen Designer:innen, die spannenden Concept Stores und trendigen Boutiquen finden ihre Kundschaft genauso in Einheimischen wie in Tourist:innen. Denn das Flair des angesagten Viertels will früher oder später jeder zu spüren bekommen. Spannende Einkaufsstraßen im Scheunenviertel sind neben der Alten Schönhauser auch die Münz- und die Mulackstraße. Ihr sucht eine Shopping-Orientierung für das Scheunenviertel? Wir stellen euch 12 Geschäfte rund um die Alte und Neue Schönhauser Straße vor, deren Besuch sich lohnt.

In Richtung Hackescher Markt führt die Alte Schönhauser Straße weiter und wird zur Neuen Schönhauser. Je näher man dem „Hacki“ kommt, wie Berliner:innen ihn nennen, desto mehr hat man das Gefühl, der Bürgersteig verwandle sich in einen Laufsteg. Vor allem Designer:innen wie ba:sh und Liebeskind haben sich hier angesiedelt. Die Preise der meisten Geschäfte entsprechen hier den hohen Gewerbemieten.

shoppen in Mitte Nach ihrer Erbauung, um 1700, gehörten die Hackeschen Höfe nicht einmal zur Stadt. Heute, nach der Wiedervereinigung und einer umfassenden Renovierung gehören sie zu den vielseitigsten Ecken Berlins.
Nach ihrer Erbauung, um 1700, gehörten die Hackeschen Höfe nicht einmal zur Stadt. Heute, nach der Wiedervereinigung und einer umfassenden Renovierung zöhlen sie zu den vielseitigsten Ecken Berlins. Foto: Imago/imagebroker

Der Hackesche Markt selbst bietet vor allem viel Gastronomie. Und in den Straßen rund um den im Jahr 1750 angelegten Platz haben sich einige kleine Designer- und Schuhgeschäfte sowie die Filialen traditioneller Manufakturen angesiedelt. Highlight zum Shoppen am Hackeschen Markt sind aber vor allem die Hackeschen Höfe, ein Hinterhof-Komplex, der bereits um 1700 entstand, damals noch vor den Stadtmauern von Berlin gelegen.

Nach der Wiedervereinigung wurden die Hackeschen Höfe für rund 80 Millionen Euro umfassend saniert und zählen seither zu den magischsten Ecken Berlins. Nicht nur kulturell und gastronomisch pulsiert in den Höfen das Leben, viele kleine, besondere Geschäfte ziehen hier Kunden an und Hinterhofwerkstätten und fast schon versteckte Läden machen die Hackeschen Höfe zu einem Insider-Shopping-Tipp in Berlin. Erfahrt noch mehr über die Geschichte und Angebot in den Hackeschen Höfen. Und wer fasziniert ist von der ganz eigenen Atmosphäre der Höfe, findet hier eine Übersicht über weitere Hinterhöfe in Mitte, die entdeckt werden wollen.

Setzt man seine Shopping-Tour entlang der S-Bahn-Gleise am Hackeschen Markt fort und schlendert die Dircksenstraße herunter, gelangt man zum Herzen Berlins, zum Alexanderplatz, auf dem der Fernsehturm steht, der Berlins Skyline so charakteristisch macht. Rund um den Platz und in den Bahnhofspassagen haben sich vor allem die Filialen großer Ketten angesiedelt. Besonders gut shoppen lässt es sich am „Alex“ im Alexa. Das zentralste aller Berliner Einkaufszentren hat rund 180 Geschäfte, einen großen Foodcourt und eine Bowlingbahn zu bieten. Hier haben wir euch alles Wissenswerte und relevante Infos für euren Besuch im Alexa zusammengestellt.

shoppen in Mitte Die Bauweise des Alexa soll Art-déco-Assoziationen wecken. Berliner:innen können diesem Stilvergleich jedoch wenig abgewinnen und bezeichnen die fast fensterlose Mall umgangssprachlich lieber als "Rosaroter Bunker" oder "Pharaonengrab".
Die Bauweise des Alexa soll Art-déco-Assoziationen wecken. Berliner:innen können diesem Stilvergleich jedoch wenig abgewinnen und bezeichnen die fast fensterlose Mall umgangssprachlich lieber als „Rosaroten Bunker“. Foto: Imago/Ritter

Für Tourist:innen übrigens interessant: Sowohl der 100er-Bus als auch der 200er-Bus der Berliner BVG kreuzt den Alexanderplatz. Beide Linien sind kostengünstige Möglichkeiten, um wichtige Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt abzufahren. Und der Vorteil gegenüber den herkömmlichen Touri-Bussen liegt auf der Hand: Um mitzufahren, wird lediglich ein AB-Ticket für drei Euro benötigt, aussteigen kann man jederzeit auf eigene Faust, genauso wie wieder einsteigen, denn beide Linien fahren im Zehn-Minuten-Takt.

Wer vom Alex aus seine Shoppingtour fortsetzen möchte, steigt am besten in den 200er-Bus ein und fährt in Richtung Friedrichstraße. Nicht nur kann man in einer Viertelstunde von der historischen Straße zum Brandenburger Tor laufen, auch teilt sich die Friedrichstraße den Titel der glamourösesten Shoppingmeile Berlins mit dem Kurfürstendamm in Charlottenburg.

Die Friedrichstraße, die Mall of Berlin und die Galeries Lafayette bieten Glanz im belebten Zentrum der Stadt

Wer am Alex in den 200er-Bus gestiegen ist, steigt zum Shoppen am besten nach sieben Stationen wieder an der Leipziger Straße aus. Hier befindet sich die Mall of Berlin. Das riesige Shopping-Center, unweit des Potsdamer Platzes, bietet eine bunte Mischung an Geschäften aus den Segmenten Mode, Luxus, Technik und Gastronomie. Sowohl bekannte Marken als auch kleinere, unabhängige Geschäfte sind in der Mall of Berlin eingemietet und erwähnenswert ist sicher auch, dass Berlin-Besucher:innen hier eine große Auswahl an Souvenirs finden. Genau wie in diesen schönen Berliner Souvenir-Geschäften.

shoppen in Mitte Für 800 Millionen Euro entstand in Berlin-Mitte bis 2014 die Mall of Berlin. Mit über 270 Geschäften und einer Gesamtfläche von über 200.000 Quadratmetern ist die Mall das größte Warenhaus Europas.
Für 800 Millionen Euro entstand in Berlin-Mitte bis 2014 die Mall of Berlin. Mit mehr als 270 Geschäften und einer Gesamtfläche von über 200.000 Quadratmetern ist die Mall riesengroß. Foto: Imago/Schöning

Zehn Minuten zu Fuß braucht man von der Mall of Berlin zum Beginn der Friedrichstraße, die knapp 3,5 Kilometer durch Mitte bis nach Kreuzberg verläuft. Je weiter man die Friedrichstraße in südöstlicher Richtung herunterläuft, desto weniger Luxusgeschäfte und teure Restaurants passiert man. Bis zum U-Bahnhof Kochstraße ist die Friedrichstraße eine glamouröse Flaniermeile, die teure Boutiquen und exklusive Geschäfte bietet. Richtung Kreuzberg wird die historische Straße immer bodenständiger und eignet sich weniger gut zum Einkaufen. Hier haben wir euch einige Empfehlungen für spannende Geschäfte auf der Friedrichstraße aufgelistet. Und wer sich für die Geschichte des ehemaligen Berliner Stadtzentrums interessiert, gelangt hier zu einer Zeitreise durch die Geschichte der Friedrichstraße in 12 Fotos.

Bevor man jedoch zum Kreuzberger Teil der Friedrichstraße gelangt, kreuzt man noch die Französische Straße, an der die berühmten Galeries Lafayette angesiedelt ist, die für französisches Savoir-Vivre in Berlin stehen. Den deutschen Ableger des französischen Traditionswarenhaus gibt es seit 1996. Auf rund 8000 Quadratmetern werden in den Galeries Lafayette exklusive Waren des gehobenen Bedarfs angeboten. Das Sortiment wird insbesondere von Damen- und Herrenmode sowie Schmuck und Kosmetik charakterisiert. Mehr über das Angebot und die Entstehungsgeschichte der Galeries Lafayette in Berlin.

shoppen in Mitte In Mitte schlägt Berlins französisches Herz: Ein Einkaufstag in den Galeries Lafayette fühlt sich an wie ein Spaziergang an der Seine in Paris.
In Mitte schlägt Berlins französisches Herz: Ein Einkaufstag in der Galeries Lafayette fühlt sich an wie ein Spaziergang an der Seine in Paris. Ein bisschen. Also irgendwie. Foto: Imago/Zeitz

Shoppen in Mitte: Der Potsdamer Platz wird gerade saniert, dafür bietet der Trödelmarkt am Arkonaplatz wahre Schätze

Wer auf der Friedrichstraße in Richtung Kreuzberg entlang flaniert, könnte auch in die Mohrenstraße abbiegen, deren Umbenennung seit Jahren ein Berliner Politikum ist, und seinen Shoppingtag am Potsdamer Platz fortsetzen. Der Platz ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und sollte mit seinen Wolkenkratzern und dem großstädtischen Flair ein bisschen das Berliner Manhattan werden, was nicht so ganz gelang.

Das Shopping-Zentrum des Potsdamer Platzes, die Potsdamer Platz Arkaden, werden jedoch noch bis 2022 renoviert. Danach soll das Einkaufszentrum in neuem Glanz erstrahlen und neben einer nachhaltigen Markthalle weitere 90 Geschäfte in den Bereichen Mode, Lifestyle und Technik beherbergen. Wer hier shoppen will, muss sich also noch etwas gedulden. In der Zwischenzeit stellen wir euch hier den Potsdamer Platz im Wandel der Zeit vor.

Vom Potsdamer Platz fährt man eine knappe halbe Stunde mit der Bahn und ist immer noch in Mitte, allerdings in einem Grenzteil, der an einer Schnittstelle zwischen den Ortsteilen Prenzlauer Berg und Wedding liegt. Ziel ist hier für alle, die auch sonntags shoppen wollen, der Trödelmarkt am Arkonaplatz, der den historischen Stadtplatz schon seit 1990 belebt. Wenn man früh aufsteht, lohnt sich ein Besuch auf dem Flohmarkt besonders. Zu dieser Uhrzeit befinden sich noch allerlei Kuriositäten auf den Marktständen. Einen Katzensprung entfernt findet sonntags zudem der berühmte Flohmarkt am Mauerpark statt. Dieser liegt streng genommen jedoch nicht mehr in Mitte, sondern in Prenzlauer Berg, das zum Bezirk Pankow gehört. Nichtsdestotrotz findet ihr hier alles, was ihr zum Mauerpark wissen müsst. Und hier haben wir weitere empfehlenswerte Floh- und Trödelmärkte in Berlin aufgelistet.

shoppen in Mitte Reges Treiben auf dem sonntäglichen Trödelmarkt am Arkonaplatz: Schatzsucher:innen haben hier vor allem in den frühen Morgenstunden ihren Spaß.
Reges Treiben auf dem sonntäglichen Trödelmarkt am Arkonaplatz: Schatzsucher:innen haben hier vor allem in den frühen Morgenstunden ihren Spaß. Foto: Imago/Zeitz

In Wedding, einem Ortsteil von Mitte, liegt das Gesundbrunnen Center, welches wir euch als letzten Einkaufstipp für den Bezirk vorstellen wollen. Der Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen ist der wichtigste Umsteige-Bahnhof im Norden Berlins und das Einkaufszentrum, das optisch einem Kreuzfahrtschiff nachempfunden ist, bietet mehr als 100 Shops auf mehr als 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Von Gesundbrunnen gelangt ihr in zehn Minuten mit der U-Bahn vom Bahnhof Pankstraße zur Weinmeisterstraße, die die Alte Schönhauser Straße kreuzt, an der unsere Shoppingtour gestartet ist.

Leider liegt das Gesundbrunnen Center ein Stück zu weit entfernt von Berlins Zentum, als dass man hier während eines klassischen Shoppingtags in Mitte vorbeischauen könnte. Wer dies dennoch einplanen will, kann einen Besuch mit Sightseeing-Tagen in Wedding und Prenzlauer Berg verbinden.

Noch mehr zum Thema Shopping in Berlin

Alles, was ihr zum Thema Shopping in Berlin wissen müsst stellen wir euch hier vor. Im Westen Berlins wartet Charlottenburg als spannender Shoppingbezirk auf euch. Wir haben euch die wichtigsten Straßen, Malls und Adressen zum Einkaufen im Bezirk zusammengetragen. Neben der Mall of Berlin in Mitte sind das KaDeWe in Schöneberg und das Bikini Berlin am Ku’Damm wohl die aufregendsten Warenhäuser der Stadt.

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