• Lifestyle
  • Shopping
  • Berliner Mode-Designer setzen in der kalten Jahresszeit alles auf Rot

Shopping

Berliner Mode-Designer setzen in der kalten Jahresszeit alles auf Rot

Reality_Studio_c_YosukeDemukaiDass Berliner Mode keinen Deut schlechter ist als die von internationalen Designern, beweisen zahlreiche Shops, die Berliner Labels führen. Zum Beispiel Baerck. Neben internationalen Modemarken wie Maison Martin Margiela und Henrik Vibskov gibt es dort auch Berliner Designer. Für die jetzige Herbst-/Wintersaison 2013/14 haben sich Inhaber Ania Bauer und Jacob Brinck für Hien Le, Reality Studio, Vladimir Karaleev und Isabell de Hillerin entschieden. „Es ist schön, zu sehen, dass sich einige der Labels, die wir schon von unseren Anfängen kennen, weiterentwickelt haben und sich langsam auf dem Markt etablieren“, sagt Jacob Brinck. Auch im Wald-Store ist Hauptstadt-Mode fester Bestandteil des internationalen Angebots, darunter Malaikaraiss, Karlotta Wilde und Issever Bahri. „Diese Labels wird es jetzt auch im Winter geben“, sagt Dana Roski, eine der beiden Inhaberinnen. Lokale Talente zu unterstützen, ist für sie Ehrensache.

Sissi_Goetze_c_JuliaSchoiererAber auch im Ausland ist man an Berliner Mode interessiert, so die Beobachtung der beiden Wald-Girls auf ihren Messe-Reisen. „Berlin ist mittlerweile eine Marke“, sagt Dana Roski. Das kreative Image der Stadt, die sich nicht an Normen hält und in der alles möglich ist, spiegle sich auch im Design wider. Eines unserer berühmtesten Labels ist Lala Berlin, das weltweit in den besten Shops angeboten wird. Unter anderem bei Harrods in London, Colette in Paris und Barneys in Tokio. Wie keine Zweite trägt Gründerin Leyla Piedayesh den Geist Berlins mit ihren ausgefallenen Strickteilen in die Welt hinaus. In ihrer aktuellen Winter-Kollektion, die jetzt neu in den Läden hängt, hat sie, neben ihren üblichen Prints, auch einfarbige Stoffe für Blusen, Pullis und Mäntel verwendet – hauptsächlich in warmen Rottönen. Die liegen nicht nur bei ihr im Trend, sondern auch bei vielen anderen Berliner Designern: Michael Sontag etwa setzt auf einen roten Matt-Glänzend-Effekt bei seinen asymmetrilin besetzt Oversize-Mäntel mit roten Lederärmeln. Und Svenja Specht von Reality Studio entwarf ein hagebuttenfarbenes Ensemble aus Oberteil und Rock, das auch von der Form her an die Waldfrucht erinnert. Aber auch Männer sehen im Winter rot. Wenn es nach Designerin Sissi Goetze geht, tragen Jungs bordeauxfarbene Fischerhemden.

Rau_Berlin_c_MarcoRothenburgerPHOTOGRAPHYRot-orange liegt auch im BAERCK Shop im Trend, eines der wenigen Farbthemen, das die Inhaber für die Wintersaison aufgreifen. „Den großen Über-Trend gibt es heutzutage nicht mehr“, finden sie. Wenn überhaupt, könne man höchstens von „Less is more“ als Grundtendenz sprechen. Für Berliner Designer brechen damit gute Zeiten an. Denn, wenn es etwas gibt, was sie wirklich beherrschen, ist es die Kunst der Reduktion. Berliner Mode besticht nicht durch Prunk und Protz und überflüssige Dekoration, sondern durch ihre puristische Formsprache. Ein Meister dieses Fachs ist Michael Sontag, der wie ein Bildhauer Stoffskulpturen auf dem Körper drapiert und damit die feste Definition von Kleidungsstücken auflöst. „Berliner Modemacher sind, was Schnitte und die Zusammenstellung von Stoffen betrifft, besonders experimentierfreudig“, findet auch Edda Mann, Inhaberin des Konk Shops, wo sie ausschließlich Berliner Designer führt. Unter anderem Isabell de Hillerin, die mit ihrer Kollektion auch eine Mission erfüllt: Um traditionelle Handwerksbetriebe in Rumänien und Moldawien zu erhalten, bezieht sie nicht nur ihre Stoffe von dort, sondern lässt dort auch fertigen. „Berliner Designer achten sehr genau darauf, wo sie produzieren“, weiß Jacob Brinck von BAERCK, der das Label ebenfalls geordert hat. In Zeiten von Massenproduktion in Niedriglohnländern ist das vielleicht sogar das beste Argument für Mode aus Berlin.

Text: Wolfgang Altmann

Fotos: Julia Schoierer (oben), Yosuke Demukai (mitte), Marco Rothenburger PHOTOGRAPHY (unten)

Adrett Weinbergsweg 23, Mitte, Mo–Sa 12–20 Uhr, www.adrett-berlin.de

Baerck Mulackstraße 12, Mitte, Mo–Sa 12–20 Uhr, www.baerck.net

Departmentstore Quartier 206 & Departmentstore Quatier Cabinet Friedrichstraße 71, Mitte, Mo–Fr 11–20 Uhr, Sa 10–18 Uhr, www.dsq206.com

F95 The Fashion Store Luckenwalder Straße 4–6, Kreuzberg, Mo–Fr 11–20 Uhr, Sa 11–18 Uhr, www.f95store.com

Konk Kleine Hamburger Straße 15, Mitte, Mo–Fr 12–19 Uhr, Sa 12–18 Uhr, www.konk-berlin.de

Lala Berlin Store Mulackstraße 7, Mitte, Mo–Fr 11.30–19.30 Uhr, Sa 12–18 Uhr, www.lalaberlin.com

Oukan 71 Kronenstraße 71, Mitte, Mo–Sa 12–19 Uhr, www.oukan.de

Rau Berlin Boutique Gormannstraße 7, Mitte, Mo–Sa 12–19 Uhr, www.f-rau.com

Tempory Showroom Kastanienallee 36a, Prenzlauer Berg, Mo–Sa 11–19 Uhr, www.temporaryshowroom.com

The Flag Alte Schönhauser Straße 26, Mitte, Mo–Sa 11–20 Uhr, www.theflag-berlin.com

Voo Store Oranienstraße 24, Kreuzberg, Mo–Sa 11–20 Uhr, www.vooberlin.com

Wald Alte Schönhauser Straße 32c, Mitte, Mo–Sa 12–19 Uhr, www.wald-berlin.de

XXX Berlin Skalitzer Straße 33, HH, Eingang B, 3. Stock, Kreuzberg, Mi+Do 12–19 Uhr, Fr 14–21 Uhr, Sa 12–19 Uhr, www.xxx-berlin.com

 

WEITERLESEN:

Berliner Designer interpretieren traditionelle Mode neu

Designmärkte und Kreativmärkte in Berlin  

T-Shirts als mobile Leinwand für Künstler  

Zeitlos beliebt: Flohmärkte in Berlin

 

Mehr über Cookies erfahren