Shopping

Birgit Severins Werkschau „Lifetimes“

Den Anfang macht die in Berlin lebende Künstlerin Birgit Severin mit ihrer Werkschau „Lifetimes“. Sie ist die Erste, die den 25 Quadratmeter großen Ausstellungsraum der neuen DMY-Galerie bespielt. „Zum Auftakt des Jahres wollten wir etwas Neues machen. Eine lokale Sache mit festem Standort, der es dem Publikum ermöglicht, das ganze Jahr über Entwicklungen und Resultate im Bereich des kontemporären Designs zu verfolgen“, fasst Swetlana Soschnikow vom DMY, der internationalen Plattform für Architektur, Interieur- und Produktdesign in Berlin, die Grundidee der Galerie zusammen.

Dazu passt Severin wunderbar. Die gebürtige Bielefelderin ist studierte Psychologin und schloss vergangenes Jahr ihren Master in kontextuellem Design ab. Beschäftigt man sich mit den Arbeiten der 31-Jährigen, so fällt auf, dass ihren Werken stets die Reflexion und Interpretation alltäglicher Erfahrungen zugrunde liegt. „Während meines Masterstudiums vermischten sich die Disziplinen Kunst und Wissenschaft. Und da es mir eher entspricht, etwas aktiv zu gestalten als es nur zu analysieren, fing ich an, meine Ideen und Beobachtungen auch gegenständlich umzusetzen.“

Ihren Arbeiten und Objekten haften dabei immer eine Imperfektion und die Idee eines unumgänglichen Wandels an. Schönheit und Unversehrtheit sind für Severin weder Ideale, die allem Design zugrunde liegen sollten, noch ist die ausschließliche Darstellung dieser Zustände in ihren Werken erwünscht. Und dennoch „sollte jedes meiner Objekte im Alltag bestehen können. Mir ist es wichtig, ein Thema, das mich beschäftigt, so umzusetzen, dass dabei etwas herauskommt, das auch im normalen Leben funktioniert.“

Die menschliche Existenz und ihre vielen Facetten beschäftigten Severin auch in „Ashes“, einer Reihe von Objekten, die in der Ausstellung zu sehen sind. Die deformierten Vasen aus mattem schwarzen Gummi, eine Art moderne Verkörperung des Vanitas-Gedanken, stehen hier für das Erblühen und Vergehen des Lebens, inspiriert durch flämische Stillleben. Wer eines dieser handgefertigten Stücke erwerben möchte, hat auch gleich vor Ort die Möglichkeit dazu. „Ich sehe mich eben mehr als Produktdesignerin denn als Künstlerin. Die Menschen sollen meine Objekte mit nach Hause nehmen und benutzen können“, sagt Severin.

Text: Dina Herrier

Birgit Severin. Lifetimes?, DMY Gallery, ?Blücherstraße 23, Kreuzberg, ?Mo–Fr 11–16 Uhr, ?bis 16.4.

Mehr über Cookies erfahren