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Ganz im Trend: Die Öko-Jeans

SEY_ImagefotoFreiheit, Abenteuer, Rebellion: Wie kein anderes Kleidungsstück symbolisiert die Jeans auch fast 60 Jahre nach dem Tod von James Dean, Schauspieler, prominentester Jeansträger der Welt und ewige Ikone aufmüpfiger Jugend, immer noch Nonkonformismus und Leidenschaft. Dabei ist dieses Bild wohl bei keinem Kleidungsstück so falsch wie ausgerechnet bei der Denim-Hose. Denn seit Jeans millionenfach in asiatischen Sweatshops zu Ausbeuterbedingungen produziert und sie außerdem mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Mitteln, etwa mit Chlorbleiche oder Sandstrahltechnik, auf „used“, also alt und authentisch, getrimmt werden, handelt es sich bei ihnen längst um hochgradige Problem-Textilien.

Doch gegen diese Mogelpackung, das zeigte auch die letzte Fashion Week Berlin, gehen inzwischen immer mehr – meist noch junge – Herstellerfirmen vor. Zu den Pionieren gehört das niederländische Unternehmen Kuyichi, das 2001 aus einer NGO hervorgegangen ist und mit Biobaumwolle aus Fair-Trade-Anbau arbeitet. Ebenfalls mit GOTS-zertifizierter Baumwolle produziert die Hamburger Jeans-Firma Sey (Foto) und das ursprünglich aus den USA stammende, nun in Hamburg ansässige Unternehmen goodsociety, die auch beide ihre Jeans mit alternativen Bleichmethoden, etwa mit Laserstrahlen, Ozon oder GOTS-zertifizierten Waschmitteln, gestalten. ­Goodsociety achtet dabei zusätzlich noch darauf, Etiketten oder Knöpfe möglichst aus Recycling-Herstellung zu verwenden. Da die Herstellung von Baumwolle unter anderem mit einem hohen Wasserverbrauch einhergeht, stellt die süddeutsche Firma HempAge ihre Jeans unter Verwendung eines hohen Anteils von Hanffasern her, denn Hanf ist nicht nur sehr widerstandsfähig, sondern beim Anbau deutlich anspruchsloser als Baumwolle.

Die ungewöhnlichste Idee, Jeans nicht nur fair und umweltgerecht zu produzieren, sondern auch für jeden bezahlbar zu machen, hatte die niederländische Firma Mud Jeans: Seit 2013 bietet sie ihre Öko-Hosen im Leasing-Verfahren an. Nach einer Anzahlung von 20 Euro zahlt der Nutzer ein Jahr lang fünf Euro monatlich, kann die Jeans anschließend gegen eine neue tauschen, für weitere 20 Euro behalten oder zurückschicken, wobei er die Anzahlung zurückerhält. Die zurückgeschickten Jeans werden weiterverwertet und zum Beispiel zerfasert und neu versponnen – etwa zu Sweatshirts.

kuyichi
www.kuyichi.com; zu haben z.B. bei Cherrybomb, Oranienstr. 32, ­Kreuzberg

Goodsociety
www.goodsociety.org; zu haben bei Wertvoll, Marienburger Str. 39, Prenzlauer Berg, www.wertvoll-berlin.com

hempage
www.hempage.de; zu haben z.B. bei: Naturmode Berlin, Schönhauser Allee 180, Mitte, www.naturmode-berlin.de

mud jeans
de.mudjeans.eu; zu haben z.B. bei VAMPyr deluxe, Goltzstr. 39, Schöneberg, www.vampdeluxe.de

sey fashion
www.sey-fashion.com; zu haben z.B. bei Lila Grün, Dunckerstr. 78, Prenzlauer Berg, www.lilagruen.de

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