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Neueröffnung: Trachtenmode bei International Wardrobe

InternationalWardrobe_c_Albrecht-FuchsDer Folklore-Look ist in. Gerade jetzt, in Zeiten der Krise, üben Trachten eine besondere Faszination auf die Menschen aus. Besonders stark auf Katharina Koppenwallner, die vor zwei Wochen in Mitte ihren Folklore-Shop eröffnet hat. Bei International Wardrobe findet man Blusen aus der Bukowina, Schürzen aus Kalotaszeg und Tuniken aus China. Alles handbestickte Unikate, die oft mit hübschen Verzierungen wie Quasten oder Bommeln versehen sind. Sie hängen an einfachen Kleiderstangen. Durch das Neonlicht, das kalt von der Decke strahlt, kommen ihre Farben noch stärker zur Geltung. „Hier war vorher eine Galerie“, erzählt die 46-jährige Inhaberin. Den nüchternen Charakter wollte sie bewahren.
Ihre Leidenschaft für Trachten entdeckte Katharina Koppenwallner bereits in ihrer Kindheit. Heute arbeitet die studierte Kunsthistorikerin als Stylistin. Auf die Idee, sie weiterzuverkaufen, kam sie vor vier Jahren. Damals war sie auf der Suche nach einer rumänischen Bluse. Ein Original, kein Zara-Fake. Als sie die nirgends fand, beschloss sie, selbst nach Rumänien zu reisen, um dort vor Ort auf die Suche zu gehen. Ein Jahr später gründete sie ihren Onlineshop. Jetzt ist sie stolze Besitzerin eines Flagship-Stores – klein, aber fein.

InternationalWardrobe_c_Kira-BunseSie holt eine weiße Bluse aus handgewebtem Leinen hervor. Der runde Ausschnitt ist mit einer Kordel verziert, der obere Ärmel reich bestickt. Das 70er-Jahre-Dekor verrät, aus welcher Zeit das Stück stammt. „Die habe ich aus Bukowina, dem nördlichen Teil Rumäniens“, erzählt Koppenwallner. Die Bluse kostet 200 Euro. Transport- und Reisekosten seien im Preis inbegriffen. Zuletzt importierte sie voluminöse Blusen und Jacken aus Transsilvanien, die in Kalotaszeg von einer ungarischen Minderheit hergestellt werden. „Ich brauche hier unbedingt noch eine Karte, um den Leuten zu zeigen, wo genau das liegt.“ Sie lacht. Ihre neueste Errungenschaft sind plissierte Faltenröcke zum Wickeln, die so bunt sind wie aus einem Modekatalog. „Vor allem Künstler, Designer und alte Frauen finden die toll“, schwärmt sie. Es kommen aber auch viele Stylisten in den Laden. Und Männer, für die es eine kleine Auswahl an Kaftan-Hemden und Schals gibt. Wohin die nächste Reise geht? „Auf jeden Fall Richtung Anden, Bolivien, Peru … Mit einem kleinen Abstecher nach Marokko.“   

Text: Wolfgang Altmann
Fotos: International Wardrobe/Albrecht-Fuchs, Kira-Bunse

International Wardrobe-Store
Almstadtstraße 50, Mitte, Do–Sa 12–20 Uhr,
www.internationalwardrobe.com

 

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