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Schöner einrichten leicht gemacht

Politura_showroom

Vertikale Gärten

Mit Blumen verschönte Baumscheiben, Dachgärten als großstädtische Oasen oder pflanzenumrankte Balkone: In den Großstädten hat unter dem Stichwort Urban Gardening die Natur Einzug gehalten. Dass ein Ende dieses Trends noch nicht abzusehen ist, glauben die Strauchpoeten, eine junge Berliner Firma, die sich mit der Gestaltung und Bepflanzung von Gärten, Hinterhöfen und seit einiger Zeit auch von Wohnungen befasst. Denn mit dem Blumentopf auf der Fensterbank sind die kreativen Möglichkeiten in Sachen Wohnungsbegrünung noch lange nicht ausgeschöpft. Nach dem Vorbild von vertikalen Gärten, wie es einen etwa im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann gibt, sorgen auch die Strauchpoeten auf Wunsch dafür, dass Pflanzen in den eigenen vier Wänden die Wände hochwachsen. Grundlage dafür sind Pflanzentaschen, die einzeln oder gleich reihenweise an der Wand befestigt und mit geeigneter Flora versehen werden. Damit der Dschungel an der Wand halbwegs pflegeleicht bleibt, kann man sich zusätzlich auch ein Bewässerungssystem installieren lassen. 
Strauchpoeten? Rotherstraße 18, Friedrichshain, Tel. 69 20 59 46?, www.strauchpoeten.de

Vintage aus Polen

Offenbar treffen die Besitzer des kleinen Möbelgeschäfts Politura (Foto) den Nerv der Zeit: Ihre Möbel aus dem Osteuropa der 50er- bis 70er-Jahre sind gerade beim jungen Publikum sehr gefragt. Seit 2013 kauft das Politura-Team Möbel in Polen und arbeitet sie in Berlin auf. Sessel kosten 200 bis 400 Euro, Sofas 700 bis 1?000 Euro. Außerdem können Kunden selbst alte Möbelstücke mitbringen, denen Politura neuen Glanz verleiht.      
Politura ?Schillerpromenade 14, Neukölln, Di–Fr 13–20 Uhr, Sa 12–18 Uhr, Tel. 0176-32 30 71 97

Alles Originale

Hängelampen, Lamellenlampen, Buntglaslampen – der Laden Kramari quillt über vor Lampen. Alles Originalstücke aus den 60er- und 70er-Jahren, die hier liebevoll aufgearbeitet ein zweites Leben beginnen. Noch sind Buntglaslampen besonders beliebt, aber der Trend geht zu Kupferschirmen. Außerdem reißt sich die Kundschaft um Industrie-lampen. Auf diese Trendobjekte hat sich Alberto Records spezialisiert. Auch hier finden sich nur Originale, zum Teil aus den 1930ern. Die Industrielampen wandern aus den Fabrikhallen direkt ins Hinterzimmer von Alberto Records, wo die Mitarbeiter sie restaurieren. Die Preise beginnen bei 50 Euro und steigen je nach Alter und Qualität. 
Kramari? Gneisenaustraße 91, Kreuzberg, ?Di–Fr 14–19 Uhr, Sa 12–17 Uhr; Alberto Records? Gneisenaustraße 56, Kreuzberg, ?Di–Fr 14–19 Uhr

Traditionsgeschäfte

Nicht nur junge Designer prägen die Berliner Möbelszene, sondern auch die Traditions-geschäfte. So feiert das Möbelhaus Geo’s dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum. Firmengründer George Hardy entwirft einige der Einrichtungsobjekte, überwiegend Sofas im Stil des Art dйco, selbst. Außerdem bietet er seine Lieblingsstücke anderer hochwertiger Labels an. Das Familienunternehmen Cramer verkauft sogar schon seit über 50 Jahren design-orientierte Markenmöbel. Nils Cramer, gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Cousin Firmenleiter, beschreibt den Berliner Geschmack als unkonventionell: Hier könne man auch mal verrücktere Sachen anbieten.     
Geo’s ?www.geoswohnen.de; Cramer? www.cramer-moebel.de

Wiedergeburt

Eine Badewanne, die zum Designer–Stuhl wurde. Ein alter Koffer nebst einem hölzernen Kinderroller, die zum Rollkoffer verschmelzen. Oder kaputte, billige Plastikstühle, die mithilfe von „Prothesen“ aus Korbgeflecht nicht nur wieder ihre Funktion zurückerlangen, sondern auch neuen Charme gewinnen. Die Produkte, die in der Ausstellung „Transformationen – Konzepte der Umnutzung von Dingen“ im Museum der Dinge gezeigt werden, bezeugen, dass der Mensch auch enge Beziehungen zu Dingen entwickeln kann: Weil man Erinnerungen, die mit Gegenständen verknüpft sind, bewahren will oder unentdeckte Potenziale in vermeintlich wertlos gewordenen Produkten sieht, werden diese auf- und umgearbeitet. Und nicht selten geraten die neuen Ergebnisse schöner als das Ausgangsobjekt.    
Transformationen? Museum der Dinge, ?Oranienstraße 25, 2. Stock, Kreuzberg,?Do–Mo 12–19 Uhr, bis 19.5.

Berliner Innenansichten

Irre, was es in Berlin alles gibt. Dieser Bildband zeigt beeindruckende Wohnungen von Designern, Innenarchitekten, Galeristen und Künstlern. Dabei stellt das Buch nicht die Menschen vor, sondern ihre Wohnungen als Gesamtkunstwerke. So hat Interior-Designer Sylvester Koziolek in Anlehnung an die Renaissance alle Wände seines Apartments in Schwarz gehalten. Man sieht großzügige Dachterrassen, marmorne Wendeltreppen, Indoor-Pools, Schaukeln und Karussellpferde im Wohnzimmer. Ein Buch, das dazu anregt, bei der Gestaltung der eigenen vier Wände mehr zu wagen.   
Living In Style Berlin Stephanie von Pfuel und Judith Jenner, teNeues, 216 Seiten, 49,40 Ђ

Weiterlesen: Recycling liegt auch bei Klamotten dauerhaft im Trend, es ist umweltschonend und preiswert, gerade für Familien mit Kindern. Hier einige lohnende Second-Hand-Adressen nicht nur für Familien.

Zurück zur Natur

Schneckeninvasionen, gefräßige Waschbären und 4?000 Quadratmeter pupstrockener Brandenburger Sandboden: Eigentlich war das Projekt Garten von Anfang an zum Scheitern verurteilt. So kam es dann auch. Dass so ein Scheitern aber auch sehr unterhaltsam sein kann, beweist die Berliner Illustratorin und Hobbygärtnerin Kat Menschik in ihrem grandiosen Comic „Der goldene Grubber“. Darin erzählt sie mit großer zeichnerischer Vielfalt und viel Witz von Experimenten mit stinkendem Brenn-nesselsud und ihrer Liebe zu Maulwurfshügeln – sich über diese aufzuregen, wäre nämlich ohnehin sinnlos.     
Der goldene Grubber? Kat Menschik, Verlag Galiani Berlin, 304 Seiten, 34,99 Euro

Noch mit Außenklo

Kein Bad. Keine Toilette. Feuchte Wände, bröckelnde Mauern. Von 900?000 Wohnungen war 1964 in West-Berlin noch fast ein Drittel in miserablem Zustand. Dokumentiert hat dies der Berliner Fotograf Heinrich Kuhn, dessen Bilder nun erstmals in dem Buch „Armutszeugnisse. West-Berlin vor der Stadterneuerung in den sechziger Jahren“ publiziert sind. Wenn man diese Fotografien sieht, versteht man, warum sich damals so viele Menschen nichts sehnsüchtiger wünschten, als endlich in eine komfortable Neubauwohnung zu ziehen.     
Armutszeugnisse? Fotografien von Heinrich Kuhn, Edition Braus, 111 Seiten, 29,95 Ђ

Texte: Eva Apraku, Rebekka Wiese, Stefanie Dörre, cwo

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