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Vegane Mode ?in Berlin

Das betont Benny Irion gleich zu Anfang: „Ökologisch hergestellte Bekleidung ist nicht gleich vegan.“ Er hat vor knapp fünf Jahren den Shop Supermarchй in Kreuzberg (Foto) eröffnet, zusammen mit seiner Freundin Nici Jäckle. Die beiden bieten dort ausschließlich fair produzierte Produkte an: Geschirr, Untersetzer und Schneidebrettchen sowie Geschenkartikel wie Bücher, Portemonnaies und Schlüsselanhänger.

Auch Textilien sind im Programm. Doch da, meint er, werde es schwierig. Er holt eine Jeans vom niederländischen Ökolabel KOI aus dem Regal und zeigt auf das Etikett. „Es ist aus Leder“, sagt er. „Für überzeugte Veganer geht das gar nicht.“ Und auch Schuhe seien oft ein Problem, selbst wenn sie nicht aus Leder sind. Denn oft besteht der Klebstoff aus Inhaltsstoffen, die tierischen Ursprungs sind oder die zumindest an Tieren getestet wurden. Die Schuhe von Ethletic und Vegetarian Shoes seien aber unbedenklich, versichert er. Sie sind aus Kunstfasern oder Baumwolle und werden mit Naturkautschuk geklebt. Ebenso für Veganer geeignet sind die Jeans von HempAge und die Hemden von Bleed, die er ebenfalls führt. „Der Anteil meiner Kunden, der sich explizit für vegane Mode interessiert, ist aber noch relativ gering“, so seine Einschätzung.

Ohne den Wahnsinn der Zwischenkollektionen

Diesen Eindruck hat auch Sandra Umann vom Modeduo Umasan, das bekannteste vegane Label aus Berlin. Anstelle von tierischen Fasern verwenden sie Stoffe aus Buchenholz, Eukalyptus, Algen, Bambus oder Sojaproteinen. Ihre Mode ist zeitlos-schlicht, sodass man nicht erkennt, aus welcher Saison die einzelnen Kleidungsstücke eigentlich sind. Auch das gehört zum Umasan-Konzept: Ihr Stil soll aktuelle Modetrends überdauern.

Weiterlesen: „Umasan“ ist eines der wenigen veganen Modelabels in Berlin. Inhaberin Sandra Umann erklärt das Besondere daran.

Damit setzen sie einen Gegentrend zur immer schneller werdenden Texilindustrie, die, wie H&M und Zara, im Zwei- bis Vier-Wochen-Takt einen neuen Look propagiert. Zwei Kollektionen im Jahr genügen heute den großen Modeketten längst nicht mehr. Pro Saison beliefern sie ihre Läden mit bis zu acht Zwischenkollektionen. Umasan machen diesen Wahnsinn natürlich nicht mit – sie präsentieren ganz traditionell ihre Winter- und Sommerkollektion zweimal im Jahr auf der Fashion Week.

Diesem Vorbild folgen auch andere Berliner Labels, die sich dem nachhaltigen oder sogar dem veganen Lifestyle verschrieben haben. Etwa Jasmin Erbas mit ihren eleganten Abend- und Hochzeitskleidern, Lost in Wonderland mit Luxuswäsche ohne Seide sowie die Labels Keregan, Format und Treches, von denen es ebenfalls für Veganer tragbare Sachen gibt.

Text: Wolfgang Altman

 

supermarchй, Wiener Straße 16, Kreuzberg?, Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 11–18 Uhr?, www.supermarche-berlin.de 

Avesu – a vegan shoe?,Warschauer Straße 33, Friedrichshain; ?Schivelbeiner Straße 35, Prenzlauer Berg, ?Mo–Fr 11–20 Uhr, Sa 11–18 Uhr?, www.vegane-schuhe-berlin.de

dear goods?, Schivelbeiner Straße 35, Prenzlauer Berg?,Mo–Fr 11–20 Uhr, Sa 11–18 Uhr, ?www.deargoods.com

 

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