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Wie bringen wir Berlin für die WM der Frauen 2026 ins Basketball-Fieber, Olaf Lange?

Text: Rike van Kleef
Veröffentlicht am: 06.03.2026
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Olaf Lange ist Nationaltrainer des deutschen Basketball-Frauenteams. Im September 2026 findet in Berlin die Basketball-Weltmeisterschaft der Damen statt, im März sind noch Qualifikationsturniere um die verbliebenen Startplätze, bevor im April dann die Gruppen ausgelost werden. Rike van Kleef hat mit Lange gesprochen

Bundestrainer Olaf Lange hofft, dass sich der Funke auf die Berliner:innen überträgt. Foto: DBB/Demirel
Bundestrainer Olaf Lange hofft, dass sich der Funke auf die Berliner:innen überträgt. Foto: DBB/Demirel

tipBerlin Wie bringen wir Berlin passend zur Frauen-WM ins Basketball-Fieber? Sie sind das erste Mal nach 21 Jahren zurück in Deutschland, welchen Spirit erwarten Sie in Berlin?

Olaf Lange Nach 21 Jahren im Ausland bin ich ehrlich gesagt noch dabei, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die Stimmung rund um den Frauenbasketball in Deutschland aktuell ist. Mein Fokus liegt deshalb ganz klar auf unserer Mannschaft: Wir wollen bestmöglichen, attraktiven Basketball spielen und uns Schritt für Schritt auf die Heim-WM vorbereiten.

Alles, was darüber hinausgeht – Aktivierung der Fans, Sichtbarkeit in der Stadt, Marketing – liegt in den Händen des Verbandes und des Organisationskomitees. Ich vertraue darauf, dass Berlin als Sportstadt die Bühne bieten wird, die so ein Turnier verdient. Wir als Team wollen vor allem durch unsere SpielweiseBegeisterung auslösen. Wenn wir im Vorfeld der WM präsent sind, gut arbeiten und eine klare Identität zeigen, dann hoffe ich, dass sich der Funke auf die Berliner:innen überträgt.

tipBerlin Viertelfinale bei Olympia, EM-Platz fünf – auf welche Platzierung können wir bei der WM hoffen? Holen unsere Basketballerinnen Gold? Wird es ein Sommermärchen?

Hoffnung auf eine Medaille bei der WM im September

Olaf Lange Der Weg der Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren war sehr positiv. Viele unserer Schlüsselspielerinnen befinden sich in einer Phase großer Reife und Weiterentwicklung. Wenn wir im Sommer alle gesund und in Bestform beisammen sind, dann können wir definitiv um eine Medaille mitspielen.

Alles andere überlasse ich den Fans und den Medien. Ich selbst beteilige mich nicht an Platzierungsprognosen. Meine Aufgabe ist es, die Mannschaft so vorzubereiten, dass wir unseren besten Basketball spielen – und wenn uns das gelingt, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir ein Wörtchen im Medaillenkampf mitreden können.

tipBerlin Nach 1998 findet die WM der Frauen zum zweiten Mal in Deutschland statt. Worauf können sich Basketball-Fans besonders freuen?

Olaf Lange Zum einen darauf, einige der besten Nationalteams der Welt in Deutschland hautnah und auf höchstem Niveau zu erleben. Zum anderen darauf, wie sehr sich der Frauenbasketball seit 1998 weiterentwickelt hat.

Das moderne Spiel ist schneller, dynamischer und geprägt von Pace-and-Space, vielseitigen Offensivstrukturen und hoher taktischer Qualität. Ich glaube, viele Fans werden überrascht sein, wie attraktiv der Frauenbasketball heute ist – und wie viel Leidenschaft diese Athletinnen mitbringen.

tipBerlin Unsere Fußballerinnen haben zuletzt stark an Popularität gewonnen. Hoffen Sie auf ähnliche Sichtbarkeit? Welche Zukunft wünschen Sie sich für den deutschen Frauenbasketball – und welche Herausforderungen sehen Sie?

Olaf Lange Jede Form von zusätzlicher Aufmerksamkeit für den Frauenbasketball ist wertvoll, und natürlich hoffe ich, dass eine Heim-WM in Berlin einen Schub geben kann. Gleichzeitig sehe ich eine zentrale Aufgabe an anderer Stelle: Wir müssen die Professionalisierung in der DBBL weiter vorantreiben. Mehr Klubs sollten EuroCup spielen, und langfristig brauchen wir wieder ein deutsches Team in der EuroLeague.

Wenn Klubs professioneller arbeiten, profitieren die Spielerinnen – und am Ende auch die Nationalmannschaft. Eine starke Liga ist meist der beste Nährboden für ein starkes Nationalteam. Meine Hoffnung ist deshalb, dass Vereine, Städte und Sponsoren durch die Heim-WM inspiriert werden, mehr in den Frauenbasketball zu investieren und ihn nachhaltig weiterzuentwickeln.

Im Basketball – wie im Leben – schafft niemand etwas Großes und Bedeutendes alleine

Olaf Lange

tipBerlin Als Trainer setzen Sie auf Vertrauen, Teamgeist und Defensive. Was können die Berliner:innen vom Basketball fürs Leben lernen?

Olaf Lange Im Basketball – wie im Leben – schafft niemand etwas Großes und Bedeutendes alleine. Erfolg entsteht, wenn individuelle Stärken zusammenfließen, wenn man für und miteinander arbeitet und Verantwortung teilt.

Talent ist wichtig, aber Talent alleine reicht nicht aus. Ohne Zusammenarbeit, Opferbereitschaft, Demut und gegenseitige Unterstützung führt es selten weit. Die besten Teams sind die, die mehr sind als die Summe ihrer Teile.

Wenn wir mit unserer Spielweise ein wenig vermitteln können, wie kraftvoll echtes Miteinander sein kann, dann würde mich das sehr freuen. Vielleicht inspiriert es die Berliner:innen, auch im Alltag, im Beruf oder im Miteinander ähnliche Prinzipien zu leben.


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