Fangen wir also mit der Kunst an. Highlights sind die Akt-Zeichnung von Yves St. Laurent (Mann mit sehr großem Glied), die antikapitalistischen Tags an der Wand (Karl Holmqvist war der Mann mit dem Edding) und dann noch was zum Kuscheln: die Rakete von Cosima von Bonin. Aus Plüsch hat die eine Miniaturfassung jenes stilbildenden Dekorationsobjekts geschaffen, das im Paulysaal über der Küche thront. Kurzfazit nach drei Sätzen: Für ihr erstes Restaurant außerhalb von Mitte hat das Team um Stephan Landwehr und Boris Radzcun also das gemacht, was es einfach irrsinnig gut kann: Räume inszenieren. Elegant, aber originell, voll mit Kunst, aber keinesfalls weihevoll. Das funktioniert im Grill Royal und im Paulysaal – und das funktioniert tatsächlich auch im alten Westen. Klein ist das Petit Royal, gerade mal 50 Plätze hat es, der Grill in Mitte ist drei Mal so groß. Die Speisekarte ist eine Mischung aus Best-of-Grill mit ein paar französischen Akzenten, vor allem bei den Vorspeisen. Da ist der originelle Salade niçoise mit pochiertem Ei (bisschen zu hart) und Makrelen-Tartar und ein Ceviche aus Ostsee-Dorsch (ein wenig zu zahm). Fabelhaft zart ist dafür der Pulpo-Salat, die beste Vorspeise aber ist Fenchelsalat mit Parmesan und Birne. Ein perfektes Sommergericht. Genau wie der Heilbutt im kräftigen Artischockensud. Klassisch und optisch schön: die Moules au vin blanc, mit viel frischem Thymian. Und, na klar, Kurzgebratenes vom Rind kommt im „kleinen Grill“ auch zu seinen Ehren. Wer das große kulinarische Abenteuer sucht, mag anderswo besser aufgehoben sein. Einen eleganten Charlottenburger Abend aber, den kriegt man aktuell nirgends so schön wie hier.

Adresse
Grolmanstraße 59, 10623 Berlin
Telefon
330 06 07 50
E-Mail
office@lepetitroyal.de
Website
www.lepetitroyal.de
Location
Restaurant
Küche
International
Preise
Speisen 14 bis 80 €
Zahlung
EC-Karten
Kreditkarten