Die Kantstraße arbeitet weiter an ihren Mythos. Und wie zum Beweis steht an diesem frühen Abend also Tim Raue in der Tür, des kulinarischen Berlins liebster Asiate. Mit dem Madame NGO hat Raue ausnahmsweise mal nichts zu tun (glaubt man der Gerüchteküche, wird es dennoch bald ein asiatisches Raue-Restaurant in der Kantstraße geben). Und dennoch passt das Bild: Denn auch der neueste, erst Ende Januar eröffnete Ableger der Kuchi-Familie will die asiatische Küche mit der europäischen verschmelzen. „Brasserie Hanoi Style“ lautet die diesbezügliche, nonchalante Klammer. Dem kaum von einer Grippe genesenen Restauranttester beschert das zwei sehr unterschiedliche, aber ähnlich intensive Geflügelgänge: zunächst ein tiefenaromatisches Rilette von der Ente (8 Euro) und dann eine Phó, die so schmeckt, als habe ein sehr glückliches Huhn seine ganze Kraft darin gelassen. Ich habe in dieser Stadt noch keine so geschmacksintensive Hühnersuppe gegessen, allerdings lässt sich Madame NGO diese Bio-Variante (13 Euro) des vietnamesischen Klassikers (8 Euro) auch entschlossen honorieren. Indes: Die Investition lohnt. Übrigens: Für den frankophilen Teil der Küche – gebratene Gänsestopfleber mit Mango und Kalbsjus etwa (15 Euro) oder eine so asiatisch wie mediterrane Bouilabaisse (18 Euro) – ist das ehemalige Team der Cantina in der Bar Tausend am Schiffbauerdamm verantwortlich. Und das wird, wohl noch im März, gleich vis-a-vis des Madame NGO eine traditionelle Brasserie Parisienne eröffnen. Wie gesagt: Die Kantstraße arbeitet weiter an ihrem Mythos.

Adresse
Kantstraße 30, 10625 Berlin
Telefon
31 50 78 15
E-Mail
hello@madame-ngo.de
Website
www.madame-ngo.de
Öffnungszeiten
tgl. 12-24 Uhr
Location
Restaurant
Küche
Vietnamesisch