Drama

„Los Versos Del Olvido – Im Labyrinth der Erinnerung“ im Kino

Eine magische Reise: „Los Versos Del Olvido – Im Labyrinth der Erinnerung“

Foto: House on Fire / Antoine Héberlé

Ein alter Mann arbeitet auf einem Friedhof in Chile. 998 Tote hat er bereits beigesetzt, als Milizen seinen Friedhof beschlagnahmen, um dort die Körper von Demonstranten zu verstecken, die bei einem Protest getötet wurden. Später entdeckt der Greis die Leiche einer jungen Frau, die vergessen wurde. Um ihr ein würdiges Begräbnis zu verschaffen, begibt er sich mit einigen Helfern auf ein gefährliches Abenteuer.

2017 wurde das Langfilm-Debüt des iranischen Regisseurs Alireza Khatami bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet. Khatami schafft es, die Landschaft Chiles in warmem Licht und Stille zu zeigen, mit Bildern, die fast auf symbiotische Art mit der Hauptfigur seines Films verschmelzen. Wobei er den einsamen, alten, namenlosen Mann immer wieder aus dieser Ruhe herausholt und in eine grausame und korrupte Realität eintauchen lässt, aus der er wiederum in eine Fantasiewelt flüchtet. So bewegt sich der faszinierende Film zwischen Traum und Realität.

Text: Daryna Sterina

Los Versos Del Olvido – Im Labyrinth der Erinnerung F/D/NL/CHI 2017, 92 Min., R: Alireza Khatami, D: Juan Margallo, Tomás del Estal, Amparo Noguera, Start: 12.7.

 

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