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„Love Aids Riot Sex II“ in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst

1966, als Robert Indiana die Skulptur „Love“ schuf, war die Welt noch in Ordnung. „Love“ wurde zu einem in Stein gemeißelten Statement für die freie Liebe. 20 Jahre später entwarf das kanadische Künstlerkollektiv General Idea die Aids Wallpaper und ersetzte dafür Indianas „Love“ durch „Aids“ – Aids als Folge von Liebe.

Love Aids Riot Sex II ist die Fortsetzung einer als Serie konzipierten Ausstellung zum Thema Aids, Teil eins war 2013 in der NGBK zu sehen. HIV wird im zweiten Teil immer noch als lauernde Gefahr dargestellt, etwa in Sunil Guptas Fotostory „Sun City“. Doch anders als im ?ersten Teil, dessen Werke sich auf die Jahre 1981 bis 1995 konzentrierten, widmen sich ?die Künstler der Folgeausstellung, deren Arbeiten ab 1995 entstanden sind, nicht mehr den von der Krankheit gezeichneten Körpern und Aktivisten.

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Mit der Entwicklung der ersten antiretroviralen Medikamente ab 1995, die die Krankheit zwar nicht heilen, aber ihren Ausbruch verzögern können, hat sich auch der künstlerische Blick verändert. Die Entrüstung gilt nun den Profiteuren: „Aids is good business for some“ blinkt als Lichtinstallation des dänisch-norwegischen Künstlerduos Elmgreen & Dragset von der Wand. Vor allem aber sind die Infizierten heute keine Todgeweihten mehr, sie fordern Respekt, wie die drogenabhängige Petra, die Ono Ludwig für sein Triptychon „We can be heroes just for one day“ fotografiert hat: Offen schaut sie in die Kamera und zeigt damit ein neues Selbstverständnis von HIV-positiven Menschen. 

 

Text: Kirsten Niemann

Foto: Irina Popova

tip-Bewertung: Sehenswert

Love Aids Riot Sex II, ?NGBK, Oranienstr. 25, Kreuzberg, So–Mi 12–19, ?Do–Sa 12-20 Uhr

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