Dokumentarfilm

„Love, Cecil“ im Kino

Dandy-Diary des Allroundkünstlers: „Love, Cecil“

Foto: Studiocanal

Ein reichlich arroganter Typ ist ­Cecil Beaton (1904 –1980) unbedingt gewesen. Sarkastisch und verletzend konnte der dandyhafte britische Fotograf, Zeichner, Kostüm- und Bühnenbildner sein. Leute, die ihn verteidigen, meinen, er hätte damit nur seine Unsicherheit überspielt. Doch das ist ja keine so schlechte Voraussetzung für einen Dokumentarfilm, wenn einem nicht dauernd erzählt wird, wie toll der Porträtierte doch gewesen sei.

Letztlich aber nähert sich der Film von Lisa Immordino Vreeland seinem Subjekt auf bewährte Weise: Archivinterviews mit Beaton, neue Gespräche mit Kuratoren und ­Bekannten des Künstlers sowie Auszüge aus Beatons Tagebuch verschränken Privates mit dem beruflichen Werdegang. Dabei stechen seine Zeit als „Vogue“-Modefotograf, die Designarbeiten für Plüsch-­Musicals wie „Gigi“ und „My Fair Lady“ und – als Gegensatz – seine Kriegsfotografien aus dem Zweiten Weltkrieg besonders hervor. Zweifellos hatte der überästhetisierte Glamour, für den Beaton stand, etwas Distinktives. Doch man kann es auch mit seinem Fotografen­kollegen David Bailey halten: Der ­bezeichnet Beaton einfach als oberflächlich.

Love, Cecil USA 2017, 98 Min., R: Lisa Immordino Vreeland, Start: 12.7.

 

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