Musik & Party in Berlin

„The Low Anthem“ im Lido

Mit The Low Anthem tritt eine Band auf den Plan, die den Folk-Rock richtig schön renoviert.

The Low AnthemManchmal geht es bei ihnen ganz schön rustikal zu. Dann klingen The Low Anthem wie eine Gos­pelgruppe, die sich in einen Saloon gewagt hat und ihre Lieder in Whisky-Laune anstimmt. Zum Programm gehört unter anderem „Home I’ll Never Be“ von Tom Waits, der ja auch dafür bekannt ist, einiges zu vertragen. Das hört sich gut und stimmungsvoll an, doch eigentlich hatte man nicht damit gerechnet. Die Frage, die man im Zusammenhang mit dieser Band zurzeit häufig stellt, geht in eine andere Richtung. Sie lautet: Letztes Jahr Fleet Foxes, dieses Jahr The Low Anthem? Damit sollte man sich aber nicht lange aufhalten. The Low Anthem sind keine Trittbrettfahrer, nur weil es bei ihnen auch ein paar Momente entrückter Schönheit zu bewundern gibt.
Entstanden ist alles in Providence, einer Universitätsstadt an der amerikanischen Ostküste. Dort haben sich Ben Knox Miller und Jeff Prystowsky, die beiden Mas­terminds von The Low Anthem, nicht nur intensiv mit Musik beschäftigt, sondern auch Bekanntschaft mit der Selektionstheorie gemacht. Ihr großartiges neues Album heißt daran angelehnt „Oh My God, Charlie Darwin„. Die Koseform zeugt von inniger Zuneigung. Muss ja auch nicht verkehrt sein, wenn man als Band weiß, dass nur der Stärkere überlebt. Den Hype zum Beispiel, der in diesem Fall mit an Sicherheit gren­zender Wahrscheinlichkeit kommt. Also jetzt schnell noch zum Konzert gehen, solange es mit The Low Anthem richtig schön intim ist.

Text: Thomas Weiland

The Low Anthem
, Bang Bang Club, So 20.9., 21 Uhr

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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