Drama

„Lucky“ im Kino

„Lucky“ ist ein filmische Verbeugung vor Harry Dean Stanton

Alamode Film

Feinripp-Unterwäsche, darüber ein ­kariertes Hemd, plus Jeans und ein Paar Stiefel – dann ist Lucky (Harry Dean Stanton) bereit für einen weiteren Tag. Der alleinstehende 90-Jährige hat sich in seiner Routine eingerichtet, in der Frühsport, der Kaffee im Diner, Kreuzworträtsel, Gameshows und der Kauf einer Flasche Milch in einem von einer Mexikanerin betriebenen Laden die wichtigsten Eckdaten setzen.

Als Lucky eines Tages hinfällt und der Arzt ihm nur das fortgeschrittene Alter als Erklärung anbieten kann, setzt eine behutsame Wandlung ein. Die stellt sein Leben zwar nicht auf den Kopf, zeigt aber trotzdem Wirkung: Lucky denkt über das unausweichliche Ende nach, gesteht sich und anderen seine Ängste ein – und er stellt fest, dass neue ­soziale Kontakte mit Menschen, die ihn mögen, auch Freude mit sich bringt.

„Lucky“ ist ein Film über das Altern, der nichts verharmlost und trotzdem Optimismus verströmt: Man muss die Dinge so nehmen wie sie sind. Vor allem aber ist „Lucky“ ein Film mit, für und über Harry Dean Stanton. John Carroll Lynch hat für sein Regiedebüt die Rolle für Stanton entwickelt, viele von dessen Interessen, Marotten und Erlebnissen eingearbeitet. Dass Stanton im September 91-jährig verstarb, macht seinen letzten Film zu einem berührenden Vermächtnis. Die letzte Einstellung zeigt ihn, wie er noch einmal direkt in die ­Kamera schaut und dann langsam ­davon geht.

Lucky USA 2017, 88 Min., R: John Carroll Lynch, D: Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston, Ed Begley jr., Beth Grant, Start: 8.3.

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