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Männer und ihr Bart – Orientierung im Begriffsdschungel

Was war es früher doch einfach. Es gab den Dreitagebart, Ziegenbärte oder Schnurrbärte. Und heute? Heute erweist sich die Gesichtsbehaarung beinahe so facettenreich wie die Frisuren des Haupthaars. Es scheint keine Grenzen zu geben, die über den eigenen Bartwuchs hinausgehen. Doch was unterscheidet die einzelnen Moden überhaupt voneinander und zu wem passt welcher Bart? Dieser Artikel kämpft sich durch das wirre Gesichtshaar und geht den frisierten Stoppeln auf den Grund.

Bart tragen ist in – doch welcher Bart ist der richtige? © Pexels (CC0-Lizenz) / pixabay.com
  1. Dreitagebart – der Klassiker

Der Drei-Tage-Bart ist besonders ursprünglich und gilt nicht umsonst als der Bart der Abenteurer. Er erhielt seinen Namen, weil er die ungefähre Länge eines Barts hat, der seit drei Tagen nicht gestutzt wurde. Es ist aber nicht so einfach, ihn gut hinzubekommen. Zuerst muss der Bart für einige Zeit wachsen gelassen werden. Das sollte im Urlaub geschehen, da er während dieser Zeit gar nicht erst angefasst wird. Ist ausreichend Wuchs vorhanden, geht’s ans Trimmen. Der Bart muss auf die ungefähre Länge von drei Tagen Bartwuchs zurechtgestutzt und regelmäßig getrimmt werden. Geschieht das nicht, wird’s ein Wildwuchs und die Haare sprießen in alle Richtungen. Ungepflegt soll der Bart nun mal nicht wirken und das geht nur, wenn sich um ihn gekümmert wird. Auch wird das Zurechtschneiden am Anfang gerne unterschätzt. Es ist gar nicht so leicht, die korrekte Länge zu erwischen. Übrigens darf die Länge nach einiger Zeit ruhig mal variieren. Aus dem Drei-Tage-Bart lässt sich ein Vollbart gestalten. Wichtig ist nur, dass die Konturen immer sauber geschnitten werden, damit er nicht wirkt, wie gewollt und nicht gekonnt.

  1. French Fork

Ja, hier ist schon Länge gefragt und dieser Bart eignet sich nicht für jedermann. Er ist extravagant und recht anspruchsvoll in der Pflege. Der Bart besteht aus rasierten Wangenpartien, einem Schnurrbart, der unterhalb der Mundwinkel in den Wangenbart übergeht und einen Kinnbart, der in zwei Teil aufgeteilt wird – der Gabel. Ist er erst fertig, muss er regelmäßig getrimmt werden, damit kein Wildwuchs auftritt.

  1. Rap Industry Standard – der Bart für Künstler und Geschäftsleute

Hierbei handelt es sich um einen kombinierten Bart, der durchaus im Berufsleben getragen werden kann. Doch benötigt er Geduld und ein ruhiges Händchen. Die einzelnen Haarlinien des Bartes sind besonders schmal und sie müssen regelmäßig nachbearbeitet werden. Wer die Arbeit investiert, sieht aber zu jeder Zeit chic aus. Der Bart inkludiert den Haarwuchs am Kinn, der Oberlippe und den Wangenpartien. Großartig wächst er nicht, denn er wird stets auf eine sehr kurze Länge zurückgestutzt. Der Schnurrbart ist fein und dünn getrimmt und verläuft seitlich bis zur Kinnkante. Der Backenbart geht unter den Mundwinkeln in den Schnurrbart über und wird ebenfalls mit sehr feinen Linien gezeichnet. Selbst am Kinn gibt es nicht viel Wuchs, auch hier muss immer wieder getrimmt und getrimmt werden.

  1. Der Backenbart

Bei dieser Frisur dürfen die Koteletten wachsen und werden über die Wangenhaare in Kinnrichtung verlängert. Es gibt keine spezielle Form, hier darf sich jeder frei austoben. Damit es ordentlich aussieht, sollte der Bart jedoch täglich gekürzt werden.

Die Bartpflege ist ein Muss

Der Bart besteht aus Haaren – und die wachsen. Es wäre durchaus möglich, den Bart überhaupt nicht zu stutzen oder in irgendeiner Weise zu pflegen. Doch wer will das schon? Nicht nur sammelt sich dann alles mögliche Zeug, von dem niemand genauer wissen will, was es ist, zwischen den Haaren an, er juckt auch und müffelt. Also ist die Pflege ein Muss. Hier gibt es einige Tipps, wie sie gut von der Hand geht:

  • Waschen – auch das Barthaar benötigt Nährstoffe, damit es gut aussieht. Gleichfalls wird es aber auch schmutzig, daher sollte der Bart regelmäßig – täglich! – gewaschen werden. Hier kann das gewöhnliche Haarschampoo genutzt werden; es pflegt das Haar direkt mit. Sollte der Bart jucken, hilft ein Peeling. Dazu gibt es etliche Pflegeprodukte, doch auch Meersalz in Olivenöl hilft, die abgestorbenen Hautschuppen auszutreiben.
  • Die Form – hier lohnt es sich, in einen guten Rasierer und Trimmer zu investieren. Die Form des Barts wird dann angegangen, wenn das Haar recht dicht und gleichmäßig gewachsen ist. Wie lange das dauert, hängt von etlichen Faktoren ab. Vor dem Kauf sollten Verbraucher sich Elektrorasierer im Test anschauen, um am Ende ein für ihren Bart passendes Gerät anzuschaffen.
  • Stoppeln – der Bart sieht zwar gut aus, doch nicht alle Partner mögen es, wenn sich harte Stoppeln beim Küssen in ihre Haut bohren. Wer den Partner ein wenig besänftigen will, kann Bartöl verwenden. Es macht die einzelnen Haare weich und stärkt sie gleichzeitig. Zudem glänzt der Bart gepflegt.

Wie viel Pflege ein Bart tatsächlich erfordert, entscheidet mitunter die gewählte Frisur. Aufwendige Barttrends müssen täglich ausreichend zurechtgestutzt und gereinigt werden. Gerade Vollbärte dürfen keinesfalls vernachlässigt werden, ansonsten endet das Experiment schnell in einem unschönen und unhygienischen Fiasko, das so niemand sehen möchte.

Problematisch können Bärte übrigens sein, wenn das Bartwachstum sehr langsam und unregelmäßig vonstattengeht. Gerade am Anfang sieht der Versuch oft miserabel aus, da einige Partien schnell wachsen, während direkt neben oder gar zwischen ihnen wahre Löcher prangen. Ist es der erste Versuch an einer neuen oder überhaupt an einer Bartmode, empfiehlt es sich, die Wachstumszeit in den Urlaub zu legen. Immerhin kann sich nun kein Chef darüber beklagen, dass die Haare nur so sprießen.

Der Bart sollte zur jeweiligen Person passen. © StockSnap (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fazit – Bärte machen Spaß und Arbeit

Glücklicherweise gibt es heute ganze Frisurentrends, die sich nur mit Bärten beschäftigen. Es braucht nicht mehr der langweilige Schnurrbart zu sein und Bart ist längst nicht mehr mit Rauschebart gleichzusetzen. Wer sich ein wenig mit der Thematik befasst und sich darüber bewusst ist, dass ein Bart ebenso gepflegt werden muss wie das Haupthaar, wird an dem Trend im Gesicht garantiert Freude haben. Immerhin ist es so einfach, sich neu zu erfinden. Durch den Facettenreichtum können Herren immer anders aussehen und sich im Nu in einen ganz anderen Typ verwandeln. Nur eines darf niemals vernachlässigt werden: die Pflege.

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