Kommentar

„Männer“ von Erik Heier

Unsere aktuelle Titelgeschichte über den neuen Feminismus von meiner wunderbaren Kollegin ­Julia Lorenz steht natürlich für sich selbst. In dieser Kolumne möchte ich trotzdem über eine im weitesten Sinne damit in Beziehung stehende Spezies schreiben. Ich nenne sie: Männer.

Erik Heier

Zum Beispiel erscheint am 11. März ein Buch, dessen Titel „Das Supergeschlecht!!!“ als Männerverherrlichungsliteratur missgedeutet werden könnte. Im Kern ist es aber ein Männer-Erklärungsbuch mit den Mitteln der steilstmöglichen These. Sehr gut gefällt mir zum Beispiel das Kapitel „Mein Flachbildschirm ist flacher als dein Flachbildschirm“ über männliches Nachrüstungsverhalten, das in der Einsicht gipfelt: „Ohne Penisse wäre der Kapitalismus nie erfunden worden“. Das Buch von Nick Wahlberg (laut  Klett-Cotta-Verlag ein entfernter Cousin des Berliner Autors Klaus Ungerer) erläutert unter anderem, wie sinnlose Gefahr der Persönlichkeitsentwicklung dient („Stell dich im Februar oben ohne in den Gäste-Fanblock). Oder wieso der Spielzeugbagger im Reich der Miniaturfahrzeuge eine Gottesfunktion besitzt. Und das Kapitel darüber, wie sich Männer ganz schnell Respekt verschaffen, heißt aussagekräftig: „Du musst lauter rülpsen!“ Und am 10. März erscheint „Der letzte Scheißkerl“ des Züricher Bestsellerautors Roman Maria Koidl, der Frauen dabei beraten will, nicht an „den Falschen“ zu geraten. Im Grunde gehen beide Bücher sehr kritisch mit Männern um. Ganz tief im Innern müssen beide Autoren eigentlich Feministen sein.

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