einkaufen unter freiem himmel

Märkte in Berlin

In fast ­jedem Bezirk kann man sich auf einem ­Wochenmarkt mit Obst, und Gemüse aus der Region, Fleisch und Fleisch versorgen. Unter freiem Himmel einzukaufen hebt die Stimmung und Berlins Märkte sind so vielseitig, dass der Ausflug zu einer Entdeckungsreise wird. Eine Auswahl schöner Märkte in Berlin…

Wochenmarkt auf dem Boxhagener Platz

imago images / Reiner Zensen

Es gibt nicht viele Märkte, auf denen man gleich den gesamten Wochenend­einkauf erledigen könnte, aber der Markt auf dem Boxhagener Platz gehört definitiv dazu. Das Gemüse kommt wahlweise vom Großmarkt, direkt vom Bauern oder sogar mit Bio-Siegel. Kuratierte Delikatessen stehen Marktstand an Marktstand mit soliden Grundnahrungsmitteln. Dazu ein paar Imbissstände und ein bisschen Nippes (dabei ist der Flohmarkt an selber Stelle erst am Sonntag).

Wochenmarkt auf dem Boxhagener Platz Friedrichshain, Sa 9–15.30 Uhr


Wochenmarkt am Südstern

Der Wochenmarkt am Südstern ist einer der ältesten Märkte der Stadt. Lange schon bevor „from Farm to Table“ in aller Munde war, sind Biobauern und Produzenten aus Brandenburg Samstag für Samstag in den Kreuzberger Kiez gekommen. Auch heute erwehrt sich der Markt jed­weden Hipster-Verdachts. Neben allen bäuerlichen Erzeugnissen begeistert der Blumenstand. Zudem: mehrere köstliche Imbissangebote.

Wochenmarkt am Südstern Kreuzberg, Sa 10–16 Uhr


Ökomarkt am Kollwitzplatz

Genau genommen werden die Märkte am Donnerstag und am Samstag von unterschiedlichen Veranstaltern organisiert. Mit ihrem umfangreichen Angebot an regionalen und biologisch produzierten Lebensmitteln sind aber beide Märkte über die Kiezgrenzen hinaus in aller Munde. Die Qualität stimmt, die Preise sind gelegentlich happig. Auch, weil der Kollwitzmarkt längst auch ein touristisches Spektakel ist. Dennoch: Zwischen Gulaschkanone und Weißwurst-Zuzler gibt es noch immer kulinarische Entdeckungen.

Ökomarkt am Kollwitzplatz Prenzlauer Berg, Do 12–19 Uhr


Winterfeldtmarkt

imago images / Lem

Hier und dort ist noch immer vom orientalischen Markt am Winterfeldtplatz die Rede. Dabei findet der Winterfeldtmarkt eine handwerkliche Lebensmittelkultur längst auch in Italien oder am Ammersee, von wo die fabelhaften Steckerlfische kommen. An anderen Ständen haben die Qualität, aber auch die Preise eher Großmarktniveau. Indes: Die Mischung macht’s, ein solider Klassiker unter den Märkten.

Winterfeldtmarkt Schöneberg, Mi 8–14 & Sa 8–16 Uhr


Wochenmarkt am Maybachufer

imago images / tagesspiegel

Orientalisches Ufer am Berliner Gewässer: Der Türkenmarkt bietet vor allem Produkte aus dem Mittelmeerraum, Brot, süßes Gebäck, Schafskäse und Gewürze. Obst und Gemüse gibt es oft zu besonders günstigen Preisen, die engagierte Marktleute lautstark verkünden. Neben orientalischen Snacks wie Falafel, Gözleme oder Sesamkringeln werden auch afrikanische Snacks, karibische Kakaogetränke oder Trink-Kokosnüsse angeboten. Sicher der authentischste Markt dieser Stadt.

Wochenmarkt am Maybachufer Neukölln, Di, Fr 11–18.30 Uhr


Karl-August-Markt

Eweline, Cilena und die Rote Laura sind drei von 15 Speisekartoffelsorten bei Pipenhagens auf dem Karl-August-Markt. Seit den 1950er-Jahren verkauft Familie Pipenhagen hier schon Gemüse. Kurz: Der Markt hat eine stolze Tradition, die sich auch in den traditionellen Marktzeiten ausdrückt. Um 7 Uhr geht es los. Klassiker mit solidem Bio-Angebot und sogar einigen exotischen Entdeckungen.

Karl-August-Markt Karl-August-Platz, Charlottenburg, Mi 8–13, Sa 8–14 Uhr


Ökomarkt auf dem Zionskirchplatz

Olivenöle vom Peloponnes, eine ­Brandenburger Blumenfrau
und das Espressofahrrad von Godshot: Der Ökomarkt auf dem Zionskirchplatz hat auch in Zeiten jener neuen Lust am einfachen, handwerklichen Essen nichts von seiner Daseinsberechtigung verloren. Dabei hatte er am Anfang dieses Jahrzehnts einmal ganz klein angefangen. Und ist, aber genau das ist sein Geheimnis, seitdem kaum
größer geworden.

Ökomarkt auf dem Zionskirchplatz Zionskirchplatz, Mitte, Do 11–18.30 Uhr


Ökomarkt am Chamissoplatz

imago images / Müller-Stauffenberg

Auf dem 1994 von Anwohnern gegründeten Ökomarkt ist Qualität nicht nur Ehrensache, sondern man kann sich darauf verlassen. Es gibt Schafsmilchprodukte aus der Lausitz, direkt daneben Teltower Rübchen vom gleichnamigen Biohof, nebenan kann man das Kräutersalz selbst im Steinmörtel stampfen. Ganz nebenbei gewinnt man beim Schlendern über den Markt einen guten Überblick über die gängigen Biozertifikate. Von Demeter und Bioland bis hin zum ­Verbund Ökohöfe Nordost Brandenburg ist alles vertreten.

Ökomarkt am Chamissoplatz Kreuzberg, Sa 9–15 Uhr


Schillermarkt am Herrfurthplatz

Nicht viele Märkte strahlen ein solches Kleinstadtidyll aus: Die Bänke und Stände vor der imposanten Genezarethkirche am Herrfurthplatz sind Treff für die unterschiedlichsten Kiezgestalten, Ausgangspunkt für Spaziergänge über das ehemalige Flugfeld Tempelhof oder Rastplatz nach dem Einkauf auf der lauten Hermannstraße. 15 bis 20 liebevoll dekorierte Stände. Martin, ein Bauer aus Rüdnitz, hilft gern, die Zutaten fürs sonntägliche Mittagessen zusammenzusammeln. Neben regionalen Produkten wie Imkerhonig werden Bio-Gemüse und -Backwaren, aber auch Federweißer aus Baden angeboten.

Schillermarkt am Herrfurthplatz Herrfurthplatz, Neukölln, Sa 10–16 Uhr


Wochenmarkt am Mexikoplatz

imago images / Manja Elsässer

Ein kleiner Markt, dem man aber anmerkt, dass er mit Verstand kuratiert worden ist. Keine Dopplungen und keine Ware, die man genauso im nächsten Supermarkt bekommt. Stattdessen rund zwanzig Stände in fast schon dörflicher Atmosphäre, darunter auch ein Bio-Metzger. Frische Blumen, frische Kräuter, frisches Gemüse, ein Kleinod.

Wochenmarkt am Mexikoplatz Zehlendorf, Sa 9–15 Uhr


Wochenmarkt Die Dicke Linda

Dieser Wochen- war anfangs nur ein Monatsmarkt. Aber natürlich (!) war das neue Neukölln längst bereit für einen wöchentlichen Regionalmarkt. Das der nach jener Kartoffelsorte benannt wurde, die die Saatgut­industrie eigentlich verbieten wollte, das passt. Auf dem Kranoldplatz verkaufen Bauern ihre Ernte, und den Honig sammeln die Bienen im Kiez. Ein echter Tipp ist der Wildhandel Bublitz. Entspannte Atmosphäre, ehrliche Produkte, okaye Preise.

Wochenmarkt Die Dicke Linda Kranoldplatz, Neukölln, Sa 10–16 Uhr


Markthalle Neun

imago images / Hoch Zwei Stock/Angerer

Auch Märkte, die nicht unter freiem Himmel stattfinden, haben in dieser Liste ihre Daseinsberechtigung: Die Markthalle Neun ist seit Jahren der Maßstab für Streetfood. Wegen der vielen tollen Restaurants, die von ihr beliefert werden. Wegen der neuen Lust am Essen, für die sie längst zum Symbol geworden ist. Dabei wird schnell vergessen, dass die historische Markthalle noch immer eine Markthalle ist. Eine mit radikal regionalem Gemüse, mit hervorragendem Käse (Alte Milch) und mit dem besten Metzger der Stadt (Kumpel und Keule). Dieser Wochenmarkt ist ein Lebensmittelpunkt.

Markthalle Neun Eisenbahnstraße 42/43, Kreuzberg, Mo, Di, Mi, Fr 12–18 Uhr, Sa 10–18 Uhr