Street Food

Frittierte Pizza bei Malafritta am Kottbusser Damm

Frittierte Glücksgefühle! Ofen aus: Im Malafritta kommt die Pizza aus der Fritteuse. Aber auch das hat in Neapel Tradition

Foto: Saskia Uppenkamp

Neapel, da denkt man an den Pizzaklassiker aus dem rund 480 Grad heißen Kuppelofen. Ein halbes Dutzend gibt es davon inzwischen in Berlin, einer im Malafemmena in Friedenau, der einzigen Pizzeria in Berlin, die von der Associazione Verace Pizza Napoletana zertifiziert ist. Nun hat das Malafemmena eine kleine Schwester bekommen, die es wie viele kleine Schwestern nach Kreuzberg verschlagen hat. Aus einem Fenster am Kottbusser Damm heraus wird nun (unter anderem) Pizza verkauft, die ist aber ganz anders als ihre Geschwister mit ausgeprägten Holzkohlearomen: Im Malafritta kommt die Pizza nämlich aus der Fritteuse.

Was nach Hybrid-Food, nach Fusion klingt, hat in Neapel eine lange Streetfood-Tradition. Die frittierte Pizza ist aus der Nachkriegsarmenküche entstanden, als das Holz für die großen Pizzaöfen knapp war und Hausfrauen aus ihren Küchen heraus frittierte Teigfladen und Calzone verkauften. Im Malafritta kann von Armenküche keine Rede mehr sein, die Calzone (ab 6,90 Euro) wird in vier, bald sogar zehn Varianten gefüllt, mit neapolitanischem Ragù, mit Tomaten und Mozzarella oder mit Endivien, Feigen und geräuchertem Provolone. Während wir noch bestellen, wird an der Theke schon an unserem Teig gezupft – frischer geht’s nicht. Dazu gibt es vorbereitete Snacks wie Arancini, Reisbällchen gefüllt mit Schweine-Ragù, frittierte Pasta-Kreise und knusprig-zarte Kartoffelkroketten mit Mozzarella und Friarielli, italienischem Stängelkohl. Während die Kroketten ruhig noch einen Ticken heißer hätten sein können, ist die Calzone ein riesiger, dampfend frischer Halbmond frittierten Glücks. Gepaart mit den letzten Sonnenstrahlen dieses Jahres wird daraus ein unanständig mächtiger Spaß.

Malafritta Kottbusser Damm 1, Kreuzberg, Mo–Sa 12–22.30 Uhr www.facebook.com/malafritta