Manga und Comic

Manga in Berlin: Bunte Comic-Kultur aus Japan

Manga bedeutet wörtlich „skurrile oder spontane Bilder“ und ist der japanische Begriff für Comics. Was Mangas ausmacht, neben den ästhetischen Aspekten und dem enormen Erfolg, sind die Geschichten, die erzählt werden. Seit langem existiert auch in Berlin eine aktive Manga-Kultur. Wir haben uns umgesehen und Künstler*innen, Läden und andere Orte gefunden, an denen man der bunten Popwelt aus Japan näher kommen kann.

Manga-Fans in Berlin. Foto: Imago/Pacific Press Agency

Mangas und Animes, animierte Zeichentrickserien aus japanischer Produktion, existieren seit den 1970er-Jahren auf dem deutschen Markt und gehören spätestens seit den 1990er-Jahren zu den erfolgreichsten Formaten des Genres. Was anfangs als reiner Import funktionierte, hat sich in eine lebendige Szene verwandelt. Zeichner*innen aus Deutschland, von denen viele in Berlin leben, sind als Mangaka, also Manga-Autor*innen, anerkannt. Zudem kommen ungezählte Festivals, Organisationen, Shops und Fan-Medien.

Manga-Fans bei der German Comic Con in Berlin.
Manga-Fans bei der German Comic Con in Berlin. Foto: Imago/Markus Heine

Künstler*innen, Bücher, Läden: Was man über Manga in Berlin wissen muss

Künstler*innen

Natürlich kommen bis heute die meisten in Deutschland veröffentlichen Mangas immer noch aus dem Mutterland. Aber es gibt auch einige Berliner Mangaka, die sich erfolgreich in dem Genre durchsetzen konnten.

  • Robert Stumpf zog 2006 nach Berlin und hatte seine Manga-Idee bereits im Kopf. Er thematisiert in seinen Geschichten immer wieder Berlin und orientiert sich nicht nur an zeitgenössischen Manga-Stars, sonder auch an traditionellen japanischen Holzschnitten. Stumpfs Berlin-Mangas sind hier zu sehen.
  • Inga Steinmetz ist eine Mangaka aus Berlin. Ihre Leidenschaft begann vor 22 Jahren und tatsächlich ist sie derzeit die dienstälteste deutsche Manga-Künstlerin, die „Großmutter“ der Szene, wie sie sich selbst beschreibt. Zu ihren Werken gehören die hoch emotionalen „Schneeball“-Geschichten und die Serie „Alpha Girl“.
  • Marie Sann ist ein Manga-Star. Sie gewann Preise bei Zeichenwettbewerben, unter anderem bei der Comic Messe Berlin sowie bei den Manga-Talentwettbewerben auf der Leipziger Buchmesse. Neben ihren Werken wie „Krähen“ arbeitet sie als freie Illustratorin für verschiedene Auftraggeber.
Eröffnung des Japan Shops Berlin in der Hubertusstrasse 8A Berlin Steglitz mit Berlins Manga-Star Marie Sann (links). Foto: Imago/Olaf Wagner

Manga-Shops in Berlin

Manga- und Comic-Fans kommen in diesen Berliner Läden auf ihre Kosten.

  • Otaku-Store: Das japanische Wort Otaku steht für eine Art Nerd, ein exzentrischer Sammler der tief in seine Fanwelt eintaucht. Neben Manga und Comics gibt es im Otaku-Store auch Kostüme und Sammelkarten.
    Residenzstraße 107, Reinickendorf, Mo-Sa 12-18 Uhr, www.otaku-store.de/
  • J-Store Berlin: Mehr als 3000 Mangas umfasst das Angebot. Alle Genres werden abgedeckt und es gibt auch internationale Titel. Dazu kommt Fan-Equipment wie Tassen, Mousepads, Figuren und sogar japanische Süßigkeiten.
    Kantstraße 125, Charlottenburg, Mo-Sa 12-20 Uhr. www.j-store-berlin.de
  • Modern Graphics: Der Comicladen mit drei Filialen in Berlin führt neben europäischen und US-amerikanischen Comics auch Mangas. Es gibt stets aktuelle Titel im Sortiment, dazu kommt eine gut gefüllte Second-Hand-Abteilung sowie Merchandising.
    Oranienstraße 22, Kreuzberg; Kastanienallee 79, Prenzlauer Berg und im Europa Center in Charlottenburg modern-graphics.de

Mangas, die man kennen sollte

Manga ist der Oberbegriff unter dem sich zahlreiche Untergenres versammeln; Romantik, Sozi, Action, Horror, Psychologie bis hin zu Inhalten nur für Erwachsene. Achtung: Wie die japanische Sprache auch, werden die meisten Mangas von rechts nach links gelesen. Hier sind drei Mangas, die man kennen sollte:

Death Note. Foto: Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha
  • Death Note: Fast jeder Manga- und Anime-Fan kennt dieses Meisterwerk von Tsugumi Ōba. Die Geschichte nimmt euch mit in das Leben des jungen Light Yagami, der eines Tages auf dem Schulhof ein mysteriöses Notizheft findet. Diejenigen, deren Namen darin eingetragen werden, erwartet der Tod. Die Geschichte von „Death Note“ kombiniert klassische Elemente der japanischen Mythologie (wie die Existenz von Shinigamis) mit Motiven eines modernen amerikanischen Thrillers wie Polizisten und Ermittlern, Verfolgungsjagden und dem Adrenalin voller Action.
  • Vinland Saga: Thorfinn ist Sohn eines der größten Krieger der Wikinger, als sein Vater im Kampf vom Söldnerführer Askeladd getötet wird, schwört er Rache. Thorfinn schließt sich Askeladds Gruppe an, um ihn zu einem Duell herauszufordern, und gerät mitten in einen Krieg um die Krone Englands. Dieser Manga zeigt das Leben der Wikinger aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Ehre zu sterben, um gegen den Willen des Lebens an Valhalla teilzunehmen, ist einer der reizvollen Aspekte hier.
  • Tokyo Ghoul: Ein japanischer Dark Fantasy Manga von Sui Ishida. Hier verschwimmen die Grenzen von Gut und Böse. Viele Charaktere weisen moralisch Ambivalent auf. Die Hauptfigur Ken Kaneki befasst sich mit vielen verschiedenen psychologischen Entwicklungen. Der innere Kampf ums Überleben könnte zu unerwarteten Handlungen führen. Das Manga wurde ebenfalls als Anime, Film, und Videospiel adaptiert.
„Tokyo Ghoul“ von Sui Ishida

Manga- und Anime-Veranstaltungenen

KAZÉ Anime Night: KAZÉ ist das größte deutschsprachige Anime-DVD-Label und Manga Verlag im deutschsprachigen Raum. Die „KAZÉ Anime Nights“ sind monatlich stattfindende Kinoereignisse. Hier findet ihr weitere Informationen zu späteren Terminen und Tickets.

JAMBerlin: Community-Fantreffen für Anime, Manga & Cosplay Fans in Berlin, das monatlich stattfindet. Hier kann man die Fan-Community erleben. Man kann sich über seine Leidenschaft austauschen oder an Workshops teilnehmen. Die hauseigene Theater- und Showbühne ermöglicht Auftritte. Der Eintritt kostet 3 Euro. Termine finden sich online, Treffpunkt ist im Metronom, Sterkrader Straße 44, Reinickendorf.


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