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Markthallen in Berlin: Shoppen, futtern – und genießen

Berlins Markthallen blicken auf eine lange und vor allem wechselvolle Geschichte zurück: ursprünglich gab es ganze 14, die im Rahmen eines der größten Infrastrukturprojekte ihrer Zeit gebaut wurden. Weil die Bevölkerung der Stadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts explodierte und schlechte Ernten zu Aufständen führten, begann die Verwaltung, Markthallen in Berlin zu errichten, die sauberer, ordentlicher und hygienischer sein sollten als die traditionellen offenen Märkte.

Viel ist davon nicht mehr übrig: die meisten Hallen wurden im Krieg zerstört oder später zu Geschäftshäusern, Ämtern, Supermärkten oder Restaurants umgebaut. Drei Markthallen halten in Berlin aber weiter die Stellung – und ein Besuch lohnt sich immer!


Progressiv und experimentell in Kreuzberg: Markthalle Neun

Eine der bekanntesten Markthallen in Berlin ist die Markthalle Neun in Kreuzberg
Ein bisschen Dolce Vita, ein bisschen Wochenmarktsflair, schon ist sie fertig, die Markthalle Neun. Foto: Imago/Berger

Die vielleicht bekannteste Markthalle in Berlin: die Markthalle IX. Lange war sie aufgrund ihrer Lage zwischen Eisenbahn- und Pücklerstraße auch als „Eisenbahnmarkthalle“ bekannt. In den letzten zehn Jahren entwickelte sie sich zu einem Zentrum für Esskultur in Berlin, ach was, in ganz Deutschland.

Bekannt ist die Halle insbesondere für den „Streetfood Thursday“, der derzeit Corona-bedingt allerdings ausfällt. Jeden Donnerstag versammeln sich sonst hier verschiedene Händler*innen mit Spezialitäten aus aller Welt und man kann sich einmal quer über den Globus probieren.

Unter der Woche gibt es ein Basis-Angebot mit Café, einigen der besten Bäcker, Gemüsehändler, Metzger und Käsehändler der Stadt, dazu verschiedene Delikatessenverkäufer, Weinläden und ein paar köstliche Mittagsangebote. Zum Beispiel Berlins bester Pastamanufaktur Mani in Pasta. Am Wochenende lockt der Wochenmarkt mit breitem Angebot, und dazu noch wechselnde Sondermärkte. Und ach ja, einen Aldi gibt es auch noch.

Markthalle Neun, Eisenbahnstraße 42/43, Kreuzberg
Mo–Mi 12–18 Uhr, Do 12–22 Uhr, Sa 10–18 Uhr
www.markthalleneun.de


International und kiezig in Moabit: Arminiusmarkthalle

Die Arminiusmarkthalle in Moabit gehört zu den wenigen überlebenden Markthallen in Berlin
Ein Juwel in Moabit: die Arminiusmarkthalle. Copyright: imago/Schöning

Ganz im Leisen zunächst ist die Arminusmarkthalle zu einem kulinarischen Spielplatz Berlins gewachsen. Wem die Markthalle Neun zu hip ist und die Marheineke Markthalle zu altmodisch, findet die goldene Mitte der Markthallen in Berlin wahrscheinlich hier in Moabit.

Bodenständig ist es hier immer noch, obwohl es schon eine Weile her ist, dass hier die letzte Staffel der drei Damen vom Grill gedreht wurde. Becker’s Hallen-Imbiss und die Brutzel-Ecke sorgen dafür. Aber es hat sich auch eine ganze Menge Neuberliner Gastronomie mit internationalem Zungeschlag eingerichtet: das peruanische Naninka zum Beispiel, Pignut BBQ aus Alabama, die kanadische Poutine-Kitchen oder einige der besten Burger der Stadt bei James Dopplers Pound & Pence.

Daneben ein toller Fischhändler, Bäcker (zum Beispiel die Bio-Bäckerei Mehlwurm aus Neukölln), Geflügel- und Wurstspezialisten, Obst- und Gemüsehändler und natürlich die Käseinsel.

Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2-4, Moabit
Mo–Fr 8–18 Uhr, Sa 8/10–18 Uhr
www.arminiusmarkthalle.com

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Klassisch und vielfältig im Bergmannkiez: Marheineke-Markthalle

Die Marheineke-Markthalle hat eine bewegte Geschichte. Im ersten Weltkrieg diente sie als Suppenküche, im zweiten Weltkrieg wurde sie so stark zerstört, dass von der historischen Markthalle XI kaum noch etwas übrig war. Doch schon kurze Zeit nach Kriegsende siedelten sich erste Händler in den Ruinen an. In den 1950er Jahren wurde der zerstörte Teil in modernen Formen aufgebaut.

Nach einem Umbau 2007 – dabei wurde eine Front voll verglast – ist nun Platz für 50 Stände. Vom Asia-Imbiss über Currywurstbude bis zum französischen Bäcker und türkischem Feinkostladen ist gastronomisch alles dabei. Besonders empfehlenswert: Die vegetarisch-vegane Kantine Die kleene Aubergine für tollen Mittagstisch.

Daneben gibt es natürlich noch klassische Obst- und Gemüsehändler, Käsestände, Feinkost, Metzger und viel mehr. Auch ein Veganz-Supermarkt und ein Tchibo haben in der Halle Platz, wie auch ein Buchladen, ein wunderbarer kleiner Spielzeughändler, Änderungsschneiderei, Waschsalon und mehr.

Marheineke Markthalle, Marheinekepl. 15, Kreuzberg
Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 8–18 Uhr
www.meine-markthalle.de



Mehr zu den Markthallen in Berlin:

Die Markthallen in Berlin blicken auf eine lange, spannende Geschichte zurück: Fotos der historischen Markthallen zeigen den Wandel der Zeit. In Moabit empfehlen wir besonders gern das Sljiva in der Arminiusmarkthalle. Ihr mögt handgemachtes, brutal lokales Bier? Besucht die Brauerei Heidenpeters in der Markthalle Neun!

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