Theater und Bühne in Berlin

„Märtyrer“ an der Schaubühne

Marius von Mayenburgs "Märtyrer" zieht an der Schaubühne in den Glaubenskrieg

Maertyrer„Schrecklich ist’s, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Sollte das so sein, wüsste man gern warum. Doch der Dramatiker Marius von Mayenburg legt seinem „Märtyrer“ Benjamin Südel (Bernarsio Arias Porras) wenig mehr ins Figurenkonstrukt als Bibelzitate. Das Drama  erzählt vom liberalen Gesellschaftsmodell, das sich durch die anti­liberalen Phrasen eines pubertierenden Schülers auflöst. Dazu den christlichen Pathos-Fundus zu bemühen, und nicht den Koran, lässt das thesenhaft verkürzte Stück zwar kurz originell erscheinen, aber es ist weder schlüssig noch gehaltvoll. Als Regisseur hätte sich Mayenburg entscheiden müssen, ob er ein gesellschaftliches Problem ernst nehmen oder eine Farce daraus machen möchte. So aber staunt man bis zum bemüht bösen Ende über all diese kruden (Figuren-)Behauptungen. Apokalypse statt Pfingstlager.    

Text: Anja Quickert
Foto: Arno Declair
tip-Bewertung: Uninteressant

Termine: Märtyrer
Schaubühne, u.a. am 24.3., 20 Uhr,                          
Karten-Tel. 89 00 23              

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