Mattel schickt nun auch die „Masters of the Universe“ ins Kino

In seiner ursprünglichen Form war He-Man eine Plastikfigur der Firma Mattel, die in den 1980er Jahren zum ersten Mal hergestellt wurde. Sie wurde zum Mittelpunkt einer Serie, die als „Masters of the Universe“ in die Spielzeuggeschichte einging – und seither durch die Popkultur gefegt ist, mit dem Overdrive, den amerikanische Produkte auf dem Markt oft haben. He-Man ist blond und heldenhaft, er wäre ein idealer Partner für Barbie, aber die lebt in einem anderen Universum, und sie hat ja schon Ken. Da Hollywood sich inzwischen hoffnungslos an eine Doppelstrategie aus putziger Animation und knalliger Riesen-Action verkauft hat, bekommen nun auch die „Masters of the Universe“ wieder einen großen Spielfilm. Und in diesem ist He-Man am Anfang ganz klein – ein blonder, femininer Junge, der so gar keine Lust hat auf das Schwert, mit dem er trainieren soll. Er heißt Adam und ist das ganze Gegenteil eines Superhelden.
Fällt „Masters of the Universe“ in die Kategorie der austauschbaren Franchise-Schlachten?
Als der paradiesische Planet Eternia aber von einer Bande von Unholden unter Führung eines Schurken namens Skeletor (Markenzeichen: wo andere ein Gesicht haben, hat er ein Gerippe) heimgesucht wird, muss Adam für eine Weile in Sicherheit gebracht werden. An einen Ort, an dem er zum Mann, mehr noch: zum He-Man reifen kann. Dieser Ort findet sich im amerikanischen Oklahoma, wo er in der Personalabteilung einer Firma landet.
Dass er während der Arbeitszeit nach dem Schwert sucht, mit dem seine Supermacht verbunden ist, trägt ihm einen Termin bei der Personalchefin ein – es ist die witzigste Szene in einem Film, der angenehm ironisch und mit popkulturellem Appeal beginnt. Regisseur Travis Knight, bekannt geworden unter anderem mit „Bumblebee“, spielt gekonnt die Peinlichkeiten durch, die einem Helden beschert werden, der in einer trivialen Wirklichkeit lebt – bei einem Date redet Adam allerdings wirklich zu viel von seinem galaktischen Auftrag, kein Wunder, dass die junge Frau ihn nicht ernst nimmt.
Masters of the Universe
Für die zweite lange Stunde hat sich „Masters of the Universe“ dann allerdings vorgenommen, Adam mit mehreren langen Kampfszenen auf den dann auch nicht kurzen Entscheidungskampf mit Skeletor vorzubereiten, im Zuge dessen auch das gesamte Figurenarsenal von Mattels „Masters“ vorzustellen, deren Identitäten halbwegs zu begründen und Grundlagen für die ins Haus stehenden Fortsetzungen zu legen. Und das fällt dann doch bald wieder in die Kategorie der längst vollkommen austauschbar gewordenen Franchise-Schlachten, in denen Firmenkulturen mit Spielzeug aufeinander losgehen.
Für spezialisiertere Fans gibt es zwischendurch immer noch genug zu entdecken, und mit einer Figur wie „Fisto“ (die im Grunde nur mit ihren hier nicht zulässigen Implikationen interessant ist: Wer hat ihn in die Mattel-Welt geschmuggelt?) tauchen am Rande Aspekte auf, die der sehr generisch blonde Adam/He-Man (Nicholas Galitzine) aber locker überstrahlt. „Barbie“ war im Vergleich ein Exzess an Intelligenz, aber ganz doof ist „Masters of the Universe“ auch nicht, und das ist im Vergleich zu dem lähmenden Blockbuster-Sommer-Start mit dem „Mandalorian and Grogu“ immerhin schon etwas.




