Liebesdrama

„Meine schöne innere Sonne“ im Kino

Wahre Liebe: Juliette Binoche auf Partnersuche

Pandora

Wenn eine Frau mit einem Taxifahrer über ihr Leben reden will, und zwar ernsthaft, nicht einfach Small Talk, dann kann man das vielleicht schon als eine Art Krisensymptom sehen. Vielleicht aber auch ganz einfach als Ausdruck einer Verletzlichkeit, in die einen das Leben versetzt, nachdem die Unbekümmertheit der Jugend vergangen ist.

Isabelle (Juliette Binoche) ist Malerin, sie hat ein spannendes Leben mit all den Annehmlichkeiten einer reichen Stadt wie Paris. Sie ist schön und trifft viele Männer, aber sie findet etwas nicht, was sie mit einem großen Wort die „wahre Liebe“ nennt. Dabei greift sie sich in den Schritt, als wollte sie klarmachen, dass zur wahren Liebe auch ein Liebhaber gehört, der ihr Begehren versteht. Der Banker Vincent ist das jedenfalls nicht, auch nicht der geschwätzige Schauspieler, der sie nach einer Nacht, die wohl wunderbar gewesen sein muss, wieder verlässt.
„Meine schöne innere Sonne“ ist ganz und gar das gemeinsame Projekt zweier großer Frauen des französischen Kinos: Juliette Binoche vor der Kamera, und Claire Denis dahinter. Sie schaffen mit Isabelle eine Typus, in dem sich Frauen in den mittleren Jahren wiedererkennen könnten: Der Film sucht nach jener besonderen Empfindung, die dazu verhelfen könnte, sich im Schmerz über Enttäuschungen nicht zu verhärten.
Die letzten Minuten des Films gehören Gerard Dépardieu, der die eigentümliche Grundstimmung von „Meine schöne innere Sonne“ mit einem großartigen Orakel auf eine neue Stufe hebt.

Un beau soleil intérieur F 2017, 94 Min., R: Claire Denis, D: Juliette Binoche, Xavier Beauvois, Gérard Depardieu, Start: 14.12.

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