Kommentar

„Meisterlich“ von Clemens Niedenthal. Ein Kommentar zu den Berliner Meisterköchen

Ist das nun das junge Gemüse? Immerhin sind es nicht mehr die alten Sorten. So niedrig nämlich war der Altersdurchschnitt der Berliner Meisterköche noch nie, sowohl was die Preisträger, als auch, was ihre Restaurants betrifft

Gastgeberin des Jahres Illona Scholl aus dem erst 2016 eröffneten Tulus Lotrek oder „Szenewirt“ Ben Pommer aus dem noch jüngeren BRLO Brwhouse – die vom Wirtschaftsverband Berlin Partner eingesetzte Jury traut sich endlich an zeitgemäße, mutige Konzepte. Und nimmt in Kauf, dass hier und da auch etwas scheitern kann. Dass etwa der Nachwuchskoch des Jahres Christopher Kümper nun ohne Restaurant dasteht (sein „Schwein“ hatte gerade erst zugesperrt): Auch das passt zum kulinarischen Berlin und deshalb eben genauso zu diesem Preis. Zumal Kümper und sein Team wohl noch in diesem Herbst wieder gemeinsam am Herd stehen werden. Gastronomischer Innovator wurde mit Duc Ngo (Funky Fisch, Ryotei 893 …) auch einer, der vieles anders, vor allem weltläufiger macht.
Und der Berliner Meisterkoch? Die nicht immer gefällige Produktküche eines Sebastian Frank, Gastgeber im Horvàth, wäre dieser Jury vor zwei, drei Jahren noch keinen Titel wert gewesen. Gut, an dieser Entscheidung mag auch Franks inzwischen zweiter Michelin-Stern seinen Anteil haben. Aber wir hätten da schon einen Kandidaten für das kommende Jahr: Dylan Watson und sein brutal konzentriertes Restaurant Ernst. Mal sehen, ob die Jury jung genug sein wird, den Kanadier (!) immerhin zum Nachwuchskoch zu küren.

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